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	<title>Guardian of the Blind</title>
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	<description>... Open your Eyes ...</description>
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		<title>“Vorwärts immer, rückwärts nimmer” – die SPD in der Zwickmühle</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 20:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Gastartikel von Frank Benedikt
Noch sind es offiziell gut zwei Jahre bis zu den nächsten Bundestagswahlen, aber schon jetzt wird über den nächsten SPD-Kanzlerkandidaten eifrig spekuliert. Dabei könnten sich viele verrechnen.
Das Zitat im Titel stammt ja eigentlich von Erich Honecker, aber es gibt nach Ansicht des Autors auch ganz gut den Zustand der SPD ...]]></description>
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<p style="text-align: justify;"><em>Ein Gastartikel </em><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/07/17/vorwarts-immer-ruckwarts-nimmer-die-spd-in-der-zwickmuhle/" target="_blank"><em>von Frank Benedikt</em></a></p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" src="http://www.spiegelfechter.com/img/spdneu_02.jpg" alt="" width="200" height="168" /><strong>Noch sind es offiziell gut zwei Jahre bis zu den nächsten Bundestagswahlen, aber schon jetzt wird über den nächsten SPD-Kanzlerkandidaten eifrig spekuliert. Dabei könnten sich viele verrechnen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Zitat im Titel stammt ja eigentlich von Erich Honecker, aber es gibt nach Ansicht des Autors auch ganz gut den Zustand der SPD “nach Schröder” wieder, wobei eine Abwandlung vorzunehmen ist: Die SPD kann weder vorwärts noch rückwärts. Das hat Gründe – ein Rück- und Ausblick.</p>
<p style="text-align: justify;">Historisch gesehen wäre es wohl richtig, bei der Bewilligung der Kriegskredite 1914 anzufangen, aber trotz der Dynamik, die dauerhaften Organisationen innewohnt, wäre es vermutlich unredlich, da die Nachkriegs-SPD nur bedingt in der Nachfolge der traditionellen Partei zu sehen ist. So soll nur ein Blick auf die bundesrepublikanische SPD geworfen werden, da sie sich nach dem Verbot während der nationalsozialistischen Diktatur 1946 neu organisieren musste.</p>
<p style="text-align: justify;">In den folgenden Jahrzehnten wurde die SPD in der Öffentlichkeit vor allem als Partei der Arbeiter und kleinen Angestellten wahrgenommen, wenn auch bereits 1959 im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Godesberger_Programm" target="_blank"><em>Godesberger Programm</em></a> die Orientierung hin zur Volkspartei vollzogen wurde. Wesentlicher Eckpfeiler war seinerzeit das glaubwürdige Eintreten für Frieden und soziale Gerechtigkeit – Werte, mit denen sich die SPD-Wähler im allgemeinen stark identifizieren konnten. Diese Glaubwürdigkeit war es auch, die der Partei von Bundestagswahl zu Bundestagswahl Stimmenzuwächse brachte und ihr 1966 erst die Regierungsmitverantwortung in der ersten Großen Koalition eintrug, bevor sie dann 1969 mit Willy Brandt den ersten sozialdemokratischen Kanzler der Nachkriegszeit stellen konnte. Bei den Wahlen 1972 erreichte die Partei dann ihren Zenit  und konnte bei der Wiederwahl von Brandt bisher nie mehr erreichte 45,8 Prozent der Stimmen holen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" src="http://www.spiegelfechter.com/img/spdp4.jpg" alt="" width="225" height="323" />Doch schon wenige Jahre später unter Helmut Schmidt, der Nachfolger für den aufgrund der Guillaume-Affäre zurückgetretenen Willy Brandt geworden war, begann der Niedergang der SPD. Mit dem Aufkommen der Anti-Atombewegung und infolge der Gründung der Grünen gingen der Partei unter dem “Atomkanzler” Schmidt zunächst viele Kernkraftgegner von der Fahne. Als Helmut Schmidt dann den von ihm wesentlich mitinitiierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/NATO-Doppelbeschluss" target="_blank"><em>NATO-Doppelbeschluss</em></a> durchsetzte, verlor die Partei auch bei den Pazifisten und Kriegsgegnern an Sympathie. Ein Zwischenhoch bei der Bundestagswahl 1980 war im Wesentlichen dem Umstand geschuldet, daß eine Mehrheit der Bundesbürger auf keinen Fall einen Kanzler Strauss haben wollte. Das konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die SPD in der Wählergunst bis Mitte der 90er Jahre auf dem absteigenden Ast war.<span id="more-10468"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Mit der Wiedervereinigung und der zunehmenden Enttäuschung über das Ausbleiben der Kohlschen “blühenden Landschaften” konnte die SPD zwar vorübergehend wieder an Boden und schließlich auch 1998 und 2002 die Wahlen gewinnen, aber gerade Gerhard Schröder, den sie als Spitzenkandidaten ins Rennen schickte, sollte sich schließlich als ihr Verderber erweisen. Zunächst beteiligte sich die rot-grüne Koalition unter seiner Kanzlerschaft am zumindest kontrovers gesehenen Kosovo-Krieg, was seine Partei (ebenso wie die Grünen) Mitglieder und Stimmen kostete. Dann legte Schröder seine neoliberale und sehr umstrittene “Agenda 2010″ vor, die unter anderem die Hartz-IV-Gesetze mit sich brachte und auch viele verprellte, die bisher in der Partei noch einen “Hort der sozialen Gerechtigkeit” sahen. Das war nicht mehr die SPD, die sie zu kennen glaubten: “Seeheimer Kreis” und “Nürnberger Mitte” gewannen zunehmend an Einfluß in der Partei und drängten die traditionelle Linke zurück. Die Folge waren erneut sinkende Wahlergebnisse, wobei die Sozialdemokraten bei der Wahl 2009 mit nur <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/E2_BTW_2009__Ergebnisse_IVU_ueberarbeitet.pdf" target="_blank">23 Prozent der Zweitstimmen</a> ihr bisher schlechtestes Nachkriegsergebnis einfuhren.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach der letzten <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm" target="_blank">Sonntagsfrage</a> liegt die SPD laut <em>Forschungsgruppe Wahlen</em> momentan zwar wieder bei 29 Prozent (<em>Emnid</em>: 27 Prozent) und damit klar vor den Grünen, aber wie will die Partei beim Wähler punkten?</p>
<p style="text-align: justify;">Das Umweltthema ist schon länger von den Grünen besetzt, und auch die Union unter Kanzlerin Merkel geriert sich angesichts der Tragödie von Fukushima neuerdings als “Anti-Atom-Partei”; beim Thema “Frieden” ist auch kein Blumentopf zu gewinnen. Bis auf DIE LINKE haben alle Parteien im Bundestag für den Afghanistan-Einsatz gestimmt – die SPD war dabei sogar federführend – und tragen ihn bis heute mit. Blieben als “Großthemen” noch Bürgerrechte (seit jeher eine Domäne des liberalen Flügels der FDP), Wirtschaft (da traut der Wähler Union und FDP meist mehr Kompetenz zu) und soziale Gerechtigkeit. In der Folge der Schröderschen Agenda hat die Partei dieses “Urthema” an DIE LINKE verloren – es gibt kaum noch jemanden im Land, der der SPD hier eine erneute Wende und die Abkehr vom eingeschlagenen Kurs zutraut. Die Parteienlandschaft erodiert, denn auch die andere große Volkspartei, die Union, verliert zusehends an Wählerstimmen und Mitgliedern zugunsten “der Kleinen”. Bei der SPD aber ist dieser Trend besonders deutlich, zumal sich auch die Mitgliederzahlen trotz des Beitritts der Mitglieder aus den neuen Bundesländern seit Mitte der Siebziger <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:SPD_Mitgliederentwicklung.svg&amp;filetimestamp=20100906073658" target="_blank">nahezu halbiert</a> haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn bereits jetzt der nächste sozialdemokratische Kanzlerkandidat  zur Diskussion gestellt wird, so ist das mehr als müssig. Weder Steinbrück noch Steinmeier, die sich derzeit beide in einem Umfragehoch gegenüber einer angeschlagenen Kanzlerin <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/K-Frage-Steinbrueck-und-Steinmeier-uebertrumpfen-Merkel-id4847994.html" target="_blank">sonnen können</a>, werden wohl auch nur das innerparteiliche Rennen für sich entscheiden. Steinbrück nicht, da ihm dank seiner  Nähe zur Wirtschaft und der deutlichen Unterstützung der Hartz-IV-Gesetzgebung der Rückhalt durch die SPD-Linke <a href="http://www.n-tv.de/politik/Steinbrueck-Gegner-formieren-sich-article3780566.html" target="_blank">fehlen dürfte</a>, und auch Steinmeier nicht, der als Architekt dieses neuen, oktroyierten “<a href="http://www.wirtschaftslexikon24.net/e/contrat-social/contrat-social.htm" target="_blank">contrat social</a>” gilt. Beide sind auch nicht “sexy”, nicht strahlende Vertreter eines Neuanfangs, sondern stehen für ein “weiter so”. Da die Partei aber, wie zu vermuten steht, ohne eine Neuausrichtung – ähnlich wie die FDP – nicht wieder zur alten Stärke zurückfinden kann, wären beide eine glatte Fehlbesetzung. Eine glaubwürdige Abkehr vom neoliberalen Mantra wäre nur mit frischen, unverbrauchten Gesichtern möglich. Diese aber scheinen weit und breit nicht in Sicht. Sollte dennoch einer der Beiden das Rennen machen und Kandidat werden, so dürften doch die Leser des “Der Westen” recht behalten, die beinahe zur Hälfte <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/K-Frage-Steinbrueck-und-Steinmeier-uebertrumpfen-Merkel-id4847994.html" target="_blank">der Ansicht sind</a>, daß die SPD “auf Jahre” hinaus keinen Kanzler mehr stellen wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" src="http://www.spiegelfechter.com/img/spdu1.jpg" alt="" width="200" height="212" />Zu schwach steht “die alte Tante SPD” da. Sie hat Glaubwürdigkeit verspielt und treue Wähler verprellt, zudem zeichnet sich – gerade ob der Schwäche von Union und FDP und dank der Merkelschen Anpassungsfähigkeit – eine neue Option am Horizont ab, die den rosaroten Kanzlerträumen einen jähen Todesstoss versetzen könnte: Die schwarz-grüne Koalition. Diese Möglichkeit ist nicht länger von der Hand zu weisen, wie auch die arrivierte Presse zeigt – in den Blogs hörte man bereits früher <a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/06/12/die-physikerin/" target="_blank">das Gras wachsen</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Für die traditionsreiche SPD wird es schwer, sehr schwer werden, die Zeichen der Zeit zu erkennen und sich zu verändern. Zu sehr haben einerseits Traditionsbewußtsein und Anspruch, andererseits gerade aber auch die “Schröderianer” die Partei verbogen und am Blick auf das Volk gehindert. Um aber dem Anspruch einer “Volkspartei” gerecht zu werden und nicht dereinst das Schicksal der SED zu teilen, ist dieser Blick unabdingbar.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Frank Benedikt</em></p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10468&amp;md5=23dae6d476068cf38a9dbaee59efc809" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein schmaler Grat</title>
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		<pubDate>Fri, 06 May 2011 04:01:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Tod von Osama Bin Laden, der am Montag von Spezialkräften der US-Armee in seinem Versteck in Pakistan getötet wurde, muss wohl von niemandem betrauert werden. Doch bieten die Umstände seines Todes auch Grund zur Sorge. Denn es ist, das haben diese gezeigt, ein schmaler Grat zwischen Selbstverteidigung gegen Terroristen und Lynchjustiz. Es stellen ...]]></description>
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<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" style="float: right; margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;" src="http://www.spiegelfechter.com/img/pak_bin.jpg" alt="" width="200" height="200" />Der Tod von Osama Bin Laden, der am Montag von Spezialkräften der US-Armee in seinem Versteck in Pakistan getötet wurde, muss wohl von niemandem betrauert werden. Doch bieten die Umstände seines Todes auch Grund zur Sorge. Denn es ist, das haben diese gezeigt, ein schmaler Grat zwischen Selbstverteidigung gegen Terroristen und Lynchjustiz. Es stellen sich außerdem rund um die Ereignisse des Einsatzes einige Fragen: Was hat es mit den Umständen seines Todes und seiner Bestattung auf sich? Wie ist das Vorgehen der USA insgesamt zu bewerten? Darf man Terroristen töten &#8211; und das eventuell auch gezielt? Was bedeutet der Tod von Osama Bin Laden für den &#8220;Krieg gegen den Terror&#8221; und die internationale Sicherheit? Und was schließlich könnten die Auswirkungen auf Deutschland sein? Auf diese Fragen soll versucht werden, hier eine Antwort zu finden und der Anstoß zu weiteren Diskussionen geben werden.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Der Tod Bin Ladens: Noch viele offene Fragen</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Umstände während und nach Bin Ladens Tod sind geradezu prädestiniert für Verschwörungstheorien. Einige Fragen drängen sich für Jedermann auf: Wieso wurde die Leiche nicht obduziert? Warum diese schnelle (und im islamischen Gebrauch unübliche) Seebestattung? Vor allem: Was genau ist während des Einsatzes passiert? Dieses und noch Weiteres ist bisher unklar &#8211; und könnte es weiter bleiben. Präsident Obama hat <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,760722,00.html">entschieden</a>, dass die Fotos des toten Bin Laden nicht veröffentlicht werden sollen. Ein schwer nachvollziehbarer Schritt, hätte man hier doch die üblichen Verschwörungstheoretiker widerlegen können. Einige Angaben unmittelbar nach dem Tod Bin Ladens und spätere widersprachen sich außerdem in wichtigen Punkten. Hieß es etwa zunächst, Bin Laden sei bewaffnet gewesen und habe eine Frau als &#8220;menschliches Schutzschild&#8221; benutzt, wurde <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/der-tod-von-bin-laden-kommunikationspanne-im-weissen-haus-eine-fehlende-waffe-und-eine-bedrohliche-bewegung-1.1093109">beides später revidiert</a>. Zweifel am tatsächlichen Tod Bin Ladens scheinen jedoch wenig begründet. Vielmehr könnte es der  Ablauf des Todes Bin Ladens sein (der eventuell niemals öffentlich ganz aufgeklärt werden wird), der die &#8220;weiße Weste&#8221; der USA beflecken könnte.<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-zwischen-usa-und-pakistan-obamas-furcht-vor-dem-verrat-1.1092845"><br />
</a></p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignnone" src="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/5680724572_d4696d593d_z.jpg" alt="" width="512" height="342" /></p>
<p style="text-align: justify;">Bildnachweis: <a href="http://www.flickr.com/photos/whitehouse/5680724572/in/photostream">The White House/ Flickr</a></p>
<p style="text-align: justify;">Der genaue Ablauf des Einsatzes, der zur Tötung Bin Ladens führte, ist entscheidend für eine rechtliche und moralische Beurteilung. Die entscheidende Frage für die Bewertung ist dabei für viele, ob es sich bei der Aktion um den Versuch einer Festnahme oder um eine gezielte Tötung handelte. Bisher werden beide Varianten gehandelt. So spricht ein Angehöriger des Büros für Nationale Sicherheit gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters <a href="http://www.reuters.com/article/2011/05/02/us-binladen-kill-idUSTRE7413H220110502">von letzterem</a>, Obamas Sprecher dagegen <a href="http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/bin-laden-war-unbewaffnet/">von ersterem</a>. Der CIA-Chef und designierte künftige Verteidigungsminister Leon Panetta schließlich sagte <a href="http://www.pbs.org/newshour/bb/terrorism/jan-june11/panetta_05-03.html ">in einem Interview</a>, die am Einsatz beteiligten Soldaten hätten die Berechtigung gehabt, Bin Laden zu töten. Wenn sie aber die Möglichkeit zu einer Festnahme gehabt hätten, hätten sie diese wahrnehmen sollen. Dies wird sogar konkretisiert: Das wäre etwa der Fall gewesen, wenn er plötzlich die Hände hochgenommen und seine Gefangennahme angeboten hätte. Dies sei aber nicht geschehen, es <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/us-einsatz-gegen-osama-bin-laden-obamas-lizenz-zum-toeten-1.1093186">habe</a>, so Panetta, einige &#8220;bedrohliche Bewegungen&#8221; gegeben, weshalb die Soldaten feuerten. Der Sprecher des Weißen Hauses <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/binladen198.html">gibt inzwischen an</a>, Bin Laden sei in einem &#8220;unberechenbaren Schusswechsel&#8221; getötet worden. Er sei zwar nicht bewaffnet gewesen, <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-zwischen-usa-und-pakistan-obamas-furcht-vor-dem-verrat-1.1092845">habe sich aber</a> &#8220;auf andere Weise gewehrt&#8221;. Allerdings <a href="http://www.nytimes.com/2011/05/05/us/politics/05binladen.html">hieß es</a> später von Regierungsbeamten dann, nur zu Beginn des Einsatzes habe einer von Bin Ladens Männern gefeuert. Als die Soldaten den Raum Bin Ladens betraten, seien aber Schusswaffen in dessen Reichweite gewesen.<span id="more-10446"></span></p>
<h3 style="text-align: justify;">Lynchjustiz versus Völkerrecht</h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" style="float: right; margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;" src="http://www.spiegelfechter.com/img/lynch.jpg" alt="" width="200" height="250" />Es ist ein schmaler Grat. Es könnte sich um Sekundenentscheidungen handeln, doch diese stellen den Unterschied dar zwischen berechtigter Notwehr bei einer versuchten Verhaftung des vielleicht gefährlichsten Terroristen der Welt &#8211; und kaltblütiger Lynchjustiz. Wenn wirklich berechtigter Grund zur Annahme bestand, dass Bin Laden etwa eine Bombe zünden oder zu einer Waffe greifen konnte o.ä., ist die Erschießung deutlich anders zu bewerten, als wenn man gar nicht erst versuchte, ihn festzunehmen, sondern ihn tötete, obwohl man ihn hätte festnehmen können, es sich also um ein Exekutionskommando handelte. Bin Ladens Tochter <a href="http://english.alarabiya.net/articles/2011/05/04/147782.html">spricht davon</a>, dieser sei lebendig gefangen genommen und vor den Augen seiner Familie erschossen worden. Doch ihre Aussage ist wohl per se kaum glaubwürdiger als die des CIA-Chefs. All die unterschiedlichen und sich verändernden Angaben zu dem Hergang des Einsatzes lassen aber auch Zweifel aufkommen. Auch gelten die Navy SEALs nicht gerade als &#8220;zurückhaltend&#8221;. <a href="http://www.reuters.com/subjects/bin-laden-compound">Fotos</a>, die nach dem Einsatz gemacht wurden, zeigen drei Tote in Blutlachen (wohl durch Kopfschüsse getötet), aber keine Waffen. Dass Bin Laden tatsächlich als unmittelbare Gefahr erschien, kann aber natürlich auch nicht ausgeschlossen werden. Endgültige Klarheit könnten hier wohl nur die Filmaufnahmen, die während der Aktion gemacht wurden, schaffen. Doch die will man nicht veröffentlichen bzw. <a href="http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/al-qaeda/8493391/Osama-bin-Laden-dead-Blackout-during-raid-on-bin-Laden-compound.html">spricht nun von</a> einem angeblichen &#8220;Blackout&#8221; während der Aufnahmen. Diesen sicherlich &#8220;bedauernswerten technischen Fehler&#8221; wird man ihnen aber wohl nicht so leicht abnehmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus völkerrechtlicher Sicht ist das Vorgehen aber in beiden Fällen mindestens umstritten und höchstens durch juristische Tricksereien zu legitimieren. Schon die Frage, ob Bin Laden als Teilnehmer einer Kriegspartei gelten kann, ist schwierig, ebenso die offenbar nicht erfolgte vorherige Zustimmung Pakistans zu dem Einsatz. Bei einer versuchten Festnahme könnte man das Vorgehen <a href="http://www.lto.de/de/html/nachrichten/3171/osama_bin_laden_getoetet_vom_problem_der_staatlichen_license_to_kill/">völkerrechtlich noch rechtfertigen</a>. Sollte es eine gezielte Tötung ohne den Versuch der Festnahme gewesen sein, würde dies schließlich wohl den völkerrechtlichen Regelungen und schließlich auch den Menschenrechten widersprechen. Denn diese gelten auch für die schlimmsten Terroristen. Bin Laden hätte vor ein ordentliches Gericht gehört, auch er hatte das Recht auf einen fairen Prozess. Lynchjustiz darf es nicht geben. Vorstellungen von Rache und Vergeltung haben nichts mit einem aufgeklärten Rechtsstaat gemein.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass in einem Land, das derart von Gewalt, dem Gedanken an Rache und Vergeltung geprägt ist wie die USA, das das Völkerrecht und elementare Menschenrechte immer wieder mit Füßen tritt, das sich der Folter schuldig gemacht und die Todesstrafe hat, die Tötung Bin Ladens teilweise euphorisch gefeiert wird, mag dabei wenig verwundern. Dass aber auch <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/bin-ladens-tod-deutschland-und-das-voelkerrecht-beifall-fuer-blutige-rache-1.1092192">verschiede deutsche Politiker</a> und <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=9278">auch die Bundeskanzlerin</a> äußern, sich über den Tod Bin Ladens zu freuen (ohne etwa die Umstände zu kritisieren oder auf diese nur einzugehen), lässt doch an deren Vorstellungen von Rechtsstaatlichkeit und ihrem &#8220;christlichen Menschenbild&#8221; zweifeln. Über den Tod Bin Ladens muss sicher niemand traurig sein. Er war kein Freiheits- oder Widerstandskämpfer, er war ein Massenmörder. Romantisierungen und Verklärungen sind hier völlig unangebracht. Man kann sicherlich über das Faktum seines Todes erleichtert sein, und ja, man kann eventuell auch erfreut darüber sein. Jedoch geben die Umstände seines Todes auch Anlass zur Sorge &#8211; um die zukünftige Geltung des Völkerrechts und um elementare Prinzipien der Menschenrechte.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Der &#8220;Krieg gegen den Terror&#8221;: Fokus auf Pakistan?</h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" style="float: right; margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;" src="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/Pakistan_map_de.png" alt="" width="200" height="215" />Was bedeutet der Tod Bin Ladens für den Kampf gegen den islamistischen Terrorismus? Die unmittelbaren operationalen Handlungsmöglichkeiten al-Qaidas werden durch ihn kaum eingeschränkt werden. Al-Qaida ähnelt inzwischen einer Art <a href="http://www.fr-online.de/politik/was-osama-bin-ladens-tod-bedeutet/-/1472596/8401364/-/index.html">Franchising-Unternehmen</a>, <a href="http://www.freitag.de/politik/1117-der-scheich-ist-tot">mit</a>, was wohl inzwischen zum Allgemeinwissen gehören dürfte, kleinen, voneinander unabhängigen und autonom agierenden Zellen, von denen <a href="http://www.guardian.co.uk/world/2011/may/04/bin-laden-what-next-alqaida">viele eher lokal agieren</a>. Bin Laden war sicher in den letzen Jahren kein unmittelbarer Kommandant oder oberster Planer, sondern eher eine Art Symbolfigur. Dass einzelne Dschihadisten nun seinen Tod möglicherweise rächen wollen, kann zwar keinesfalls ausgeschlossen werden &#8211; aber auch nicht, dass der Terrorismus auf lange Sicht durch den Wegfall des &#8220;Terrorfürsten&#8221; weniger Anhänger wird mobilisieren können. Durch Bin Ladens Tod könnte zwar manches einfacher werden &#8211; die  verschiedenen und teils recht komplexen Wurzeln des islamistischen  Terrorismus beseitigt man dadurch jedoch kaum. Es kann beim Bestreben, islamistische Strömungen einzudämmen,  nicht primär darum gehen, Einzelne zu bekämpfen (nun auch nicht die &#8220;neue Nummer 1&#8243; von al-Qaida, über die in den Medien schon eifrig spekuliert wird), sondern eine  Ideologie. Al-Qaidas Versuch, hunderte Millionen von Menschen zu radikalisieren, <a href="http://www.freitag.de/politik/1117-die-mythenmaschine-stottert"> ist fehlgeschlagen</a>. Die &#8220;arabische Welt&#8221; befindet sich vielmehr im demokratischen Aufbruch. Diesen Aufbruch gilt es zu unterstützen und damit den Islamismus für immer mehr Menschen gar nicht erst zu einer Alternative werden zu lassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Durch Bin Ladens Tod ergeben sich aber auch unmittelbare &#8220;taktische&#8221; Veränderungen. Das Versteck Bin Ladens im pakistanischen Abbottabad <a href="http://www.fr-online.de/politik/osamas-paradies-auf-erden/-/1472596/8404238/-/index.html">lag</a> nicht im schwer kontrollierbaren afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet, sondern unweit der Hauptstadt Islamabad. Eine der wichtigsten Militärakademien Pakistans befindet sich dort, im Ort wohnen viele ehemalige Militärs. Dass Bin Laden ohne das Wissen zumindest einiger Mitglieder des pakistanischen Geheimdienstes ISI, dessen Kontakte zu Islamisten alles andere als ein Geheimnis sind, dort Unterschlupf finden und solange unentdeckt bleiben konnte, hält kaum ein Experte für möglich. Teile des pakistanischen Geheimdienstes und Militär unterhalten gute Verbindungen zu den verschiedenen islamistischen Milizen im Land. Man muss es in der Tat wohl so deutlich feststellen: Einem Pakistan, in dem dieser Geheimdienst weiterhin eine so große Rolle spielt, kann kaum getraut werden. Dass Pakistan möglicherweise nicht in die Aktion eingeweiht war oder zumindest <a href="http://www.atimes.com/atimes/South_Asia/ME04Df03.html">vorher nicht darüber informiert wurde</a>, dass es sich um Bin Laden handelte (auch wenn es daran <a href="http://www.fr-online.de/politik/bin-ladens-ende/-/1472596/8408748/-/index.html">Zweifel gibt</a>), ist zwar völkerrechtlich problematisch, aber vor diesem Hintergrund auch nachvollziehbar. Es ist aber wiederum eine schwierige Gratwanderung, denn es ist auch wichtig, den pakistanischen Verbündeten insgesamt &#8220;mitzunehmen&#8221;. An einem Pakistan, das sich nicht einmal mehr offiziell als &#8220;Partner im Kampf gegen den Terrorismus&#8221; versteht, in dem islamistische Gruppen noch mehr Zulauf finden könnten, kann niemand Interesse haben. Dass die USA auch weiterhin ohne Wissen der pakistanischen Regierung <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,760735,00.html">vorgehen wollen</a>, sollte also nicht zur Regel werden. Wo möglich, sollte man sie einbinden und sich nicht noch weiter voneinander entfernen oder gar ein Ende der Zusammenarbeit, wie defizitär sie auch ist, riskieren. Dies muss jedoch nicht daran hindern, gleichzeitig weiter Druck auf die pakistanische Regierung wegen ihres höchst halbherzigen Vorgehens aufzubauen. Dies könnte man jetzt auch besser öffentlich legitimieren, da Pakistan stärker denn je im Zwielicht steht und die Regierung auch innerhalb Pakistans <a href="http://www.nytimes.com/2011/05/05/world/asia/05pakistan.html">in die Kritik gerät</a>. In Pakistan wären politische Reformen notwendig, die den Einfluss des Militärs und des Geheimdienstes begrenzen. Statt das Militär oder die Regierung Pakistans <a href="http://www.project-syndicate.org/commentary/chellaney17/German">sollte</a> man stärker dortige zivilgesellschaftliche Organisationen unterstützen.</p>
<p style="text-align: justify;">Obamas schon zu Beginn seiner Amtszeit geäußerte Forderung,  der Kampf gegen den Terrorismus müsse sich stärker auf Pakistan fokussieren,  erweist sich als richtig. Pakistan kann jedenfalls viel eher als eine &#8220;Basis&#8221; von al-Qaida, ein Zufluchtsort von Terroristen und <a href="http://www.reuters.com/article/2011/05/05/us-pakistan-groups-idUSTRE74426520110505">Ausgangspunkt von internationalen Anschlägen</a> gelten, als Afghanistan, wo die Verbindungen zwischen al-Qaida und den Taliban zusehends <a href="http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/keine-bin-laden-fans/">weniger werden</a> und man nur noch rund 100 al-Qaida-Mitglieder vermutet. Damit ergeben sich aber auch neue Perspektiven für Afghanistan. Es könnte nach Meinung einiger Experten erfolgversprechend sein, nun sozusagen einen Keil zwischen al-Qaida und die Taliban zu treiben und stärkere diplomatische Kontakte zu letzteren aufzunehmen. Eine vorsichtige Einbindung könnte helfen, diejenigen <a href="http://atimes.com/atimes/South_Asia/ME05Df02.html">Taliban mit starken Verbindungen zu al-Qaida</a> zu schwächen, die Gewalt einzudämmen und so stabilisierend wirken. Solch ein Vorgehen <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,760614,00.html">läuft nun offenbar auch schon an</a>. Sollte dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein, könnte dies auch einen schnelleren Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/bin-ladens-tod-und-der-einsatz-am-hindukusch-osama-obama-und-das-afghanistan-dilemma-1.1092830">ermöglichen</a>.</p>
<h3 style="text-align: justify;">&#8220;Sicherheitsgesetze&#8221;: Und täglich grüßt das Murmeltier</h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" style="float: right; margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;" src="http://www.spiegelfechter.com/img/streetv_01.png" alt="" width="200" height="280" />Schließlich ergeben sich auch Auswirkungen auf Deutschland. Es war vorhersehbar: Ganz egal, was irgendwie im Kontext Islamismus/ Terrorismus geschieht &#8211; Unions-Politiker werden es immer nutzen, eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze in Deutschland zu fordern. Es ist kaum ein Ereignis denkbar, wo dies nicht der Fall wäre &#8211; niemals gibt es &#8220;Anlass zur Entwarnung&#8221;, stets sind &#8220;gerade jetzt&#8221; erhöhte Vorsicht und schärfere &#8220;Sicherheitsmaßnahmen&#8221; geboten, egal was auch passiert. Auch jetzt ist dies <a href="http://www.fr-online.de/politik/osamas-gefaehrlicher-tod/-/1472596/8399118/-/index.html">wieder der Fall</a>, man möchte die &#8220;Anti-Terror-Gesetze&#8221;, die Anfang 2012 auslaufen, verlängern. Die Koalition steht offenbar <a href="http://taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/friedrich-und-fdp-koalieren-wieder/">kurz vor einer Einigung</a>, die FDP wird sich allem Anschein nach einmal mehr einlullen lassen und auch von der SPD kommt kein Widerstand, sie will der Verlängerung zustimmen. Dies jedoch würde wohl kaum eine  höhere Sicherheit vor Anschlägen bieten, dafür aber weiter die Grenzen zwischen Polizei und Geheimdiensten verwischen, die Überwachungsmöglichkeiten ausbauen und Freiheit wie Bürgerrechte in Deutschland einschränken. Der &#8220;Kampf gegen den Terror&#8221; dient wieder einmal als Alibi für die Überwachungsstaatswünsche konservativer Politiker.</p>
<p style="text-align: justify;">Um den &#8220;Krieg gegen den Terror&#8221; zu gewinnen, haben die westlichen Staaten unzählige Male das Recht gebeugt &#8211; eventuell auch bei seinem vorläufigen Höhepunkt, der Tötung Bin Ladens. Sein Tod könnte dazu führen, dass sich die Länder des Westens international wie auch innerhalb ihrer Landesgrenzen noch weiter von dem leuchtenden Vorbild an Freiheit und Menschenrechten entfernen, als das sie so gerne gesehen werden möchten. Und das wollen wir Bin Laden doch nicht gönnen &#8211; oder?</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5899/ein-schmaler-grat" target="_blank">[Im Original erschienen beim Spiegelfechter]</a></p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10446&amp;md5=fe35e6b1e496116d1979b20bdd12557c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sozialdarwinistische Partei Deutschlands?</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Apr 2011 18:52:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Thilo Sarrazin darf also Mitglied der SPD bleiben. Alle Anträge auf einen Parteiausschluss, auch der des Vorstands, wurden zurückgezogen, Sarrazin hat eine Erklärung unterschrieben. Wenn man sich diese jedoch genauer anschaut, sieht man, dass Sarrazin darin keineswegs die Inhalte seiner zahlreichen rassistischen und sozialdarwinistischen Äußerungen zurücknimmt. Es ist eine absolut wachsweiche Erklärung ohne jede ...]]></description>
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<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" style="float: right; margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;" src="http://www.spiegelfechter.com/img/sarrazin_01.jpg" alt="" width="200" height="150" />Thilo Sarrazin darf also Mitglied der SPD bleiben. Alle Anträge auf einen Parteiausschluss, auch der des Vorstands, wurden zurückgezogen, Sarrazin hat eine Erklärung unterschrieben. Wenn man sich diese jedoch <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=9192">genauer anschaut</a>, sieht man, dass Sarrazin darin keineswegs die Inhalte seiner zahlreichen rassistischen und sozialdarwinistischen Äußerungen zurücknimmt. Es ist eine absolut wachsweiche Erklärung ohne jede adäquate Distanzierung. Er nimmt nur ein paar Wortverdrehungen vor, stellt sich als  falsch verstanden dar oder bedauert, wenn sich jemand beleidigt fühlt &#8211;  die übliche Taktik, wenn man nichts zurücknehmen und die &#8220;Schuld&#8221; auf die Betroffenen selbst schieben will. Teilweise belegt auch noch die Wortwahl dieser Erklärung, dass er nach wie vor sozialdarwinistische Ansichten vertritt. Man muss so wohl zu dem Ergebnis kommen, dass seine Aussagen, auch die seines Buches &#8220;Deutschland schafft sich ab&#8221;, <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/sarrazin-wird-sein-buch-nicht-veraendern-er-hat-nichts-zurueckzunehmen-1.1090058">an denen er weiter festhält</a>, von nun an als mit sozialdemokratischen Grundsätzen vereinbar gelten. Aussagen Sarrazins wie:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Das Muster des generativen Verhaltens in Deutschland seit Mitte der sechziger Jahre ist nicht nur keine Darwinsche natürliche Zuchtwahl im Sinne von &#8220;survival of the fittest&#8221;, sondern eine kulturell bedingte, vom Menschen selbst gesteuerte negative Selektion, die den einzigen nachwachsenden Rohstoff, den Deutschland hat, nämlich Intelligenz, relativ und absolut in hohem Tempo vermindert.</p>
</blockquote>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">So wurde viel zu lange übersehen, dass die Alterung und Schrumpfung der  deutschen Bevölkerung einhergeht mit qualitativen Veränderungen in deren  Zusammensetzung. Über die schiere Abnahme der Bevölkerung hinaus  gefährdet vor allem die kontinuierliche Zunahme der weniger Stabilen,  weniger Intelligenten und weniger Tüchtigen die Zukunft Deutschlands.</p>
</blockquote>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Es ist nämlich zu    befürchten, dass sie zur überdurchschnittlichen   Vermehrung jener    bildungsfernen und von Transfers abhängigen   Unterschicht beitragen,    welche die Entwicklungsaussichten   Deutschlands verdüstert.</p>
</blockquote>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">So spielen bei  Migranten aus dem Nahen Osten auch  genetische  Belastungen, bedingt durch  die dort übliche Heirat zwischen   Verwandten, eine erhebliche Rolle und  sorgen für den   überdurchschnittlich hohen Anteil an angeborenem  Schwachsinn und   anderen Erbkrankheiten.</p>
</blockquote>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ich  muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat   ablehnt,  für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und   ständig neue  kleine Kopftuchmädchen produziert. Das gilt für 70 Prozent   der  türkischen und 90 Prozent der arabischen Bevölkerung in Berlin.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-10407"></span><br />
<img class="alignright" style="float: right; margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;" src=" http://www.spiegelfechter.com/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/NPDSarrazin.jpg" alt="" width="200" height="267" /> Offensichtlich hofft die SPD-Spitze mit dieser Verfahrensweise, am rechten Rand, bei der ausländerfeindlichen Stammtischklientel, Stimmen fangen zu können. Dies wäre schon schlimm genug. Sarrazins <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/149733">biologistisch begründeter Rassismus</a> unterscheidet sich jedoch qualitativ von üblichen rechtspopulistischen Parolen wie &#8220;Kriminelle Ausländer raus!&#8221;, &#8220;Arbeit zuerst für Deutsche!&#8221;, &#8220;Keine Zuwanderung in die Sozialsysteme&#8221; usw., und auch von der üblichen Islamophobie. Sarrazin vertritt nicht nur nationalistische oder ausländerfeindliche, sondern eindeutig rassistische Ansichten und äußert sozialdarwinistische Thesen, folgt obskuren Vererbungslehren und Gen-Theorien. Er teilt Menschen in nützlichere und unnützlichere, höher- und minderwertige ein. Seine Konzepte könnte man als eine &#8220;milde Form der Eugenik&#8221; bezeichnen &#8211; der zufolge die &#8220;Schwachen&#8221;, &#8220;Minderwertigen&#8221; sich nicht mehr vermehren sollen. Sarrazin ist ein Hetzer, ein Menschenverächter. Er hat in <em>keiner</em> demokratischen Partei etwas verloren. Doch Sarrazin ist nicht ganz alleine mit sozialdarwinistischen Äußerungen in der SPD. So <a href="http://www.zeit.de/online/2006/20/Schreiner?page=all">sagte</a> Franz Müntefering 2006 &#8220;Nur wer arbeitet, soll auch essen.&#8221; Das Bundeswirtschaftsministerium schrieb unter Minister Wolfgang Clement in einem offiziellen <a href="http://www.bmas.de/portal/1914/property=pdf/report__leistungsmissbrauch.pdf">Report</a>:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Biologen verwenden für &#8220;Organismen, die zeitweise oder dauerhaft zur Befriedigung ihrer Nahrungsbedingungen auf Kosten anderer Lebewesen – ihren Wirten – leben&#8221;, übereinstimmend die Bezeichnung &#8220;Parasiten&#8221;. Natürlich ist es völlig unstatthaft, Begriffe aus dem Tierreich auf Menschen zu übertragen. Schließlich ist Sozialbetrug nicht durch die Natur bestimmt, sondern vom Willen des Einzelnen gesteuert.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Dies wäre wohl in einem NS-Lehrbuch kaum anders formuliert worden. Zu zu verstehen ist es wohl im Kontext des Wandels der SPD zur Partei des &#8220;Dritten  Weges&#8221;/der &#8220;Neuen Mitte&#8221; und damit der Hinwendung zu neoliberalen Theorien &#8211;  und in deren Folge der Ideologie des &#8220;Jeder ist sich selbst der Nächste&#8221;. Jedoch muss man fairerweise sagen, dass derlei nicht die Linie der  Partei, auch nicht der Agenda-SPD, war, es sich in der Tat um  Einzelfälle handelte, die auch teilweise scharf kritisiert wurden. Indem man nun aber so weit geht, selbst Sarrazins Ansichten nicht als unvereinbar mit den Werten der SPD zu erklären, sie explizit zu tolerieren, werden Werte wie Freiheit, Gleichheit und Solidarität nur noch Worthülsen. Die SPD ist sicherlich keine sozialdarwinistische Partei &#8211; sie toleriert jedoch nun auch offiziell Sozialdarwinisten. Und das reicht schon.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" style="float: right; margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;" src="http://www.spiegelfechter.com/img/spdu1.jpg" alt="" width="200" height="212" />Die Parteispitze der SPD hat damit endgültig gezeigt, dass sie nicht einmal das geringste Maß an politischen oder moralischen Überzeugungen besitzt, dass sie für ein paar vermeintliche kleine Stimmengewinne (so diese überhaupt erfolgen sollten und nicht durch Verluste aufgrund des Verbleibs Sarrazins übertroffen werden sollten) in der Tat alles machen würde. Die Parteiführung steht damit jedoch keineswegs in Übereinstimmung mit der Basis &#8211; dies zeigt aber wieder einmal nur, was das Berufspolitikertum aus Menschen machen kann. Vor allem zwei Personen stehen dabei im Fokus: Sigmar Gabriel hat sich mit einer <a href="http://www.zeit.de/2010/38/SPD-Sigmar-Gabriel?page=all">sehr deutlichen und fundierten Kritik</a> an Sarrazins &#8220;Thesen&#8221; hervorgetan und er <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/gabriel-ich-haette-mir-ein-anderes-ergebnis-gewuenscht/4105480.html">macht deutlich</a>, dass er sich eine andere Entscheidung gewünscht hätte. Für ihn ist diese Entscheidung nun eine klare politische Niederlage. In einer anderen Rolle tut sich derzeit in der öffentlichen Debatte die Generalsekretärin und Hauptverantwortliche des SPD-Vorstandes für das Verfahren gegen Sarrazin, Andrea Nahles, hervor. Nicht durch intellektuell oder sprachlich fundierte Beiträge – das war ja noch nie ihre Stärke -, sondern dadurch, dass sie die Entscheidung energisch <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/wachsender-unmut-in-der-spd/">verteidigt</a> und fordert, die Debatte um Sarrazin nun zu beenden. (Die Andrea Nahles, die früher einmal als Hoffnung der Parteilinken galt, sich dann aber erstaunlich schnell zur Agenda-2010-Befürworterin wandelte. Gegen diese Berufskarrieristin ist selbst Angela Merkel prinzipientreu.) Aber auch einige andere SPD-Funktionäre <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,759174,00.html">unterstützen</a> die Entscheidung.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus den Ländern und Kreisen, und vor allem aus der Parteibasis jedoch, am stärksten von der Parteilinken und <a href="http://www.jusos.de/aktuell/nachrichten/2011/04/27/kein-platz-fuer-rassismus-der-spd ">von den Jusos</a>, kommt äußerst deutlicher Protest. Es gibt verschiedene Protestformen wie bspw. eine <a href="http://openpetition.de/petition/online/berliner-erklaerung-zur-beendigung-des-parteiordnungsverfahrens-gegen-dr-thilo-sarrazin">Onlinepetition</a>. Die hessischen Jusos <a href="http://www.jusos-hessen.de/node/356">fordern</a> den Rücktritt von  Nahles. Andere gehen weiter. Der Gründer des Arbeitskreises jüdischer Sozialdemokraten, Sergey Lagodinsky, <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/spd-verliert-gruender-der-juedischen-sozialdemokraten-betruebt-und-beschaemt-ein-trauriger-brief-an-andrea-nahles-1.1088932">hat seinen Parteiaustritt erklärt</a>, <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1444506/">ebenso wie</a> der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände Mehmet Tanriverdi. Allgemein werden sich Migranten oder Muslime künftig zwei mal überlegen, ob sie eine  Partei wählen, die jemandem Unterschlupf gewährt, der sie so sehr  und so tiefgründig verachtet. (Darüber hinaus sollte man aber auch klar machen, dass Sarrazin mit seinen Elitentheorien und seinem Sozialdarwinismus weniger gebildete Schichten, Arbeitslose und Arme ebenso sehr verachtet und er sie als von Geburt an minderwertig ansieht. Unter diesen befindet sich, ironischerweise, teilweise gerade auch  die Wählerklientel, bei der die SPD-Spitze hofft, mit der Tolerierung von Rechtsradikalismus und Agitation gegen Ausländer oder Muslime billig-populistisch auf Wählerfang zu gehen.) Die Sarrazin-Entscheidung könnte so für die SPD ähnlich weichenstellend wie die zu den Hartz-Gesetzen und der Agenda 2010 werden – und sie ebenfalls viele Mitglieder wie auch Wählerstimmen kosten. Denn für diejenigen, die sich klassischen sozialdemokratischen Werten verpflichtet fühlen, die gegen jede Form von Rassismus eintreten, für Solidarität und Mitmenschlichkeit, und für die jeder Mensch gleich viel wert ist, kann sie schwerlich noch als politische Heimat dienen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5827/sozialdarwinistische-partei-deutschlands" target="_blank">[Im Original erschienen beim Spiegelfechter]</a></p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10407&amp;md5=5a3e6cf4525bff8a528da88cd28a0d01" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hartz-IV-Regelsatz: Was der Mensch braucht – 2011</title>
		<link>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/04/29/hartz-iv-regelsatz-was-der-mensch-braucht-%e2%80%93-2011/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Apr 2011 18:25:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine empirische Analyse von Lutz Hausstein
Nachdem der Regelsatz beim ALG II zum 1.1.2011 um ganze fünf Euro  angehoben wurde und er damit nach Ansicht vieler Kritiker weiterhin  deutlich zu niedrig liegt, legt Lutz Hausstein nun, wie bereits im letzten Jahr,  eine neue, ausführliche Bedarfsermittlung vor. Wie auch andere  Berechnungen, beispielsweise ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;"><em>Eine empirische Analyse von Lutz Hausstein</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Nachdem der Regelsatz beim ALG II zum 1.1.2011 um ganze fünf Euro  angehoben wurde und er damit nach Ansicht vieler Kritiker weiterhin  deutlich zu niedrig liegt, legt Lutz Hausstein nun, wie bereits <a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2010/02/04/was-der-mensch-braucht/" target="_blank">im letzten Jahr</a>,  eine neue, ausführliche Bedarfsermittlung vor. Wie auch andere  Berechnungen, beispielsweise die des Bündnisses für einen  500-Euro-Eckregelsatz, kommt Hausstein zu dem Ergebnis, daß der aktuelle  Regelsatz nicht den tatsächlichen Bedarf deckt und somit den  verfassungsmäßigen Vorgaben nicht entspricht. Die Weiterverbreitung  unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/de/" target="_blank">CC 3.0 de </a>(BY-NC) ist vom Autor ausdrücklich erwünscht und die Untersuchung steht</em><em> hier</em><em> auch als <a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/Was-der-Mensch-braucht-20111.pdf" target="_self">PDF-Datei zum Download</a> zur Verfügung.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>[Frank Benedikt]<br />
</em></p>
<p><span id="more-10434"></span></p>
<p style="text-align: justify;">_____________________________________________________________</p>
<h2 style="text-align: justify;">WAS DER MENSCH BRAUCHT – 2011</h2>
<p style="text-align: justify;">Empirische Analyse zur Höhe einer sozialen Mindestsicherung</p>
<p style="text-align: justify;">auf der Basis regionalstatistischer Preisdaten</p>
<p style="text-align: justify;">Stand: März 2011</p>
<p style="text-align: justify;">- Lutz Hausstein -</p>
<p style="text-align: justify;">_____________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;">INHALTSVERZEICHNIS</p>
<p style="text-align: justify;">I. Vorbemerkungen:	3</p>
<p style="text-align: justify;">II. Grundlagen der Berechnung:	4</p>
<p style="text-align: justify;">III. Grundannahmen:	5</p>
<p style="text-align: justify;">IV. Bedarfsermittlung:	6</p>
<p style="text-align: justify;">V. Erläuterungen einzelner Positionen:	10</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>A. Reis, Kartoffeln, Eierteigwaren:	10</li>
<li>B. Obst und Gemüse:	10</li>
<li>C. Alkoholika, Tabakwaren:	10</li>
<li>D. Zusatzbeitrag Krankenversicherung:	10</li>
<li>E. Waschmaschine:	10</li>
<li>F. Computer, Monitor, Drucker:	10</li>
<li>G. Transportpauschale:	10</li>
<li>H. Geschirr:	10</li>
<li>I. Telefonanschluss, -gebühren, Internetanschluss, -gebühren:	10</li>
<li>J. Mitgliedsbeitrag Sportverein:	10</li>
<li>K. Monatskarte Nahverkehr:	11</li>
<li>L. Reparaturen:	11</li>
<li>M. Strom:	11</li>
<li>N. Privat-Haftpflicht- sowie Hausrat-Versicherung:	11</li>
<li>O. Eigenanteil Wohnungsinstandhaltung:	11</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">VI. Auswertung:	12</p>
<p style="text-align: justify;">VII. Bewertung:	13</p>
<p style="text-align: justify;">VIII. Schlussfolgerungen:	14</p>
<p style="text-align: justify;">(-2-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>I. Vorbemerkungen:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Jahr 2005 stellte im Zuge der endgültigen Einführung der  Hartz-Gesetze nicht nur für die deutsche Sozialgesetzgebung, sondern  auch für den Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik eine tiefgreifende Zäsur  dar. Denn der durch die Pauschalierung der Sozialleistungen neue, in  der Summe geringere, Betrag kennzeichnet de facto eine Lohngrenze, der  sich seitdem in vielen Wirtschaftsbereichen kontinuierlich von oben  genähert wird. Somit ist die Höhe der Sozialleistungen nicht nur für die  direkt Betroffenen von fundamentaler Bedeutung, sondern auch für die  unter dem zunehmenden Lohndumping leidenden Beschäftigten. Dies wird  auch durch die Anzahl der von Grundsicherung Abhängigen (Stand Februar  2011: 6,5 Mio.) gegenüber der Anzahl der in der offiziellen  Arbeitslosenstatistik Ausgewiesenen (Stand Februar 2011: 3,3 Mio.)  besonders deutlich.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine gerechte Gestaltung der Sozialgesetzgebung, auch bezüglich der  Höhe der Leistungen, betrifft also nicht nur alle in der Statistik  aufgeführten Arbeitslosen. Sie geht auch über die darin nicht mehr  enthaltenen Personen hinaus, welche wegen permanent ausgeweiteten  Kriterien wie absolvierter Weiterbildung, vorübergehender Krankheit,  Ein-Euro-Job, eines Alters über 58 Jahren oder anderen Merkmalen als  „nicht arbeitslos“ statistisch entfernt werden. Sie hat ebensolche  Bedeutung für Millionen von Rentern, Kindern, aber auch Arbeitnehmern,  die in rasant wachsender Zahl in prekären Arbeitsverhältnissen wie  unfreiwilliger Teilzeitarbeit, Leiharbeit oder Niedriglohnbeschäftigung  um ihr Dasein kämpfen müssen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die nachfolgende Untersuchung versteht sich unter diesen  Gesichtspunkten als eine Analyse zur Ermittlung einer sozialen  Mindestsicherung im Sinne einer unter sozialstaatlichen Kriterien nicht  unterschreitbaren Grenze. Sie besitzt somit für alle in der  Bundesrepublik wohnhaften Personen, welche mangels eigenem oder  unzureichendem eigenen Einkommen auf soziale Sicherungsleistungen  angewiesen sind, signifikanten Charakter.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegenstand dieser Untersuchung ist ausschließlich die Höhe der  sozialen Mindestsicherung sowie deren Zustandekommen. Weitere  angrenzende kritikfähige Themenfelder wie Praxis der Arbeitsvermittlung,  Rechtseinschränkungen für ALG-II-Empfänger, die Konstruktion  sogenannter Bedarfsgemeinschaften bleiben hierbei ebenso  unberücksichtigt wie die direkt in die Höhe der Mindestsicherung  eingreifende Sanktionierungspraxis. Die Betrachtung möglicher  Einschränkungen bzgl. Art.11, Art.12, Art.13 GG sowie der  Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen bedürfen einer separaten  Untersuchung. Leitgegenstand dieser Untersuchung ist ausschließlich die  Frage:</p>
<blockquote><p>„Wieviel braucht ein Mensch in der Bundesrepublik  Deutschland zum Zeitpunkt der Untersuchung zum Leben und damit zur  Wahrung seiner grundgesetzlichen Rechte nach Art.1, Art.2 sowie Art.3?“</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">(-3-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>II. Grundlagen der Berechnung:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kurz nach dem Erscheinen der ersten Untersuchung „Was der Mensch  braucht“ im Januar 2010 stand das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe  aufgrund einer Verfassungsklage vor der Aufgabe, die  Verfassungsmäßigkeit der Regelsätze zu bewerten. Hierbei gelangte das  Gericht unter dem Präsidenten Prof. Dr. Papier zu der Auffassung, dass  schon die Berechnung aufgrund ihrer mangelnden Transparenz als  verfassungswidrig zu bewerten sei, sodass eine korrekte Einschätzung  über die Richtigkeit der Höhe zu treffen nicht möglich ist.  Infolgedessen verlangte das BVerfG von der Bundesregierung eine  Neuberechnung der Regelsätze unter der Maßgabe der transparenten  Ermittlung.</p>
<p style="text-align: justify;">Desweiteren wurde dem Gesetzgeber aufgegeben, die bisher pauschaliert  von den Erwachsenen-Regelsätzen abgeleiteten Regelsätze für Kinder  eigenständig zu ermitteln, da Kinder „keine kleinen Erwachsenen“ sind.  Als Grundbestandteile der sozialen Mindestsicherung wurden vom BVerfG  die physische Existenzsicherung sowie eine angemessene Teilhabe am  gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben angeführt, welche  insgesamt als „unverfügbar“ bezeichnet wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">Als weitere Anforderung an die Berechnung der Regelsätze wurde vom  BVerfG ein „sachgerechtes Verfahren nach dem tatsächlichen Bedarf“  gefordert. Hierbei wurden explizit die Statistikmethode auf der  Grundlage der Einkommens- und Verbraucherstatistik wie auch die  Warenkorbmethode für zulässig erklärt. Dies ist insofern bedenklich, da  durch die Statistikmethode keineswegs der Bedarf einer  Bevölkerungsgruppe ermittelt, sondern nur das Ausgabeverhalten einer  anderen Bevölkerungsgruppe untersucht und zum Maßstab erklärt wird. Da  durch die IST-Analyse  der EVS eine Bedarfsunterdeckung der  Vergleichs-Bevölkerungsgruppe keineswegs ausgeschlossen ist, schlösse  sich mit der daraus folgenden Ableitung zwingend eine Unterdeckung der  Regelsatzempfänger an.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese fehlerhafte Kausalkette, aus der statistischen IST-Analyse  einer Bevölkerungsgruppe einen SOLL-Bedarf einer anderen  Bevölkerungsgruppe ableiten zu wollen, muss insofern als ein klassischer  „Sein-Sollen-Fehlschluss“ bewertet werden. Aufgabe hingegen ist, nicht  erst durch die explizite Benennung durch das BVerfG, eine sach- und  realitätsgerechte Bedarfsermittlung. Dieser Bedarf spiegelt die  Bedürfnisse der Hilfeempfänger wider, deren monetäre Sicherstellung  durch ausreichend hohe Leistungen durch den Gesetzgeber zu gewährleisten  ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus vorgenannten Gründen orientiert sich die nachfolgende  Untersuchung ausschließlich an der Warenkorbmethode, da nur unter dieser  Prämisse eine realitätsgerechte Bedarfsermittlung möglich ist. Weitere,  häufig von interessierten Kreisen eingefügte Bedingungen dürfen  keinerlei Berücksichtigung finden, da sie einschränkend wirken und somit  eine Bedarfsermittlung unzulässig verhindern. Dies gilt insbesondere  für das häufig gebrauchte ominöse „Lohnabstandsgebot“, welches gern zur  Verringerung der Sozialleistungen herangezogen wird. Eine verfehlte  gesellschaftliche Verteilungsfunktion kann und darf jedoch unter keinen  Umständen die Grundlage zur Festlegung der Höhe von Sozialleistungen  sein. Dass das Instrumentarium des Gesetzgebers am Arbeitsmarkt zur  Sicherung von angemessenen Entlohnungen hingegen regelmäßig ungenutzt  bleibt, sei in diesem Zusammenhang nur am Rande erwähnt.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus diesen Gründen wird der Untersuchung ein eindeutig definierter  Warenkorb zugrunde gelegt, welcher sich in Inhalt, den jeweiligen Mengen  wie auch den Preisen an der praktischen Realität orientiert. Nur die  Einhaltung all dieser Prämissen kann sicherstellen, dass das Ergebnis  der geforderten Bedarfssicherung gerecht wird und somit die  Anforderungen des Grundgesetzes wie auch des BVerfG-Urteils erfüllt.  Zentrale Zielstellung der empirischen Untersuchung ist die Ermittlung  eines Mindestbetrages, welcher einer jeden, auf dem Boden der  Bundesrepublik Deutschland lebenden Person, unabhängig von Alter,  Geschlecht oder Wohnort, seine unveräußerlichen Grundrechte sichert.  Weitere Personengruppen, die aufgrund ihrer Lebensumstände einen  signifikant abweichenden Bedarf besitzen, wie beispielsweise Kinder,  chronisch Kranke oder Schwangere, werden durch die Untersuchung nicht  abgedeckt und bedürfen einer separaten Bedarfsanalyse.</p>
<p style="text-align: justify;">(-4-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>III. Grundannahmen:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Im Folgenden wird anhand einer praktischen Untersuchung versucht,  einen realitätsnahen Wert für die Höhe einer sozialen Mindestsicherung  zu ermitteln. Dem wird ein an praktischen Bedürfnissen orientiert  gebildeter Warenkorb, fußend auf den Rechten der physischen  Existenzsicherung sowie grundlegenden Anteilen an einer soziokulturellen  Teilhabe, zugrunde gelegt. Der Logik der Untersuchung gemäß wurde vom  Verfasser ein Warenkorb gebildet, dessen Inhalt, Mengen wie auch  zugrundegelegte Preise durch umfangreiche Recherchen in einer großen  Anzahl verschiedenster Bezugsquellen von Einzelhandel, Onlinehandel,  Versandhandel als auch anderen zutreffenden Einkaufsmöglichkeiten  ermittelt wurden. Jede einzelne Position wurde durch mehrere,  voneinander unabhängige, vergleichbare Haushalte bezüglich der  Sachlichkeit der Bereitstellung, der notwendigen Menge und dem  veranschlagten Preis auf Plausibilität gegengeprüft.</p>
<p style="text-align: justify;">Dabei wurde von den folgenden Bedingungen ausgegangen:</p>
<p style="text-align: justify;">(1) Die Ermittlung des Bedarfs erfolgt auf der Grundlage einer  erwachsenen, gesunden Person. Der Bedarf von kranken Hilfeempfängern  bzw. auch von Kindern ist separat zu berechnen und kann auch nicht  mittels einer pauschalierten prozentualen Minderung oder Erhöhung  korrekt ermittelt werden. Diese Personenkreise besitzen einen Bedarf,  der in vielen Punkten grundsätzlich von dem eines gesunden Erwachsenen  abweicht. So wird man einerseits mit einem prozentual verminderten  Bedarf für Kinder an Anzügen, Tabakwaren, Alkohol oder  Hausratversicherungen der Realität keineswegs gerecht, andererseits ist  der höhere Bedarf für Spielwaren, Bekleidung, Lernmittel ebenfalls nicht  pauschaliert, erst recht nicht mit prozentualen Abzügen errechenbar.</p>
<p style="text-align: justify;">(2) Die zugrunde gelegten Güter und Leistungen basieren auf einer  Analyse eines Ein-Personen-Haushalts mit den im Grundgesetz sowie der  Sozialgesetzgebung korrespondierenden Notwendigkeiten zur  Bedürfnisbefriedigung bezüglich materieller Existenz und Teilhabe am  gesellschaftlichen Leben.</p>
<p style="text-align: justify;">(3) Die jeweiligen Mengen wurden durch eine Eigenuntersuchung sowie  Befragungen und Plausibilitätsprüfungen weiterer Personen unter  Beachtung der Kriterien des Punktes (1) ermittelt und gegengeprüft.</p>
<p style="text-align: justify;">(4) Alle Preise unterliegen einer generell sehr starken  Schwankungsbreite. Diese sind regional, teils saisonal, jedoch auch  anbieterspezifisch bedingt. Saisonalen Schwankungen wurde mit einer  Mittelwert-Lösung Rechnung getragen. Regionale Besonderheiten sollten  erfahrungsgemäß innerhalb eines Korridors von unter 10 Prozent liegen,  einzelne Güter, wie z.B. Personennahverkehr und Stromkosten,  ausgenommen. Auch aus diesen Gründen wurden keine absoluten Tiefstpreise  zugrunde gelegt, sondern sich im unterem Segment befindliche Preise.</p>
<p style="text-align: justify;">(5) Die Verwendung des fiktiven „homo oeconomicus“, welcher über eine  vollständige, allumfassende Marktkenntnis verfügt und darüber hinaus in  der Lage ist, diese Kenntnisse durch den Kauf eines einzelnen Produkts  am jeweilig preisgünstigsten Standort zu realisieren, ist absurd. Sowohl  Informationsdefizite als auch logistische Unmöglichkeiten stehen dieser  Annahme grundsätzlich entgegen. Auch aus diesem Grund werden in der  nachfolgenden Untersuchung keine absoluten Minimalpreise in Anwendung  gebracht, sondern Preise im unteren Segment.</p>
<p style="text-align: justify;">(6) Es wurde generell auf die Nutzung von Gebrauchtartikeln  verzichtet, da diese aufgrund ihrer Eigenschaften eine verkürzte  Nutzungsdauer aufweisen und es somit zu einer schnelleren Neuanschaffung  kommen würde. Desweiteren legt eine „Mindestsicherung“ zugrunde, dass  jeder Einzelne des betroffenen Personenkreises auf diese Produkte  Zugriff haben muss. Dies ist jedoch in einer Vielzahl von Fällen, z.B.  für Bewohner ländlicher Regionen, nicht zu gewährleisten.</p>
<p style="text-align: justify;">(7) Derselbe Grund führte dazu, dass Sonderangebote keine  Berücksichtigung finden können. Diese regelmäßig lokalen und temporär  gültigen Ermäßigungen erlauben es einem Großteil der Hilfeempfänger  nicht, auf sie zurückzugreifen.</p>
<p style="text-align: justify;">(8) Mit dem Preis eines Produktes korrespondiert regelmäßig dessen  Qualität und Nutzungsdauer sowie auch dessen wirtschaftliche und, bei  elektrischen Geräten, energetische Effizienz. Bei der Berechnung,  insbesondere langlebiger Wirtschaftsgüter als auch technischer Produkte,  wurde somit eine durchschnittliche qualitätsabhängige  Produktnutzungsdauer zugrunde gelegt.</p>
<p style="text-align: justify;">(9) Eine pauschalierte Zugrundelegung eines 30-Tage-Monats, wie  aktuell praktiziert, ist realitätsfern. Die nachfolgende Berechnung  basiert auf einem 31-Tage-Monat. Es wird empfohlen, den jeweiligen  Monatsbetrag der entsprechenden Tagesanzahl anzupassen.</p>
<p style="text-align: justify;">(10) Einzelne Produkte mit extrem kleinen Mengen bzw. sehr  geringwertige Güter wurden z.T. zu Gruppen zusammengefasst und mit einem  monatlichen Pauschalwert berücksichtigt.</p>
<p style="text-align: justify;">(-5-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>IV. Bedarfsermittlung:</strong></p>
<div id="attachment_17732" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_1.jpg"><img title="tabelle_1" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_1.jpg" alt="" width="548" height="529" /></a>(Abb. 1: Bedarf Nahrungs- und Genussmittel)&nbsp;</p>
</div>
<p style="text-align: justify;">(-6-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<div id="attachment_17740" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_2.jpg"><img title="tabelle_2" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_2.jpg" alt="" width="554" height="251" /></a>(Abb. 2: Bedarf Hygiene, Reinigung, Gesundheit)&nbsp;</p>
</div>
<div id="attachment_17746" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_3.jpg"><img title="tabelle_3" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_3.jpg" alt="" width="563" height="475" /></a>(Abb. 3: Bedarf Bekleidung)&nbsp;</p>
</div>
<p style="text-align: justify;">(-7-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<div id="attachment_17749" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_4.jpg"><img title="tabelle_4" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_4.jpg" alt="" width="589" height="596" /></a>(Abb. 4: Bedarf Einrichtungsgegenstände)&nbsp;</p>
</div>
<div id="attachment_17753" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_5.jpg"><img title="tabelle_5" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_5.jpg" alt="" width="502" height="280" /></a>(Abb. 5: Bedarf elektrische Haushaltsgeräte)&nbsp;</p>
</div>
<p style="text-align: justify;">(-8-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<div id="attachment_17757" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_6.jpg"><img title="tabelle_6" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_6.jpg" alt="" width="560" height="255" /></a>(Abb. 6: Bedarf Gebrauchsgüter)&nbsp;</p>
</div>
<div id="attachment_17761" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_7.jpg"><img title="tabelle_7" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_7.jpg" alt="" width="608" height="275" /></a>(Abb. 7: Bedarf Bildung, Kommunikation, Freizeit, Mobilität)&nbsp;</p>
</div>
<div id="attachment_17768" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_8.jpg"><img title="tabelle_8" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_8.jpg" alt="" width="611" height="167" /></a>(Abb. 8: Bedarf Sonstiges)&nbsp;</p>
</div>
<p style="text-align: justify;">(-9-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>V. Erläuterungen einzelner Positionen:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">A. Reis, Kartoffeln, Eierteigwaren:</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Nahrungsmittel für Hauptmahlzeiten ergänzen sich additiv auf  die zugrunde gelegte Tagesanzahl des Monats. Gleiches gilt für alle  weiteren Substitutionsgüter.</p>
<p style="text-align: justify;">B. Obst und Gemüse:</p>
<p style="text-align: justify;">Obst und Gemüse unterliegen einer besonders starken saisonalen  Preisdynamik. Aus diesen Gründen wurde ein unterer Mittelwert aus  Hochpreis- und Tiefpreis-Saison als Grundlage der Berechnung  herangezogen. Damit wurde einem wirtschaftlichen Handeln Rechnung  getragen, welches einen Verzehr dieser Nahrungsmittel vornehmlich in den  Zeiten der saisonalen Niedrigpreise annimmt.</p>
<p style="text-align: justify;">C. Alkoholika, Tabakwaren:</p>
<p style="text-align: justify;">Die generelle Nutzung von Alkoholika sowie Tabakwaren entspricht dem  gesellschaftlich anerkannten Verhalten. Diesem wurde mit einer, wenn  auch geringen Menge Rechnung getragen.</p>
<p style="text-align: justify;">D. Zusatzbeitrag Krankenversicherung:</p>
<p style="text-align: justify;">Die durch die Bundesregierung zugelassene und inzwischen auch durch  eine zunehmende Anzahl von Kassen durchgeführte Erhebung zusätzlicher  Krankenkassenbeiträge in Höhe von 8 Euro ist bei dieser Berechnung  zwingend zu berücksichtigen. Der angekündigte Sozialausgleich wurde  mithilfe der dubiosen Festlegung einer angeblichen durchschnittlichen  Zuzahlung von Null Euro ausgehebelt und stellt für die Hilfeempfänger  eine weitere erhebliche Belastung dar und gefährdet deren  gesundheitliche Versorgung.</p>
<p style="text-align: justify;">E. Waschmaschine:</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Waschmaschine im Wert von 200 Euro ist im untersten Preisbereich  angesiedelt. Die durchschnittliche Nutzungsdauer eines solchen Gerätes  beträgt erfahrungsgemäß 4 Jahre.</p>
<p style="text-align: justify;">F. Computer, Monitor, Drucker:</p>
<p style="text-align: justify;">Ein Computer gehört heutzutage in fast allen Haushalten zur  technischen Grundausstattung. Er stellt die Basis für  verschiedenartigste Kommunikationsmöglichkeiten dar und ist ebenso für  Arbeitssuchende notwendiges Mittel zur Beschäftigungssuche.</p>
<p style="text-align: justify;">G. Transportpauschale:</p>
<p style="text-align: justify;">Der Kauf größerer Einrichtungsgegenstände wie auch elektrischer  Geräte erfolgt im obigen Zusammenhang i.d.R. als Ersatzinvestition und  somit zeitnah zum Zeitpunkt des Defektes. Eine Zusammenlegung von Käufen  mehrerer Produkte ist damit nur eingeschränkt möglich. Diesem wurde mit  der Zugrundelegung von 1 Transportpauschale beim Kauf von 3  diesbezüglichen Produkten berücksichtigt unter Zugrundelegung einer  jeweiligen Lebensdauer von 8 Jahren für das entsprechende Produkt.</p>
<p style="text-align: justify;">H. Geschirr:</p>
<p style="text-align: justify;">Geschirr unterliegt sowohl einer häufigkeitsbedingten Abnutzung sowie  auch Bruch. Diese Umstände wurden durch die durchschnittliche  Nutzungsdauer eines 6-teiligen Services von 3 Jahren berücksichtigt.</p>
<p style="text-align: justify;">I. Telefonanschluss, -gebühren, Internetanschluss, -gebühren:</p>
<p style="text-align: justify;">Ein zum derzeitigen Preis von 24,99 Euro/Monat erhältliches  Telefon-/DSL-Flat-Paket unterbietet den Preis für einen herkömmlichen  Telefonanschluss zzgl. eines Internetanschlusses. Aus diesem Grund wurde  auf diese Variante zurückgegriffen.</p>
<p style="text-align: justify;">J. Mitgliedsbeitrag Sportverein:</p>
<p style="text-align: justify;">Die Mitgliedschaft in einem Sportverein bietet sowohl die Möglichkeit  für soziokulturelle Kontakte als auch die Möglichkeit zur  Gesunderhaltung des Körpers. Mit einem Beitrag von 11 Euro monatlich  werden Mitgliedschaften in nichtpreisintensiven Sportarten befördert.  Mitgliedschaften exklusiverer Sportarten liegen regelmäßig beträchtlich  über diesem Betrag.</p>
<p style="text-align: justify;">(-10-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;">K. Monatskarte Nahverkehr:</p>
<p style="text-align: justify;">Monatskarten für den Nahverkehr werden in der Bundesrepublik in einer  sehr großen Preisspanne angeboten. Aus diesem Grund ist es unmöglich,  einen allgemeingültigen Betrag zugrunde zu legen. Als Orientierungshilfe  dient deshalb der Betrag eines in einigen Städten erhältlichen  Sozialtickets. Es muss jedoch dabei dringlichst darauf hingewiesen  werden, dass die Mobilitätskosten aus oben genannten Gründen diesen  Ansatz mancherorts um 100 Prozent überschreiten. Sofern keine  anderweitigen Regelungen getroffen werden, ist dringend geboten,  deutschlandweit einheitliche Regelungen zu schaffen, um allen  Betroffenen eine ausreichende Mobilität zu gewährleisten.</p>
<p style="text-align: justify;">L. Reparaturen:</p>
<p style="text-align: justify;">Die Nutzungsdauer langlebiger Wirtschaftsgüter und technischer  Produkte kann signifikant verlängert werden, wenn bei Bedarf notwendige  Reparaturen durchgeführt werden können. Dies gilt umsomehr, da in diesem  Warenkorb ausschließlich preisgünstige und damit technisch anfälligere  Produkte zugrunde gelegt sind. Mit dieser Pauschale soll diesem Rechnung  getragen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">M. Strom:</p>
<p style="text-align: justify;">Bei einem Single-Haushalt wird in der Literatur häufig ein  Stromverbrauch von 1.800 KWh zugrunde gelegt. Dabei wird jedoch davon  ausgegangen, dass sich die betreffende Person nur einen geringen Teil  des Tages in der Wohnung befindet. Die Lebenssituation von  Hilfeempfängern ist jedoch signifikant anders. Dies wird mit dem leicht  erhöhten Stromverbrauch von 2.000 KWh beachtet. Hier ist ebenfalls  darauf hinzuweisen, dass die Stromkosten sehr großen regionale  Unterschiede aufweisen.</p>
<p style="text-align: justify;">N. Privat-Haftpflicht- sowie Hausrat-Versicherung:</p>
<p style="text-align: justify;">Häufige Voraussetzung zum Abschluss eines Mietvertrages ist das  Vorhandensein einer Hausrat-Versicherung. Darüber hinaus kann ein  Nichtbestehen beider Versicherungen von geradezu existentieller  Bedeutung für die finanzschwachen Hilfeempfänger sein.</p>
<p style="text-align: justify;">O. Eigenanteil Wohnungsinstandhaltung:</p>
<p style="text-align: justify;">Regelmäßiger Bestandteil von Mietverträgen sind Eigenanteile von 75  Euro/Jahr für Instandhaltung sowie Reparaturen defekter Geräte oder  Gebrauchsgegenstände. Dieses gilt es zu berücksichtigen.</p>
<p style="text-align: justify;">(-11-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>VI. Auswertung:</strong></p>
<div id="attachment_17773" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_9.jpg"><img title="tabelle_9" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_9.jpg" alt="" width="534" height="191" /></a>(Abb. 9: Gegenüberstellung aktueller Gesamtbedarf / aktueller Regelsatz)&nbsp;</p>
</div>
<p style="text-align: justify;">Diese empirische Untersuchung förderte mit einem aktuellen Bedarf von  697,45 Euro erneut eine eklatante Unterdeckung beim derzeit gültigen  Regelsatz von 364 Euro zutage.</p>
<div id="attachment_17776" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/diagramm_1.jpg"><img title="diagramm_1" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/diagramm_1.jpg" alt="" width="512" height="384" /></a>(Abb. 10: Gegenüberstellung Betrag einer Mindestsicherung / aktueller Regelsatz)&nbsp;</p>
</div>
<p style="text-align: justify;">Den umfangreichsten Ausgabenblock mit über einem Drittel bildet  hierbei zur physischen Existenzsicherung  der Bereich der „Nahrungs- und  Genussmittel“. Der umfassende Komplex „Bildung, Kommunikation,  Freizeit, Mobilität“ stellt mit rund einem Viertel der Ausgaben den  zweitgrößten Bereich dar. Dies ist nicht unmaßgeblich auf die im  Verhältnis hohen Kosten für Mobilität zurückzuführen. Die im Bereich  „Sonstiges“ zusammengefassten weiteren Kosten sind mit rund 16 Prozent  der drittgrößte Ausgabeblock, welcher sich zu großen Teilen aus den vom  Hilfeempfänger nur wenig beeinflussbaren hohen Kosten für Strom  ableitet.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<div id="attachment_17778" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/diagramm_2.jpg"><img title="diagramm_2" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/diagramm_2.jpg" alt="" width="568" height="208" /></a>(Abb. 11: Anteile der sozialen Mindestsicherung)&nbsp;</p>
</div>
<p style="text-align: justify;">(-12-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;">Bei genauerer Betrachtung der einzelnen Kategorien fällt ins Auge,  dass die gesamten 364 Euro des aktuell geplanten Regelsatzes schon  allein durch die Maßnahmen zur unmittelbaren Existenzsicherung mehr als  nur ausgeschöpft sind. Hierbei überschreitet die Summe der Lebensmittel  (ohne Genussmittel), Hygiene, Reinigung und Gesundheit sowie vertraglich  zu zahlende Beträge (Tageszeitung, Telefon-, Internetgebühren,  Mitgliedschaft Sportverein, Strom, Hausrat- und  Privathaftpflicht-Versicherung, Wohnungsinstandhaltung,  Warmwasseraufbereitung), welche als nichtabwendbar angesehen werden  müssen, den derzeitigen Regelsatz im Ganzen.</p>
<div id="attachment_17785" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_10.jpg"><img title="tabelle_10" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/tabelle_10.jpg" alt="" width="585" height="154" /></a>(Abb. 12: Gegenüberstellung reale unabweisbare Kosten / aktueller Regelsatz)&nbsp;</p>
</div>
<div id="attachment_17788" style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/diagramm_3.jpg"><img title="diagramm_3" src="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/diagramm_3.jpg" alt="" width="710" height="304" /></a>(Abb. 13: Gegenüberstellung: reale unabweisbare Kosten / aktueller Regelsatz)&nbsp;</p>
</div>
<p style="text-align: justify;"><strong>VII. Bewertung:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auch die aufgrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts  vorgenommene Neuermittlung des Regelsatzes erweist sich bei  detaillierter Überprüfung als eklatant zu niedrig. Den Betroffenen  werden ein weiteres Mal die verfassungsrechtlich zugesicherten  Teilhaberechte durch eine politisch motivierte Entscheidung  vorenthalten. Damit ignoriert die Bundesregierung nicht nur die im  BVerfG-Urteil explizit benannten Grundsätze der Bedarfssicherung und  Realitätsgerechtigkeit, sondern verstößt ein weiteres Mal gegen das  Grundgesetz, welchem sie verpflichtet ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Lage von direkt auf die  Regelleistungen angewiesene hohe Anzahl Langzeitarbeitsloser, sondern in  gleichem Maße auf die im selben Ausmaß betroffenen sogenannten  Aufstocker und, nicht zuletzt, bis in weite Kreise der noch oberhalb des  Regelsatzes liegenden Lohnsektors Arbeitenden, deren Zahl in den  letzten Jahren immer weiter explosionsartig zunahm und auch weiterhin  stark ansteigend ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Die rein physische Existenz kann für die Betroffenen zwar aufgrund  der nur geringfügigen Differenz zwischen dem Regelsatz und den realen  unabweisbaren Kosten als in großen Teilen gesichert angesehen werden.  Jedoch wird jede darüber hinausgehende Handlung ebenso zuverlässig  ausgeschlossen. Dies betrifft einerseits gesellschaftliche wie auch  kulturelle Teilhabemöglichkeiten, welche damit die sozialen  Interaktionen der Hilfeempfänger größtenteils verhindern. Gleichfalls  sind unter diesen Umständen Ersatzbeschaffungen für defekte  Einrichtungsgegenstände oder Elektrogeräte verunmöglicht worden. Dies  konterkariert besonders die vor kurzem verordnete Richtlinie, welche  zukünftig die Betroffenen zur Rücklagenbildung von 52 Euro für häusliche  Anschaffungen verpflichtet. Wird doch genau dies durch die extreme  Bedarfsunterdeckung verhindert.</p>
<p style="text-align: justify;">(-13-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;">Die zuvor festgestellte Sicherung der rein physischen Existenz lässt  ebenfalls, über die bisher schon genannten Punkte hinaus, keinerlei  Möglichkeiten zum Kauf von Bekleidung für die Betroffenen zu. Dies führt  zwangsläufig dazu, dass sie schon abgenutzte oder gar defekte Kleidung  weiterhin tragen müssen. Aus diesem Grund ist bei den meisten  Betroffenen von einem erzwungen-„freiwilligen“ Rückzug aus der  Öffentlichkeit, aus Scham oder aus Angst vor Diffamierung, auszugehen.  Dies sorgt in hohem Maße zu Verlusten von sozialen Interaktionen und  zerstört in seiner dauerhaften Wirkung bestehende soziale Kontakte. Im  Ergebnis führt diese Entsozialisierung kurzfristig zur personellen  Vereinsamung und langfristig zu Depressionen und häufig damit  einhergehenden psychosomatischen Erkrankungen.</p>
<p style="text-align: justify;">Somit muss konstatiert werden, dass die gezielte politische  Fehlinterpretation des BVerfG-Urteils vom 09.02.2010 und die daraufhin,  unter der Prämisse der Betragsminimierung, durchgeführte Neuermittlung  des Regelsatzes einen schweren Verstoß gegen das Grundgesetz der  Bundesrepublik Deutschland, das Sozialstaatsgebot und die europäischen  Menschenrechte darstellen. Die Hilfeempfänger werden in erheblichem Maße  von elementaren Teilhaberechten wie auch grundlegenden  Lebensnotwendigkeiten abgeschnitten. Ist es schon skandalös genug, dass  diese Grundrechte nach einem Gang durch alle Instanzen bis vor das  Bundesverfassungsgericht über einen Zeitraum von fünf Jahren eingeklagt  werden mussten, so muss diese erneute eklatante Rechtsverletzung umso  schwerer bewertet werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Insofern erscheint es gerechtfertigt zu hinterfragen, inwieweit diese  dauerhafte, schwere Missachtung eines höchstrichterlichen Urteils sowie  des deutschen Grundgesetzes durch Parteien und Politiker einen  juristisch zu ahndenden Tatbestand darstellen. Umso mehr ist dies in  Betracht zu ziehen, wenn durch Politiker und weitere öffentliche  Meinungsführer öffentlich Verdächtigungen, Übertreibungen,  Pauschalierungen, nichtbelegbares und selbstgeschöpftes Daten- und  Zahlenmaterial und weitere Unwahrheiten zu den Hilfeempfängern und ihren  Verhältnissen verbreitet werden, um auf diese Weise das Meinungsbild  gegenüber den Betroffenen in breiten Teilen der Bevölkerung nachhaltig  schwer zu beschädigen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>VIII. Schlussfolgerungen:</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Sowohl die Art und Weise des Zustandekommens als auch das Ergebnis  des aktuellen Regelsatzes von 364 Euro beweisen die Nichtbereitschaft  der politischen Parteien zu einer sachgerechten Lösung, die den  vorgegebenen Kriterien des BVerfG-Urteils und den Vorgaben des  Grundgesetzes entspricht. Ein erneuter Gang durch die Instanzen, welcher  eine ähnliche Verfahrensdauer mit sich führen würde, ist den  Betroffenen kein weiteres Mal zuzumuten. Erst recht nicht, wenn, wie im  Zuge des letzten Urteils geschehen, die rückwirkende Richtigstellung vom  BVerfG aus Staatsbudgetgründen ausgeschlossen wird, obwohl sie an  anderen Stellen, beispielhaft der Bankenrettung, jedoch keinen  Hinderungsgrund darstellten. Darüber hinaus haben die gerade  zurückliegenden Abläufe eindrucksvoll bewiesen, dass auch ein mögliches  erneutes BVerfG-Urteil zur Verfassungswidrigkeit der Regelsätze nicht  zwangsweise zu einer verfassungsgemäßen Neuberechnung führt.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus diesen Gründen sind die folgenden Maßnahmen zwingend zu ergreifen:</p>
<p style="text-align: justify;">(1) Sofortiges Moratorium zur Aussetzung aller sanktionierenden Maßnahmen</p>
<p style="text-align: justify;">(2) Umgehende Einsetzung einer Kommission aus allen  gesellschaftlichen Schichten, zwingend unter Einbeziehung von  Arbeitslosenvertretern sowie unabhängigen Vertretern von Arbeitern und  Angestellten, zur Erarbeitung eines neuen Konzepts zur sozialen  Grundsicherung unter Beachtung der grundgesetzlichen und  sozialstaatlichen Vorgaben</p>
<p style="text-align: justify;">Eine entsprechend hohe soziale Mindestsicherung hat nicht nur eine  soziale, humanistische Komponente, sie hätte gleichfalls bedeutsame  makroökonomische Auswirkungen. Zuzüglich zu den positiven Folgewirkungen  im unteren Lohnbereich würde diese eine Belebung des  binnenwirtschaftlichen Konsums durch die Stärkung der Kaufkraft der  einkommensschwächsten, jedoch konsumtivsten Bevölkerungsteile nach sich  ziehen, der in großen Teilen dem einheimischen kleinen und mittleren  Unternehmertum zugute kommen würde. Die äußerst anfällige und  makroökonomisch schädliche Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft  würde somit nachhaltig verringert werden.</p>
<p style="text-align: justify;">(-14-)<br />
_____________________________________________________________</p>
<p style="text-align: justify;">Nur eine wirksame und nachhaltige Stärkung der einkommensschwächsten  Bevölkerungsteile vermag, unter sonst gleichen Umständen, einer  zusehends labil gewordenen und auseinanderdriftenden Gesellschaft die  dringendst notwendige Stabilität zurückzugeben. Die gesellschaftliche  Jugend benötigt ebenso eine reale Aussicht auf ein lebenswertes Leben in  der Zukunft wie die älteren Bevölkerungsteile ein Leben in Würde und  Anstand. Nur so kann die Gesellschaft vor einem weiteren  Auseinanderbrechen mit den dabei einhergehenden unwägbaren Risiken  bewahrt bleiben. Die Politik hat in den letzten Jahren bei dieser  Aufgabe zunehmend versagt, die Gesellschaft darf dies, auch aus  Eigeninteresse, nicht zulassen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Lutz Hausstein</em></p>
<p style="text-align: justify;">Leipzig, März 2011</p>

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		<title>6, 8, 10</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 16:02:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da war mal wohl etwas unkonzentriert in der Redaktion der Frankfurter Rundschau (obwohl, kein Wunder derzeit). So wurde deren Politik-RSS-Feed heute ausgegeben:
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<p style="text-align: justify;">Da war mal wohl etwas unkonzentriert in der Redaktion der Frankfurter Rundschau (obwohl, kein Wunder derzeit). So wurde deren Politik-RSS-Feed heute ausgegeben:</p>
<p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/6-8-10.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-10426" title="6-8-10" src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/6-8-10.jpg" alt="" width="540" height="155" /></a></p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10418&amp;md5=8745e50dd870ce8e4ff208f391797a7e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Für einen Euro mehr</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 23:40:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Bundesregierung plant, die Zuschüsse für die sogenannten „Ein-Euro-Jobs“ zu kürzen und  strengere Richtlinien für diese aufzustellen. Dadurch wird deren Zahl  zukünftig stark eingeschränkt werden. Dieses Vorhaben ist ein richtiger  Schritt, da in der Vergangenheit dieses arbeitsmarktpolitische  Instrument sehr oft nicht in seinem eigentlichen Sinne benutzt wurde und  Erfolge ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;">Die Bundesregierung <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gesetzesentwurf-zu-ein-euro-jobs-massiver-unmut-ueber-von-der-leyen-vorschlag-1.1086823">plant</a>, die Zuschüsse für die sogenannten „Ein-Euro-Jobs“ zu kürzen und  strengere Richtlinien für diese aufzustellen. Dadurch wird deren Zahl  zukünftig stark eingeschränkt werden. Dieses Vorhaben ist ein richtiger  Schritt, da in der Vergangenheit dieses arbeitsmarktpolitische  Instrument sehr oft nicht in seinem eigentlichen Sinne benutzt wurde und  Erfolge nahezu komplett ausblieben. Zudem stellt sich aber nun um sehr  mehr auch die Frage, ob die Ein-Euro-Jobs und die hinter ihnen stehenden  Ideen überhaupt sinnvoll sind – oder nicht gleich ganz abgeschafft  gehören.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Konzept und Ziele der Ein-Euro-Jobs</h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" src="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/1Euro.jpg" alt="" width="200" height="155" /> Die im offiziellen Neusprech “Arbeitsgelegenheiten mit  Mehraufwandsentschädigung” genannten Ein-Euro-Jobs wurden in Deutschland  seit 2005 im Zuge der Hartz-Gesetze stark ausgebaut. Dabei handelt es  sich um Arbeitsmöglichkeiten für Hartz-IV-Empfänger, die für drei bis  zwölf Monate für 15 bis 30 Stunden die Woche bestimmte Tätigkeiten, die  „im öffentlichen Interesse liegen“, ausführen. Sie erhalten dafür  zusätzlich zu den Hartz-IV-Bezügen einen Stundenlohn von meist zwischen 1  und 1 Euro 50. Es kann sich dabei beispielsweise um Tätigkeiten wie  Park- oder Landschaftspflege, Hausmeistertätigkeiten oder Hilfe in  Pflegeeinrichtungen handeln. Die Beschäftigungsträger der  Ein-Euro-Jobber, bei denen es sich meist um Kommunen, Verbände,  öffentliche Unternehmen oder (auch private) Wohlfahrtskonzerne handelt,  erhalten für die “sozialpädagogische Betreuung” der Teilnehmer zudem bis  zu 500 Euro im Monat. Als Grund wird angeführt, dass vor allem solche  Personen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben,  durch diese Maßnahmen, wie man sich ausdrückt, “gefördert” werden  sollen.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese “Förderung” ist jedoch  nicht freiwillig: Bei Ablehnung droht eine Kürzung des  Arbeitslosengeldes II für drei Monate um mindestens 30%. Solche  Sanktionen kommen keineswegs selten vor. So <a href="http://www.fr-online.de/politik/strafen-gegen-hartz-iv-empfaenger-haeufen-sich/-/1472596/8357158/-/index.html">wurden</a> im letzten Jahr 102.631 Sanktionen ausgesprochen, weil die Betroffenen  sich weigerten, eine als zumutbar eingestufte Arbeit, Ausbildung oder  einen Ein-Euro-Job anzunehmen. Der Begriff “Zwangsarbeit” wäre also für  Ein-Euro-Jobs zumindest nicht immer unangebracht. Als Ziel der  Ein-Euro-Jobs wird angegeben, vor allem Langzeitarbeitslose an den  Arbeitsalltag und einen Tagesrhythmus zu gewöhnen, die Arbeitsdisziplin  zu stärken und ähnliches. Jede Art von Arbeit für Arbeitslose steigere  deren Beschäftigungsfähigkeit und ihre sozialen Fähigkeiten, so eine der  Ansichten dieses im Gedankengebäude des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Workfare">Workfare</a> entwickelten Konzepts. Zudem könne ein zusätzlicher  Nutzen durch  Arbeiten für die Gesellschaft entstehen, für die keine Nachfrage in der  Privatwirtschaft gegeben ist. Sie werden zudem statistisch nicht als  Arbeitslose gezählt – was ein weiterer Grund sein dürfte.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit pro  Jahr 600.000 bis 700.000 teilnehmenden Personen sind Ein-Euro-Jobs das  am häufigsten eingesetzte Aktivierungsinstrument im Rechtskreis des SGB  II. Im März 2011 lag laut Bundesagentur für Arbeit die Zahl der  Ein-Euro-Stellen bei 172.400. Dies ist schon deutlich weniger als in den  letzten Jahren, in Spitzenzeiten gab es bis zu 300.000 Teilnehmer. Die  Gesamtkosten sind dadurch trotz der äußerst niedrigen  Verdienstmöglichkeiten recht hoch: Im Jahr 2010 <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-04/ein-euro-jobs-leyen">wurden</a> für Ein-Euro-Jobs insgesamt 1,7 Milliarden Euro ausgegeben. Bei  derartigen Ausgaben stellt sich die Frage, wie die Realität der  Ein-Euro-Jobs aussieht und ob sie effektiv sind.<span id="more-10404"></span></p>
<h3 style="text-align: justify;">Praxis der Ein-Euro-Jobs: Immer wieder Missbrauch, kaum Erfolge</h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" src="http://www.spiegelfechter.com/img/minilohn.jpg" alt="" width="200" height="177" />In  der Praxis hat sich dabei oft gezeigt, dass Ein-Euro-Jobs nicht so  eingesetzt werden, wie sie offiziell gedacht sind – und das sie die  erhofften Erfolge nicht vorweisen können. So ist eine „Brückenfunktion“  in den regulären Arbeitsmarkt de facto nicht gegeben. Eine Studie des  Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung <a href="http://doku.iab.de/kurzber/2010/kb0410.pdf">besagt</a>,  dass Ein-Euro-Jobs die Chancen für die Teilnehmernden kaum (bei manchen  Bevölkerungsgruppen überhaupt nicht) verbessern, in eine reguläre  Beschäftigung zu kommen. In den ersten Monaten der Teilnahme sinkt ihre  Chance sogar. Und dies sind nur die Zahlen des IAB, also des  Forschungsinstituts der Bundesanstalt für Arbeit. Eine <a href="ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/dp/dp10027.pdf">Studie</a> des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung kommt sogar zu dem  Ergebnis, dass Hartz IV-Empfänger, die einen Ein-Euro-Job annehmen, nach  einem Jahr seltener eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung  erreichen als vergleichbare Langzeitarbeitslose ohne Ein-Euro-Job. Als  Ursachen <a href="http://www.zew.de/de/topthemen/meldung_show.php?LFDNR=1578&amp;KATEGORIE=TOP">vermutet man</a>,  dass die dort vermittelten Qualifikationen an den Erfordernissen des  ersten Arbeitsmarktes vorbeigehen könnten oder dass Langzeitarbeitslose  stigmatisiert würden, wenn die Arbeitgeber diese Tätigkeit als Indiz für  eine mangelnde Beschäftigungsfähigkeit betrachten. Laut  Bundesrechnungshof <a href="http://www.lag-arbeit-hessen.net/fileadmin/user_upload/DST_Auszug_aus_BRH-Bericht_zu_SWL_und_AGH_08_05_08.pdf">bleiben</a> Ein-Euro-Jobs für 3 von 4 Teilnehmern wirkungslos, zeigen keine  Integrationsfortschritte in den ersten Arbeitsmarkt. In Befragungen <a href="http://www.dgb.de/themen/++co++mediapool-8150b8cc80d6bb3417d67dc6dc29722f">glauben</a> 64 Prozent nicht daran, durch einen Ein-Euro-Job wieder in reguläre Beschäftigung zu kommen.  Arbeitgeber <a href="http://doku.iab.de/forschungsbericht/2007/fb0207.pdf">beabsichtigen</a> lediglich bei  2% aller geeigneten Ein-Euro-Jobber, diese in die  Belegschaft zu übernehmen. Es zeigt sich also ein nahezu komplettes  Versagen der Ein-Euro-Jobs, die Beschäftigungschancen der Teilnehmenden  signifikant zu erhöhen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass  Ein-Euro-Jobber sehr häufig in nicht erlaubter Weise eingesetzt werden,  etwa nicht im Sinne einer “zusätzlichen” Tätigkeit, die ohne  Ein-Euro-Jobs nicht ausgeführt worden wäre. Nach Zahlen des  Bundesrechnungshofs <a href="http://www.lag-arbeit-hessen.net/fileadmin/user_upload/BRH_Pruefbericht_AGH_2010_1110.pdf">liegen</a> bei 62% der untersuchten Ein-Euro-Jobs die  Voraussetzungen für eine  Förderung nicht vor.  Meist hatten dabei Ein-Euro-Jobber die selben  Aufgaben wie normal Beschäftigte des Betriebes. Sie werden oft, ganz im  Gegensatz dazu, was das Gesetz vorsieht, als Krankheitsvertretungen oder  zum Überstundenabbau bis hin sogar zum Personalabbau der  Stammbelegschaft <a href="http://doku.iab.de/forschungsbericht/2007/fb0207.pdf">eingesetzt</a>. 45 Prozent der Ein-Euro-Jobber <a href="http://www.dgb.de/themen/++co++mediapool-8150b8cc80d6bb3417d67dc6dc29722f">geben an</a>,   das Gleiche gemacht zu haben, wie die Festangestellten, ein Viertel,  dass dafür eine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich gewesen  sei. Jedoch kann auch das andere Extrem vorkommen, dass Ein-Euro-Jobber  auch vollkommen sinnlose Arbeiten verrichten müssen. So gibt es etwa <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=2574#foot_92">Berichte</a> , dass Ein-Euro-Jobber eingesetzt wurden, um gereinigte Flächen zu  verschmutzen, um sie wieder neu zu reinigen, ein und dieselben Wände  immer wieder streichen oder eine Mauer hochziehen, um sie später  einzureißen und wieder von vorne anzufangen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es zeigt sich hier  ein grundsätzlicher Fehler dieses Konzeptes: Die Träger wollen nicht  selten die großzügigen staatlichen Zuschüsse erhalten. Da Kontrollen  während der Tätigkeiten zur Zusätzlichkeit oder zum Inhalt und Nutzen  der Arbeiten äußerst selten stattfinden, lädt man dazu auch geradezu  ein. Andererseits ist es auch ein zweischneidiges Schwert: Viele der  Arbeiten, die von Ein-Euro-Jobbern ausgeführt werden, sind zweifelsohne  wünschenswert und teilweise auch absolut notwendig für die Gemeinschaft.  Das Problem hier ist, dass gerade die Kommunen in den letzten Jahren  massiv finanzielle Mittel verloren. Dies war jedoch, ganz im Sinne der  neoliberalen Ideologie, politisch so gewollt. Die Lösungs kann jedoch  kaum sein, notwendige Arbeiten durch kaum bezahlte und teilweise zur  Arbeit gezwungene Niedrigstlöhner ausführen zu lassen. Die Kommunen und  die Träger der öffentlichen Daseinsfürsorge müssen vernünftig  ausgestattet werden, um den dort tätigen Menschen einen ihrer Arbeit  angemessenen Lohn zahlen zu können.</p>
<p style="text-align: justify;">Weiterhin  sind die  Ein-Euro-Job-Maßnahmen, so wird immer wieder von verschiedensten Seiten  geäußert, oft nicht zielgruppengenau, nicht an individuellen  Förderungsbedürfnissen ausgerichtet. Mehr noch, sie werden teilweise  willkürlich vergeben. Häufig wird eine sehr schlechte Betreuung während  der Tätigkeiten und das Ausbleiben von Auswertung danach bemängelt.  Befragungen zeigen ebenfalls, dass persönliche Probleme bei den  Betroffenen nur  selten dafür verantwortlich sind, dass sie ohne  reguläre Beschäftigung  sind. Zudem liegen etwa die Qualifikationen der  dort Teilnehmenden nur leicht unter dem Durchschnitt aller Arbeitslosen.  Als tatsächliche Qualifikationswege für besonders arbeitsmarktferne  Personen dienen sie kaum – und verlieren damit einen der wichtigsten  Rechtfertigungsgründe.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch die Wettbewerbsneutralität der  Tätigkeiten ist häufig nicht gegeben. Es gibt dann in diesen Fällen  Wettbewerbsnachteile für Unternehmen, die nicht auf Ein-Euro-Jobber  zugreifen können – was dann zu einer Verdrängung regulärer Beschäftigung  führen kann. Ein-Euro-Jobs und Kombilöhne verzerren auf diese Weise den  Arbeitsmarkt  also noch mehr und verschärfen prekäre gesellschaftliche  Verhältnisse. Auf diese Weise  bergen die Ein-Euro-Jobs, zusammen mit  den <a href="../2010/03/27/kombiloehne-sinnvoll-oder-nicht/">Kombilöhnen</a>,  das Risiko der Konkurrenz zu regulären Beschäftigungsformen und des  Aufbaus eines Niedriglohnsektors. Die Unternehmen entziehen sich ihrer  gesellschaftlichen Verantwortung, sozialversicherungspflichtige  Vollzeitarbeitsplätze zur Verfügung zu stellen und ersetzen diese auf  Kosten der Allgemeinheit durch staatlich geförderte und bezuschusste  Beschäftigungsformen. In diesen Lohndruck können auch andere Unternehmen  und  Lohnbereiche mit hineingezogen werden.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Das Menschenbild dahinter: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“?</h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" src="http://www.spiegelfechter.com/img/h4knast_02.png" alt="" width="200" height="184" />Man  kann  hier auch mit einer grundsätzlicheren Kritik an den  gesamtgesellschaftlichen Zielen und dem Menschenbild, das hinter  Ein-Euro-Jobs (wie auch anderen Maßnahmen der Agenda 2010, der Politik  der „Neuen Mitte“ und des Workfare, oder zusammengefasst, dem  neoliberalen Umbau der Gesellschaft) stehen, ansetzen. (Siehe zu dem  folgenden Absatz: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=2574"> Zur politischen Ökonomie der „Ein-Euro-Jobs“: ideologische und herrschaftliche Hintergründe</a> von Christian Girschner auf den NachDenkSeiten)</p>
<p style="text-align: justify;">So  kann man als letzendliches Ziel der Ein-Euro Jobs die politische  Disziplinierung, Erpressung und Einschüchterung der Arbeitslosen wie der  regulär Beschäftigten sehen. Durch die hohe Arbeitslosigkeit, die  Liberalisierung des Arbeitsmarktes und den Abbau von Sozialleistungen  werden bei den Lohnabhängigen Ängste, soziale Unsicherheit und  Prekarität erzeugt, die auf diese disziplinierend wirken und zur  Unterwerfung unter die Interessen des Kapitals führen sollen. Die  Arbeitslosen werden durch die in Folge der Hartz-Reformen erlassenen  Gesetze entrechtet und die Kontroll-, Überwachungs- und  Disziplinierungsbürokratie wird massiv ausgebaut. Der Mensch soll dabei  komplett zum “Selbstunternehmer” umgeformt werden, der sich unterwürfig  seinem Herrn, dem Kapital, als fleißiger und befehlsgehorsamer Knecht  anpreisen soll –  um zu verhindern, durch den Entzug der  Arbeitslosenleistungen sein Existenzminimum zu verlieren. Mehr noch, die  Menschen sollen diese Rolle als ihr Selbstbild akzeptieren und die  Interessen dieses Herrn so zu ihren eigenen Interessen machen. Ziel ist  es, Löhne zu senken, den Niedriglohnsektor auszuweiten und soziale und  Arbeitnehmerrechte abzuschaffen. Die Ein-Euro-Jobs sollen dabei, so  Girschner, den staatlichen Behörden dazu dienen, die bedingungslose und  unterwürfige Selbstverpflichtung zur Arbeit (unabhängig von ihrer  Qualität, Dauer und Entlohnung) an den Erwerbslosen zu exekutieren und  zu überprüfen.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus einer solchen Perspektive sind Ein-Euro-Jobs,  zumindest in ihrer  derzeitigen Ausgestaltung, ein eindeutiges Hindernis  für eine freie und  gleiche Gesellschaft. Und in der Tat: Teilnehmer an  Ein-Euro-Jobs haben keinen Arbeitsvertrag, keinen Kündigungsschutz,  kein Streikrecht, keinen Anspruch auf Weihnachts- und Urlaubsgeld,  Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, erhalten  keine lohnbezogenen  Sozialversicherungsbeiträge. Somit entspricht diese Beschäftigungsform  all den geheimen Wünschen der Arbeitgeber und ähnelt in ihrer Form,  zusammen mit dem Zwangscharakter und der kaum vorhandenen Vergütung,  fast schon einer modernen Art von Sklaverei. Sie repräsentiert ein Bild  vom Menschen und der Gesellschaft, das dem urmenschlichen Bestreben nach  Abschaffung der Arbeit direkt entgegensteht. Hauptsache arbeiten  scheint die Devise. Und natürlich ist auch eine Vorstellung nach der  Devise “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!” erkennbar. Aktuell  haben zudem CDU-Politiker den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages <a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:arbeitsmarkt-vom-minimalen-nutzen-der-teuren-ein-euro-jobs/60040974.html">beauftragt</a>,  die rechtlichen Grundlagen für die ersatzweise Heranziehung von  Hartz-IV-Beziehern zum gemeinnützigen Dienst anstelle der bisherigen  Zivildienstleistenden zu prüfen. Die mit den Ein-Euro-Jobs geschaffene  Form der Arbeitspflicht (oder zugespitzter:  Zwangsarbeit) ist ihnen  anscheinend nicht genug.</p>
<p style="text-align: justify;">Die von Ein-Euro-Jobs Betroffenen ihrerseits <a href="http://www.dgb.de/themen/++co++mediapool-8150b8cc80d6bb3417d67dc6dc29722f">begrüßen</a> vor allem, durch Ein-Euro-Jobs unter Menschen zu kommen (was die  soziale Ausgrenzung verdeutlicht) und die Verbesserung der finanziellen  Situation (was ihre äußerst schlechte materielle Situation  verdeutlicht). Sie leiden jedoch unter seelischen Problemen, ein Viertel  empfindet die Teilnahme als entwürdigend und nimmt nur aufgrund  drohender Kürzungen teil. Gerade, dass aber so viele selbst auf den  einen Euro Stundenlohn angewiesen sind, zeigt aber ein Hauptproblem der  künftigen starken Einschränkung der Ein-Euro-Jobs. Und hier ist nicht zu  erwarten, dass eine Ersatzmöglichkeit geschaffen werden wird.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Reformvorhaben zu den Ein-Euro-Jobs</h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" src="http://www.spiegelfechter.com/img/uschigg.png" alt="" width="200" height="181" />Zumindest  die Kritik an der Wirksamkeit der Ein-Euro-Jobs und ihrem falschen  Einsatz geht an der Bundesregierung offenbar nicht ganz vorbei – vor  allem, so kann man wohl mutmaßen, da die Privatwirtschaft, vor allem das  Handwerk, sich bedroht sieht und immer wieder heftige Kritik an der  Praxis des Einsatzes von Ein-Euro-Jobbern übt. Das Bundesministerium für  Arbeit und Soziales möchte diese nun beschränken. Es plant dafür  verstärkte Kontrollen der Wettbewerbsneutralität von Ein-Euro-Jobs – für  diese wird eine eigenständige Förderungsvoraussetzung festgesetzt.  Volkswirtschaftliche Nachteile der Ein-Euro-Jobs könnten so in der Tat  ausgeglichen und die Vergrößerung des Niedriglohnsektors zumindest  verlangsamt werden. Die Maßnahmen sollen weiterhin stärker auf  arbeitsmarktferne Personen ausgerichtet werden – also in ihrem  eigentlichen Sinn gebraucht werden, was ebenfalls zu begrüßen ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Schließlich <a href="http://www.fr-online.de/wirtschaft/limit-fuer-ein-euro-jobs/-/1472780/5048134/-/index.html">sollen</a> für Eingliederungshilfen (wie die Ein-Euro-Jobs) im nächsten Jahr  insgesamt nur noch 4,7 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, 1,3  Milliarden weniger als bisher. Dabei soll die Betreuungspauschale auf  150 Euro gesenkt werden. Im Durchschnitt betrug sie 2009 etwa 263 Euro.   Vertreter der Kommunen geben an, diese sei berechtigt, da schwierige  Personengruppen beschäftigt würden und sie unter anderem besonders hohe  Aufwendungen, etwa für die Betreuung von psychisch Kranken oder “anderen  Menschen mit speziellen Problemen, die einer Extra-Hilfe bedürfen”, <a href="http://www.fr-online.de/politik/noch-weniger-ein-euro-jobs/-/1472596/8355956/-/index.html">ausgleiche</a>.  In der Praxis ist dies aber wohl keinesfalls immer der Fall, oft genug  will man sich mit diesen Geldern eher berreichern. Auf jeden Fall müsste  die Verwendung dieser Pauschale deutlich transparenter gestaltet  werden, um solche Mitnahmeeffekte zu vermeiden.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Reaktionen  fallen unterschiedlich aus: Während das Handwerk die Entscheidung  begrüßt, fordern Gewerkschaften und Sozialverbände einen Ausgleich für  die Betroffenen. Caritas, der Deutsche Städtetag und der Paritätische  Gesamtverband <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gesetzesentwurf-zu-ein-euro-jobs-massiver-unmut-ueber-von-der-leyen-vorschlag-1.1086823">befürchten</a>,  dass die Kürzungen schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose treffen  werden. Diese Gefahr könnte in dem Fall tatsächlich gegeben sein, dass  künftig unter den dann zahlenmäßig reduzierten Ein-Euro-Jobbern vor  allem die am besten Qualifizierten unter diesen eingesetzt würden,  anstatt die mit den schwersten Problemen. Der  Paritätische  Wohlfahrtsverband fordert, die Ein-Euro-Jobs, wenn sie wirkungslos sind,  ganz abzuschaffen und dafür einen öffentlich geförderten  Beschäftigungssektor schaffen. Auch der DGB <a href="http://www.dgb.de/presse/++co++8ea09f20-f0bf-11df-5789-00188b4dc422/@@index.html">tritt</a> für einen zweiten, sozialen Arbeitsmarkt ein, wie sogar <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-12/langzeit-arbeitslose-bundesagentur">die Bundesagentur für Arbeit</a>,  die diesen für 200.000 bis 300.000  Arbeitslose fordert, die keine  Chance mehr auf eine reguläre Stelle haben und so eine  Arbeitsgelegenheit erhalten sollen. Den Ein-Euro-Jobs wäre ein solcher  auf jeden Fall vorzuziehen. Ein-Euro-Jobs bieten für  (Langzeit-)Arbeitslose keine besseren Chancen, in eine reguläre  Beschäftigung zu wechseln, sind nicht freiweillig, und stellen oft  Belastungen dar. Einzig der Zusatzverdienst ist ein begrüßenswertes  Element – aber er ist um ein vielfaches zu niedrig. Ein freiwilliger  sozialer Arbeitsmarkt mit regulären Beschäftigungsformen und einer  vernünftigen Entlohnung wäre eine gute Lösung – nur dazu müsste der  politische Wille vorhanden sein.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Weitere Pläne der Bundesregierung zur Arbeitsmarktpolitik</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Bundesregierung plant zum 1. April 2012 außerdem weitere Änderungen in der Arbeitsmarktpolitik. Ein <a href="http://www.bmas.de/portal/51118/property=pdf/2011__03__31__eckpunkte__fuer__gesetz__arbeitsmarktpolitischer__instrumente.pdf">aktueller Referentenentwurf</a> sieht dabei vor allem zwei Punkte vor: Einmal eine Zusammenfassung der  bestehenden arbeitsmarktpolitischen Instrumente zu einigen  Instrumentengruppen, andererseits eine stärkere Dezentralität bei  Entscheidungen über den Einsatz dieser. Man verspricht sich davon unter  anderem Bürokratieabbau und eine bessere Einzelfallbetreuung. Im Prinzip  sind dies richtige Ideen. Jedoch <a href="http://www.freitag.de/politik/1115-von-der-leyens-vergiftete-gabe">wendet</a> etwa der DGB ein, dass die Bundesagentur ihre größeren  Entscheidungsspielräume gar nicht nutzen kann, da ihr gleichzeitig  massiv finanzielle Mittel gestrichen werden: Bis 2014 sollen im  Bundeshaushalt 30 Milliarden beim Sozialetat eingespart werden, 16  Milliarden bei Arbeitslosen; die finanziellen Mittel für die  Arbeitsmarktpolitik werden 2012 um 2,5 Milliarden Euro und danach pro  Jahr um 3 Milliarden Euro zusammengestrichen, außerdem werden der  Bundesagentur 4 Milliarden an  Mehrwertsteuereinnahmen gestrichen. Zudem  beinhalten die Planungen unter anderem auch deutlich negative Punkte,  wie die Gründungszuschüsse umzustrukturieren und vollkommen in  Ermessensleistung umzuwandeln, oder  die Einschaltung von privaten  Arbeitsvermittlern zu erleichtern – sprich: deren Geschäftsgrundlagen  noch weiter zu verbessern. Man könnte auch sagen, der Staat will sich  hier noch weiter aus der Verantwortung stehlen.</p>
<p style="text-align: justify;">Insgesamt sind  einige der arbeitsmarktpolitischen Vorhaben der Bundesregierung zu  begrüßen, können aber kaum die massiven Kürzungen wettmachen. Man zeigt  durch diese, dass man an wirklichen Chancen für die Arbeitslosen kaum  interessiert ist. Die aktive Arbeitsmarktpolitik sollte gerade  ausgebaut, nicht gekürzt werden. Und gerade Erfahrungen aus Ländern mit  besonderen arbeitsmarktpolitischen Erfolgen zeigen, dass  Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose besonders erfolgreich sein  können – hier sollte Deutschland mehr Geld zur Verfügung stellen. Wenn  man die Ein-Euro-Jobs künftig nur bei besonders schwierig vermittelbaren  Langzeitarbeitslosen einsetzt, denen sie wenigstens eventuell  tatsächlich helfen könnten, wäre dies ein richtiger Schritt. Besser wäre  es allerdings, den Mut zu haben, diese moderne Form von Zwangsarbeit  abzuschaffen, und  dafür freiwillige, soziale Arbeitsgelegenheiten mit  einer angemessenen Vergütung zu schaffen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5785/fur-einen-euro-mehr" target="_blank">[Im Original erschienen beim Spiegelfechter]</a></p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10404&amp;md5=1caf1c410f9157071acee4a00f31c8d6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das FDP-Showgirl unter Plagiatsverdacht</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 06:27:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Guttenberg]]></category>
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		<category><![CDATA[Politiker]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach Karl-Theodor zu Guttenberg, Veronica Saß (der Tochter von Edmund Stoiber) und dem CDU-Politiker Matthias Pröfrock steht nun auch die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin unter dem Verdacht, in ihrer Dissertation plagiiert zu haben. Für die FDP dürften diese Vorwürfe einen weiteren Verlust an dem politisch dringend benötigten Wert "Glaubwürdigkeit" bedeuten. Unterdessen muss Guttenberg nun mit ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;">Nach <a href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki">Karl-Theodor zu Guttenberg</a>, <a href="http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/VroniPlag_Wiki">Veronica Saß</a> (der Tochter von Edmund Stoiber) und dem CDU-Politiker <a href="http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Mcp">Matthias Pröfrock</a> steht nun auch die FDP-Politikerin <a href="http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Skm">Silvana Koch-Mehrin</a> unter dem Verdacht, in ihrer Dissertation plagiiert zu haben. Für die FDP dürften diese Vorwürfe einen weiteren Verlust an dem politisch dringend benötigten Wert &#8220;Glaubwürdigkeit&#8221; bedeuten. Unterdessen muss Guttenberg nun mit juristischen Konsequenzen wegen seines Plagiats rechnen.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die Vorwürfe gegen Koch-Mehrin</h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" style="float: right; margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;" src="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/km05.jpg" alt="" width="200" height="141" />Die Dissertation von Silvana Koch-Mehrin trägt den Titel &#8220;Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: die Lateinische Münzunion 1865 – 1927&#8243;. Sie wurde im Jahr 2000 an der Universität Heidelberg eingereicht und 2001 veröffentlicht. <a href="http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Skm">In einem Wiki</a> werden nun immer mehr Stellen aus dieser Arbeit gesammelt, die im Verdacht stehen, abgekupfert zu sein. Zur Stunde kann man diese auf 40 von 227 Seiten zählen. Hinter diesem Wiki, das im Zuge des GuttenPlag-Wikis entstanden ist, <a href="http://www.fr-online.de/politik/koch-mehrin-unter-verdacht/-/1472596/8337090/-/index.html">stehen</a> etwa 30 Personen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, wissenschaftliche Arbeiten von Politikern kritisch zu überprüfen und die wissenschaftliche Integrität eines Doktortitels in Deutschland zu sichern. Positiv anzumerken bleibt hier also einmal mehr die Rolle, die das Netz dabei spielen kann, innovative Formen der Zusammenarbeit unter größtmöglicher Transparenz zu schaffen.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei den gefundenen Stellen handelt es sich oft um exakt wortgleiche Übernahmen, bei mitunter recht langen Stellen wurden teilweise ein paar kleine sprachliche Änderungen vorgenommen. Um zentrale Stellen oder angeblich eigene Forschungsergebnisse handelt es sich hier nach einem ersten Eindruck eher weniger (vieles wurde etwa aus verschiedenen Hand(wörter)büchern abgeschrieben). Dies spielt an sich aber auch keine überaus große Rolle: wichtig ist, dass sämtliche aufgedeckten Stellen nicht belegt sind, also ohne Quellenangabe bleiben. Wie zuverlässig sind diese Funde? Teilweise kann der Leser dem unmittelbar selbst nachgehen, etwa, wenn das entsprechende Werk, aus dem abgekupfert wurde, auch bei Google Books zu finden ist. Das Magazin Stern hat außerdem &#8220;etwa 10 Stellen&#8221; <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/plagiatsfall-silvana-koch-mehrin-die-guttenberg-der-fdp-1674081.html">nachrecherchiert</a> und konnte alle bestätigen. Und bereits beim GuttenPlag-Wiki wurde schon äußerst gewissenhaft gearbeitet. An der Seriosität der Funde besteht also wenig Zweifel.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Universität Heidelberg kündigte am Dienstag an, die Vorwürfe durch den Promotionsausschuss der philosophischen Fakultät überprüfen zu lassen. Der Ausschuss trat heute das erste mal zu diesem Zweck zusammen, die Ergebnisse sollen nach Ostern vorliegen. Die Staatsanwaltschaft in Heidelberg <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/staatsanwaltschaft-heidelberg-prueft-doktorarbeit-von-koch-mehrin/4056484.html">prüft</a> wegen des Verdachts auf Urheberrechtsverletzungen. <span id="more-10381"></span></p>
<h3 style="text-align: justify;">Ganz schön faul</h3>
<p style="text-align: justify;">Man kann wohl davon sprechen, dass Silvana Koch-Mehrin in der Vergangenheit weniger wegen ihrer politischen Ideen oder fachlichen Kompetenz, sondern eher wegen ihres Äußeren aufgefallen ist. Als Stammgast in Polit-Talkshows diente sie eher der optischen Auffrischung denn dem argumentativen Niveau. Auch wenn ihre Auftritte bisweilen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=1gVSRXrJVjk">recht peinlich</a> werden, ist sie dort <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/fdp-koch-mehrin-unter-plagiatsverdacht-hat-silvana-koch-mehrin-abgeschrieben-1.1083866">wie auch im Boulevard</a> stets beliebt, vor allem durch ihre Selbstdarstellung und gelegentlichen plakativen Populismus.</p>
<p style="text-align: justify;">Anders als ihr männliches Pendant zu Guttenberg bot sie aber der Presse kaum Gelegenheit, ihr überdies bestimmte Eigenschaften oder Kompetenzen zuzuschreiben (auch wenn sich die Guttenberg zugeschriebenen der „Ehre“ und des „Anstands“ inzwischen in heiße Luft aufgelöst haben). Vielmehr <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=3980#h23">fiel sie</a> etwa durch massive Fehlzeiten im Europäischen Parlament auf und <a href="http://www.faz.net/s/Rub4D092B53EEAA4A45A7708962A9AD06AF/Doc%7EEAF23FE848FB342629F84718A76687EEC%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">versuchte</a> zudem auch noch, eine Berichterstattung darüber durch eine Klage zu verbieten. Durch besonderen Fleiß zeichnete sie sich also noch nie aus.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignnone" src="http://www.spiegelfechter.com/img/km_01.jpg" alt="" width="550" height="188" /></p>
<p style="text-align: justify;">Im Europäischen Parlament ist sie alles andere als beliebt. Die Wahl zu dessen Vizepräsidentin <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/577/ohrfeige-fur-das-fdp-showgirl">schaffte sie</a> gerade so mit Mühe und Not &#8211; und das nur als kleineres Übel, um einen Rechtsaußen-Kandidaten zu verhindern. Selbstverständlich ist Koch-Mehrin zudem INSM-Mitglied, daneben Gründerin einer Unternehmensberatung, die Unternehmen <a href="http://www.focus.de/politik/ausland/europa-auf-nach-bruessel_aid_206908.html">zeigt</a>, &#8220;wie die Europäische Union funktioniert&#8221;. Alles für sich genommen schon eher Minuspunkte auf der Glaubwürdigkeitsskala.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit der FDP</h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" style="float: right; margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;" src="http://www.spiegelfechter.com/img/km_03.jpg" alt="" width="200" height="XXX" />Dass gerade diese Politikerin bis vor kurzem als eine Hoffnungsträgerin der FDP galt, verdeutlicht deren fast hoffnungslose Situation. Und diese verschärft sich nun weiter. Denn die FDP bräuchte, den Prinzipien des politisch-medialen Betriebs folgend, jetzt vor allem Personen, die glaubwürdig für einen Neuanfang stehen: für eine quasi demütige Abkehr von der Klientelpolitik, vom Lobbyismus, von der Ein-Themen-Partei. Nicht, dass dies tatsächlich eine politische Wende der FDP bedeuten sollte &#8211; es kommt für Wahlerfolge in allererster Linie darauf an, ob die Medien bei der Vermittlung mitspielen.</p>
<p style="text-align: justify;">Neben ihrer Attraktivität konnte Koch-Mehrin bisher vor allem auf die Unterstützung von Guido Westerwelle zählen. Dieser sieht sich nun selbst im politischen Überlebenskampf. Gerade Westerwelle und Brüderle symbolisieren all das, was die FDP zur politische Bedeutungslosigkeit zu verdammen droht &#8211; kleben aber weiter fest auf ihren Sesseln. Personen wie Niebel oder Solms können ebenfalls nicht für einen Neuanfang stehen, notorische Unsympathen wie Birgit Homburger oder Martin Lindner noch weniger. Leutheusser-Schnarrenberger würde mit ihrer politischen Linie kaum eine Mehrheit in der Partei finden. Viel mehr als Rösler, Christian Lindner und Bahr hat sie nicht zu bieten.</p>
<p style="text-align: justify;">Koch-Mehrin aber wird nunmehr kaum für &#8220;höhere Aufgaben&#8221; in der Partei zur Verfügung stehen können &#8211; mehr noch, ihre ganze politische Karriere könnte auf dem Spiel stehen. Die FDP könnte ihrerseits bei dem Versuch, Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit zu suggerieren, einen weiteren Dämpfer erleiden. Eine anti-intellektuelle populistische Stimmungsmache, wie sie im Zuge der Guttenberg-Plagiatsaffäre <a href="http://guardianoftheblind.de/blog/2011/02/27/guttenbergs-plagiat-und-die-kleinburgerliche-intellektuellenfeindlichkeit/">versucht wurde</a>, würde man ihr schließlich kaum abkaufen.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Guttenbergs &#8220;Aufklärung&#8221;</h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright" style="float: right; margin-left: 10px; margin-bottom: 10px;" src="http://www.spiegelfechter.com/img/gutten_01.png" alt="" width="200" />Einzig Koch-Mehrins derzeitiges Schweigen ist wohl eine bessere Strategie als Guttenbergs aggressives Leugnen und Anschuldigungen seinerseits, als die Vorwürfe gegen ihn aufkamen. Gut möglich, dass er gerade dadurch auch die sonst stets bestehende Unterstützung großer Teile der deutschen Medien, zuletzt fast aller außer der Springer-Presse, verloren hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Guttenberg zeigte später ganz klar, was unter der Beteiligung an der Klärung der Fragen hinsichtlich seiner Dissertation, die er <a href="http://www.fr-online.de/politik/-ich-habe-die-grenzen-meiner-kraefte-erreicht-/-/1472596/7507938/-/index.html">angekündigt hatte</a>, wirklich zu verstehen ist: Er <a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/plagiatsaffaere-um-doktorarbeit-gutachten-guttenberg-hat-absichtlich-abgeschrieben-1.1083118">versuchte</a> zunächst über seine Anwälte, gegen eine Veröffentlichung des Untersuchungsberichts der Universität Bayreuth, der besagen soll, dass Guttenberg absichtlich getäuscht hat, vorzugehen. Dass er dabei noch das allerletzte Quäntchen Glaubwürdigkeit verliert, stört Guttenberg offenbar nicht sehr. Erst auf starken Druck aus seiner Partei und auch seitens der Kanzlerin hat er nun der Veröffentlichung <a href="http://www.fr-online.de/politik/guttenberg-stimmt-veroeffentlichung-zu/-/1472596/8341576/-/index.html">zugestimmt</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch die Sache dürfte für ihn damit nicht ausgestanden sein. Zwar <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/plagiatsaffaere-bundestag-verzichtet-auf-strafantrag-gegen-guttenberg-1.1084537">verzichtet</a> der Bundestag &#8211; wenig überraschend &#8211; auf einen Strafantrag gegen Guttenberg. Dieser hatte sich auch des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags bedient, an dessen Werken der Bundestag der Rechteinhaber ist &#8211; Anlass zur Klage hätte also durchaus bestanden. Eine Begründung, warum keine Strafanzeige erfolgte, blieb dann auch aus. Jedoch hat das erste Plagiats-Opfer Guttenbergs diesen nun <a href="http://www.fr-online.de/politik/guttenberg-soll-vor-gericht/-/1472596/8335400/-/index.html">angezeigt</a>, womit nun endlich ein Strafprozess droht. Die Staatsanwaltschaft war zuvor äußerst zögerlich vorgegangen und bezweifelte nach einigen Berichten sogar ein öffentliches Interesse an Ermittlungen gegen Guttenberg &#8211; ein absurdes Vorgehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das künftige Verhalten der deutschen Justiz bei den Plagiatsfällen Guttenberg und nun möglicherweise Koch-Mehrin könnte zu einer Nagelprobe für die politische Unabhängigkeit der deutschen Justiz werden.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5697/das-fdp-showgirl-unter-plagiatsverdacht" target="_blank">[Im Original erschienen beim Spiegelfechter]</a></p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10381&amp;md5=7317d19c7e92caacfc443b8698ff9518" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Guido Knork: Saurons Schergen</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 15:09:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein kleines Webfundstück, das die Geschichtssendungen von Guido Knopp, besonders die zum Zweiten Weltkrieg ("Hitlers Helfer" usw.), parodiert - und auf Mittelerde anwendet:

http://www.youtube.com/watch?v=6exNmNoyP1E
Mit den typischen Elementen der Knopp-Sendungen, natürlich auch mit dem obligatorischen


Davon haben wir alle gar nichts gewusst!

&#160;
Auch sehr schön ist natürlich noch dieses klassische Video von Extra 3:

http://www.youtube.com/watch?v=iZwmDExNWzY]]></description>
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<p style="text-align: justify;">Ein kleines Webfundstück, das die Geschichtssendungen von Guido Knopp, besonders die zum Zweiten Weltkrieg (&#8220;Hitlers Helfer&#8221; usw.), parodiert &#8211; und auf Mittelerde anwendet:</p>
<p><span class="youtube">
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</span><p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=6exNmNoyP1E">www.youtube.com/watch?v=6exNmNoyP1E</a></p></p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=6exNmNoyP1E" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">http://www.youtube.com/watch?v=6exNmNoyP1E</span></a></p>
<p style="text-align: left;">Mit den typischen Elementen der Knopp-Sendungen, natürlich auch mit dem obligatorischen</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">Davon haben wir alle gar nichts gewusst!</p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;">Auch sehr schön ist natürlich noch dieses klassische Video von <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/index.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Extra 3</span></a>:</p>
<p style="text-align: left;"><span class="youtube">
<object width="425" height="344">
<param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/iZwmDExNWzY?color1=d6d6d6&amp;color2=f0f0f0&amp;border=0&amp;fs=1&amp;hl=en&amp;modestbranding=1&amp;loop=&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3&amp;showsearch=0&amp;rel=1" />
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<param name="wmode" value="opaque" />
</object>
</span><p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=iZwmDExNWzY">www.youtube.com/watch?v=iZwmDExNWzY</a></p></p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=iZwmDExNWzY" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">http://www.youtube.com/watch?v=iZwmDExNWzY</span></a></p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10312&amp;md5=8cf8655d2989bd51ee27effb01e1f5b2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>10 Euro Mindestlohn!</title>
		<link>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/04/09/10-euro-mindestlohn/</link>
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		<pubDate>Sat, 09 Apr 2011 13:05:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsmarktpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Einführung eines allgemeinen, flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland würde viele Vorteile bringen.
Zunächst einmal dient er natürlich ganz unmittelbar der Verhinderung von Armutslöhnen. Das Argument der Neoliberalen, dass Arbeitnehmer, die von ihren Löhnen allein nicht leben können, "eben zu unproduktiv sein", ist einfach nur zynisch. (Die Neoliberalen verfallen hier nebenbei dem klassischen Marxschen Warenfetischismus. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;">Die Einführung eines allgemeinen, flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland würde viele Vorteile bringen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zunächst einmal dient er natürlich ganz unmittelbar der Verhinderung von Armutslöhnen. Das Argument der Neoliberalen, dass Arbeitnehmer, die von ihren Löhnen allein nicht leben können, &#8220;eben zu unproduktiv sein&#8221;, ist einfach nur zynisch. (Die Neoliberalen verfallen hier nebenbei dem klassischen Marxschen Warenfetischismus. Der Wert der Arbeit zeigt sich im Kapitalismus nur im Tauschwert und nicht in geschaffenen Gebrauchswerten.) Auch wenn die Neoklassiker davon ausgehen, dass es sich beim Arbeitsmarkt um einen perfekten Markt handelt, liegen sie falsch. Und wer sagt, dass jemand mit einer solchen Einstellung nicht eines Tages dafür plädiert, die Lohnzuschüsse für die &#8220;unproduktiven&#8221; einfach einzustellen? Jeder ist doch ausschließlich für sich selbst verantwortlich in dieser Gesellschaft.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Neoliberalismus setzt derzeit auf Kombilöhne. Diese Methode der staatlichen Bezuschussung von Niedriglöhnen (&#8220;Aufstocken&#8221;), die für über 1 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland gezahlt werden, setzen falsche Anreize, führen zu einer Plünderung des Staates durch Unternehmen, die reguläre Beschäftigung durch Niedriglöhner ersetzen, und vergrößern den Niedriglohnsektor in Deutschland weiter (ausführlicher in <a href="http://guardianoftheblind.de/blog/2010/03/27/kombiloehne-sinnvoll-oder-nicht/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Kombilöhne: sinnvoll oder nicht?</span></a>). Gegen diese Entwicklungen hilft ein Mindestlohn. Auch die Forderung &#8220;Arbeit muss sich lohnen&#8221; und die nach einem Abstand zwischen Löhnen und Transfereinkommen werden statt durch immer weiteres Senken der Sozialleistungen bis unter das Existenzminimum viel besser durch einen Mindestlohn gewährleistet.</p>
<p style="text-align: justify;">Schließlich führt ein Mindestlohn zu einer Steigerung der Nachfrage und des Binnenkonsums, die in Deutschland dringend gegeben ist. In keinem anderen Industrieland sind die Löhne (in den letzten Jahrzehnten wie auch in den unmittelbar letzten Jahren) so wenig gewachsen wie in Deutschland; die Lohnquote fällt dramatisch. Durch seine enorme Exportabhängigkeit, die mit Lohndumping erkauft wurde, gefährdet Deutschland enorm die Stabilität der Eurozone, mehr als die Defizit&#8221;sünder&#8221;.<span id="more-10328"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Erfahrungen aus anderen Ländern <a href="http://www.spiegel.de/karriere/0,1518,748568,00.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">zeigen</span></a>, dass es insgesamt keine beschäftigungshemmende Wirkung eines Mindestlohnes auf eine Volkswirtschaft gibt. Schließlich verlangt auch die Liberalisierung der europäischen Arbeitsmärkte nach gesetzlichen Mindestlohnregelungen. In der EU gibt es  übrigens in 20 von 27 Ländern Mindestlöhne.</p>
<p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/Mindestlöhne.jpg"><img class="size-full wp-image-10368 alignnone" title="Mindestlöhne" src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/Mindestlöhne.jpg" alt="" width="557" height="510" /></a></p>
<p style="text-align: center;">Quelle: <a href="http://www.boeckler.de/pdf/wsimit_2011_03_schulten.pdf" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">WSI-Mindestlohnbericht 2011</span></a></p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.mindestlohn-10-euro.de/"><img class="alignright size-full wp-image-10330" title="zehneuro_aufkleber" src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/zehneuro_aufkleber.jpg" alt="" width="222" height="258" /></a>Im Netz gibt es nun eine Kampagne:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.mindestlohn-10-euro.de/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Mindestlohn 10 Euro</span></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die Forderungen sind:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Gesetzlicher Mindestlohn 10 € brutto &#8211; lohnsteuerfrei!</li>
<li>ALG II: mindestens 500 € Eckregelsatz</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Über die Höhe des Mindestlohnes (und welche Höhe man strategisch am besten fordert) und des Hartz-IV-Satzes (und wie dieser festgelegt werden soll) kann man zwar sicher diskutieren &#8211; aber insgesamt halte ich das Anliegen für unterstützenswert.</p>
<p style="text-align: justify;">Vor allem möchte man Multiplikatoren gewinnen, daher gibt es die Aktion <a href="http://10-euro-mindestlohn.blogspot.com/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">100 Blogs für 10 Euro Mindestlohn</span></a>. Denn das Thema verlangt Aufmerksamkeit. Bei allen Diskussionen um Atomkraft und Energiepolitik sollten wir die dringenden sozialpolitischen Fragen nicht übersehen.</p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10328&amp;md5=3f6052de255f6908e462de46c96618da" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Buchbesprechung: Stéphane Hessel &#8211; Empört Euch!</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 09:55:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Büchlein "Empört Euch!" von Stéphane Hessel (auszugsweise bei der FAZ zu lesen) hat in Frankreich wie international große Aufmerksamkeit erregt und wird als wegweisende politische Streitschrift gefeiert. Der Autor prangert darin aktuelle globale Missstände, vom Abbau der Sozialsysteme und der Dominanz der Finanzmärkte über Fälle von Fremdenfeindlichkeit bis hin zu Umweltzerstörung, an und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3550088833?ie=UTF8&amp;tag=guaroftheblin-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3550088833"><img class="size-full wp-image-9450 alignleft" title="31tqQNDU8bL._SL160_" src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/02/31tqQNDU8bL._SL160_1.jpg" alt="" width="97" height="160" /></a>Das Büchlein &#8220;Empört Euch!&#8221; von Stéphane Hessel (auszugsweise <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EC1B6D3F1EB1945319B3E90D326B4D0EF~ATpl~Ecommon~Scontent.html">bei der FAZ</a> zu lesen) hat in Frankreich wie international große Aufmerksamkeit erregt und wird als wegweisende politische Streitschrift gefeiert. Der Autor prangert darin aktuelle globale Missstände, vom Abbau der Sozialsysteme und der Dominanz der Finanzmärkte über Fälle von Fremdenfeindlichkeit bis hin zu Umweltzerstörung, an und appelliert an die heutigen, vor allem die jüngeren Generationen, diesen gegenüber nicht gleichgültig zu sein, sondern sich zu empören.</p>
<p style="text-align: justify;">So ehrenhaft und richtig die Intentionen des Verfassers sind, liefert der Text jedoch wenig Neues &#8211; und wenig Konkretes. Es handelt sich eher um eine wenig strukturierte Gedankensammlung. In dieser sind die Beschreibungen der heutigen Probleme wenig detailliert ausfallen und die Appelle zum Widerstand gegen diese ziemlich allgemein gehalten. Auch ist Hessels zentrale These, dass nur die Empörung zu politischer Aktivität führen kann und man sich heute Gründe zur Empörung suchen solle, schon recht fraglich. Kann ein solches Engagement nicht auch aus nüchterner Erkenntnis von schweren Fehlern der aktuellen Gesellschaft und der Einsicht in die (sachliche und moralische) Notwendigkeit aktiven Entgegenhaltens entspringen?</p>
<p style="text-align: justify;">Zentraler Inhalt und die Ursache seiner Kritikpunkte ist letztendlich die neoliberale Ausgestaltung der Politik in den letzten Jahrzehnten. Hessel erläutert dabei aber  nur kurz, welche Folgen die neoliberale Politik &#8211; vor allem in Frankreich &#8211; hatte und dass die, wie er sich ausdrückt, „internationale Diktatur der Finanzmärkte“ schädlich ist. Hier hätte man deutlich mehr leisten können. Er benennt zwar recht viele weitere Probleme, beispielsweise den Abbau des Sozialstaats, die Zunahme der internationalen Ungleichheit, die Kriege der USA, wachsende Ausländerfeindlichkeit, die gefährdete Unabhängigkeit der Presse, Rückschritte beim Klimaschutz &#8211; und versäumt es auch nicht, auch Erfolge der letzten Jahre zu benennen &#8211; er liefert jedoch keine genaueren Erklärungen oder gar Analysen, zeigt wenig Zusammenhänge auf.</p>
<p style="text-align: justify;">Zwar führt er aus, dass die heutige Welt komplex sei, es nicht immer leicht sei, &#8220;Schuldige auszumachen&#8221;, neigt aber in seinen wenigen Ausführungen zu gesellschaftlichen Ursachen der kritisierten Probleme dann doch zu Personalisierung (egoistische Banker) statt zu strukturellen Analysen. Auch wenn seine Kritik an Egoismus und an der übergroßen Macht bestimmter Schichten und Akteure über Wirtschaft, Politik und Medien zweifelsohne Richtiges trifft &#8211; die Gefahr, sich in seiner Empörung einen einfachen Sündenbock zu suchen, ist vorprogrammiert. Nur kurz reißt er etwa Themen wie den Wachstumszwang des Kapitalismus an oder mahnt, dass der Abbau des Sozialstaates keineswegs alternativlos ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Als wichtigste heutige Aufgaben der Menschheit sieht er das Eintreten gegen Armut und für internationale Gerechtigkeit, die Menschenrechte und den Zustand der Erde an. Er bietet aber darüber hinaus kein weiteres Gegenprogramm – und nennt auch nicht solche, die die Probleme der Gegenwart angemessen erfassen und zu deren Lösung beitragen könnten. Seine häufige Berufung auf das Regierungsprogramm der französischen Résistance von 1944 &#8211; in dem auch zahlreiche soziale Rechte begründet wurden, die er heute gebrochen sieht &#8211; und auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen wirken leider recht allgemein und zudem, auch wenn sicher nicht so vorgesehen, etwas legalistisch. Freilich ist es auch schon ein großes Verdienst, Probleme aufzuzeigen, Aufmerksamkeit zu schaffen, und man kann sicher nicht erwarten, auf 19 Seiten das Rad neu zu erfinden &#8211; auch wenn manches was er schreibt &#8211; wie, dass es schlecht ist, wenn heute Menschen verhungern und unterdrückt werden &#8211; wohl auch ein Neoliberaler unterschreiben würde. (Die Richtung der Schrift ist aber klar links, und als progressiv einzuordnen.)<span id="more-9440"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/500px-Europe_Ecologie_closing_rally_regional_elections_2010-03-10_n05.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-10288" title="500px-Europe_Ecologie_closing_rally_regional_elections_2010-03-10_n05" src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/500px-Europe_Ecologie_closing_rally_regional_elections_2010-03-10_n05.jpg" alt="" width="173" height="207" /></a>Immer wieder unterbrochen werden diese Punkte durch Erzählungen  Hessels aus seinem Lebenslauf, die aufgrund seiner beeindruckenden Vita  zwar interessant sein mögen, aber direkt dann doch eher wenig mit der  Sache zu tun haben. In der Tat lebt die Schrift vor allem von der  Persönlichkeit Hessels und ihr Erfolg ist wohl zum großen Teil darauf  zurückzuführen, dass sie gerade von ihm geschrieben wurde, von jemandem,  der durch seine Taten eine hohe moralische Autorität besitzt. Positiv  anzumerken ist, dass Hessel nicht darauf verfällt, den Kampf gegen den  Faschismus mit dem (reichlich unkonkreten) Widerstand, den er für heute  verlangt, gleichzusetzen – auch wenn er Parallelen zieht. Er appelliert  an die Notwendigkeit gesellschaftlichen Widerstandes, liefert ein paar  grobe Punkte, wogegen sich dieser Widerstand richten soll, und zeigt,  welche Akteure er als vorbildlich ansieht (attac, Amnesty International,  Fédération Internationale des Ligues des Droits de l’Homme).  Strategien, die Erfolg versprechen könnten, kann man nicht erwarten –  dies bleibt so Aufgabe der gesellschaftlichen Praxis.</p>
<p style="text-align: justify;">Konkreter  wird Hessel lediglich beim Thema Palästina, wo aber leider der Verdacht  eines Verständnisses für Terrorismus aufkommen kann: Mit einer Aussage  wie “Terrorismus eine Erscheinungsform von Verzweiflung” kann man zwar  in bestimmten Fällen Recht haben, macht es sich generell dann aber doch  zu einfach. Begrüßenswert ist aber, dass er Gewalt und Terrorismus nicht  entschuldigt, sondern ganz explizit zur Gewaltlosigkeit und zu  friedlichem Widerstand aufruft. Jedoch drängt sich die Frage auf,  inwiefern die Gefahr gewaltsamer Akte im Namen von Freiheit,  Gerechtigkeit, internationaler Solidarität oder Umweltschutz tatsächlich  gegeben ist – oder ob es nicht fraglicher erscheint, ob sich eine große  und wirksame zivilgesellschaftliche Bewegung für diese Anliegen  überhaupt bilden wird und nicht doch das bestehende System diese  Tendenzen einzudämmen oder zu absorbieren in der Lage sein wird. Hier  jedoch könnte Hessels Aufruf zu einer neuen Aufmerksamkeit und  Aktivierung führen – und damit wäre schon viel gewonnen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der  Schluss, in dem Hessel zu „einem wirklichen, friedlichen Aufstand gegen  die Massenkommunikationsmittel, die unserer Jugend keine andere  Perspektive bieten als den Massenkonsum, die Verachtung der Schwächsten  und der Kultur, den allgemeinen Gedächtnisschwund und die maßlose  Konkurrenz aller gegen alle“ aufruft, wirkt dann doch sehr engsichtig –  er verwechselt ein bloßes Mittel mit der eigentlichen Ursache – und  zudem überaus anachronistisch. Wenn die Massenkommunikationsmittel das  größte Problem der heutigen Zeit wären, bräuchte sich wohl kaum jemand  zu empören. So sehr man sonst mit manchen Personen politisch einer  Meinung sein kann – bei diesen Themen überwiegen dann doch meist die  Generationsunterschiede.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei aller Kritik: Was von Hessels Buch  bleibt, ist die Aufforderung: Öffnet eure Augen für Unrecht in aller  Welt, schaut nicht weg, seid nicht apathisch! Und der Gedanke dieses  Aufrufs ist – bei allen Schwächen des Buches – zweifelsohne  unterstützenswert.</p>
<p style="text-align: justify;">“Empört Euch!” von Stéphane Hessel ist im  Ullstein Verlag erschienen und kostet 3,99 Euro. Der reine Text beträgt  15 Seiten, mit Fußnoten, Nachwort und Erläuterungen 24 Seiten. Am 8.  Juni 2011 wird <a href="http://www.amazon.de/gp/product/355008885X/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=derspiege-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=355008885X">“Engagiert Euch! – Stéphane Hessel im Gespräch mit Gilles Vanderpooten”</a> auf Deutsch erscheinen (ebenfalls im Ullstein Verlag, Kosten 4,99 Euro).</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Bildnachweis Hessel: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Europe_Ecologie_closing_rally_regional_elections_2010-03-10_n05.jpg">Wikimedia (Marie-Lan Nguyen)</a> / <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en">CC-BY 3.0</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5568/buchbesprechung-stephane-hessel-emport-euch" target="_blank">[Im Original erschienen beim Spiegelfechter]</a></p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=9440&amp;md5=2cb3bfb6b1e5c4af7f1871f8c34002b6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Politischer Kindergarten: Trierer FDP will nicht mehr mit den Grünen spielen</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 18:32:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Lokalpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinland-Pfalz]]></category>
		<category><![CDATA[Trier]]></category>

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		<description><![CDATA[Normalerweise schreibe ich ja eher nicht über Lokalpolitik, aber das ist einfach zu schön:
Die Trierer FDP lässt die hier bestehende Ampel-Koalition im Stadrat platzen, wie der Fraktionschef Gilles den Fraktionen von SPD und Grünen am Montagabend in einer kurzen Mail mitteilte. Und warum? Die örtliche Zeitung "Trierischer Volksfreund" schreibt dazu:


Einen Grund gibt Gilles in ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;"><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/800px-Trier_Porta_Nigra_BW_1.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-10306" title="800px-Trier_Porta_Nigra_BW_1" src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/800px-Trier_Porta_Nigra_BW_1.jpg" alt="" width="259" height="177" /></a>Normalerweise schreibe ich ja eher nicht über Lokalpolitik, aber das ist einfach zu schön:</p>
<p style="text-align: justify;">Die Trierer FDP lässt die hier bestehende Ampel-Koalition im Stadrat platzen, wie der Fraktionschef Gilles den Fraktionen von SPD und Grünen am Montagabend in einer kurzen Mail mitteilte. Und warum? Die örtliche Zeitung &#8220;Trierischer Volksfreund&#8221; <a href="http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/trier/Heute-in-der-Trierer-Zeitung-Trierer-FDP-laesst-frisch-versoehnte-Ampel-platzen;art754,2738353" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">schreibt dazu</span></a>:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Einen Grund gibt Gilles in seiner Mail nicht an, bezieht sich aber auf  den Abend der Landtagswahl. Die Grünen hatten bei ihrer Wahlparty  spontan gejubelt, als die erste Hochrechnung über den Bildschirm lief  und feststand, dass die FDP den Einzug ins Landesparlament verpasst  hatte. Sie hätten das als „Häme“ empfunden, teilte Gilles den Grünen  vorige Woche per Mail mit.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Das Jubeln der Grünen bei ihrer Wahlfeier in kleinem Kreis <a href="http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/trier/Heute-in-der-Trierer-Zeitung-Ampel-aus-Kein-neues-Buendnis-in-Sicht;art754,2739457" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">sei</span></a>, so Gilles,  &#8220;durch nichts zu entschuldigen, die  Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Bündnis zerstört&#8221;.<span id="more-10302"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Na das ist doch mal absolut nachvollziehbar und eine verantwortungsvolle Politik der FDP! Die kleinen Grünen waren nicht nett zu der kleinen FDP, haben über sie sogar gelacht, und die kleine FDP will nun nicht mehr mit ihnen spielen und steht nun schmollend in der Ecke des örtlichen Polit-Kindergartens. Und, da wird die FDP nun wohl auch noch eine Weile bleiben müssen, wenn sie mit niemandem zusammenarbeiten will, der nicht über ihre Wahlmisserfolge in tiefe Trauer verfällt.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese kindische Trotzaktion hatte, wie es aussieht, niemand erwartet. Die Trierer Ampel stand zwar schon öfter kurz vor der Auflösung (meist auch eher wegen irgendwelchen Personalkabbeleien und weinger wegen Sachthemen). Aber selbst in der Trierer FDP wusste man offenbar nichts von diesem Schritt. So kritisieren die Trierer Julis das Vorgehen deutlich und <a href="http://www.julistrier.de/2011/04/05/dies-entspricht-nicht-unserer-vorstellung-von-offenem-umgang-miteinander/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">schreiben</span></a>:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">„Der Rückzug aus dem  Ampelbündnis kam für uns alle völlig überraschend. Insbesondere, weil  intern nie wirklich Kritik am Bündnis selbst oder an     dessen Zielsetzung geübt wurde.“ Erklärte Tobias Schneider,  Kreisvorsitzender der JuLis Trier/Trier-Saarburg. (&#8230;)<br />
„Die Entscheidung das  Bündnis einzugehen wurde damals mit großer     Mehrheit auf einem Kreisparteitag getroffen. Diesen Beschluss nun,  ohne vorherige Rücksprache mit Parteibasis oder –vorstand, zu übergehen,  entspricht nicht unserer Vorstellung von offenem Umgang     miteinander.“</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.16vor.de/index.php/2011/04/05/durch-nichts-zu-entschuldigen/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Andernorts wird vermutet</span></a>, dass manche in der Trierer FDP sich nur einen Grund zur Aufkündigung der Koalition gesucht hätten &#8211; einen ziemlich schlechten, muss man nun wohl festhalten.</p>
<p style="text-align: justify;">Die FDP ist und bleibt halt die FDP, in Bund und in der Provinz. Und ebenso die Verfahrensweisen der Parteipolitik. Im Bund entscheidet eine kleine Clique ohne Beteiligung der Parteibasis über Zukunft, Personalwechsel und eventuelle inhaltliche Neuausrichtungen (oder nicht) der FDP, in Trier entscheiden einfach ein paar Leute für alle anderen, ihre gekränkten persönlichen Eitelkeiten über die politische Vernunft zu stellen. Seriöse und verantwortungsvolle Politik wird man beiderorts schwer finden. Gerade bei der FDP.</p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10302&amp;md5=7a894621b6390f3aa5fb858d767292c1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>In eigener Sache: Neue Wege</title>
		<link>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/04/03/in-eigener-sache-neue-wege/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Apr 2011 00:33:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelfechter]]></category>

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		<description><![CDATA[Künftig werden Stefan Sasse (Oeffinger Freidenker / Geschichtsblog), Frank Benedikt von binsenbrenner.de und ich bei Jens Berger auf dem Spiegelfechter mitarbeiten.
Frank, Stefan und ich hatten schon vorher auf binsenbrenner.de zusammengearbeitet und haben bereits länger angedacht, ein politisches Web-Magazin mit Beiträgen mehrerer Autoren herauszugeben - zusammen den Spiegelfechter personell unterstützen zu können, erschien uns da ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;"><a href="http://static.spiegelfechter.com/wordpress/"><img class="alignright size-full wp-image-10274" title="Spiegelfechter" src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/04/Spiegelfechter.jpg" alt="" width="238" height="61" /></a>Künftig werden Stefan Sasse (<em><a href="http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Oeffinger Freidenker</span></a></em> / <em><a href="http://geschichts-blog.blogspot.com/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Geschichtsblog</span></a></em>), Frank Benedikt von <em><a href="http://www.binsenbrenner.de/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">binsenbrenner.de</span></a></em> und ich bei Jens Berger auf dem <em><a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Spiegelfechter</span></a></em> mitarbeiten.</p>
<p style="text-align: justify;">Frank, Stefan und ich hatten schon vorher auf <em>binsenbrenner.de</em> zusammengearbeitet und haben bereits länger angedacht, ein politisches Web-Magazin mit Beiträgen mehrerer Autoren herauszugeben &#8211; zusammen den <em>Spiegelfechter</em> personell unterstützen zu können, erschien uns da dann auch eindeutig als das denkbar Beste.</p>
<p style="text-align: justify;">Politisch sind wir dort nahe genug beeinander, um grundsätzliche Ziele und Überzeugungen zu teilen &#8211; aber nicht zu nah, dass wir immer nur das Gleiche schreiben. <img src='http://guardianoftheblind.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p style="text-align: justify;">Künftig werden Artikel von mir also öfter beim <em>Spiegelfechter</em> erscheinen. Diese werden aber auch immer hier verlinkt und außerdem auch andere (vor allem kleinere oder lustige) Beiträge auf<em> Guardian of the Blind</em> veröffentlicht werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich danke allen Lesern von <em>Guardian of the Blind</em> und hoffe, dass ihre Gunst hier und auch auf der neuen Adresse erhalten bleibt! <img src='http://guardianoftheblind.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p style="text-align: justify;"><em>Markus Weber</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em><br />
</em></p>
<h4 style="text-align: justify;">Links:</h4>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5509/der-spiegelfechter-kriegt-nachwuchs" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5509/der-spiegelfechter-kriegt-nachwuchs</span></a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/04/02/in-eigener-sache-veranderungen-und-fruhjahrsputz/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/04/02/in-eigener-sache-veranderungen-und-fruhjahrsputz/</span></a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2011/04/in-eigener-sache.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2011/04/in-eigener-sache.html</span></a></p>

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		<title>Der SPIEGEL jetzt auch unter EhemaligesNachrichtenmagazin.de erreichbar</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 04:03:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Der SPIEGEL wird, vor allem im Internet, ja gerne mal als "ehemaliges Nachrichtenmagazin" bezeichnet. Damit will man auf den massiven Qualitätsabfall des einstigen "Sturmgeschützes der Demokratie" hinweisen.
In dessen Redaktion aber scheint man tatsächlich Humor zu haben und zu Selbstironie fähig zu sein. Oder hat man da etwas nicht richtig verstanden?
Was auch immer dahinter stecken ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;">Der SPIEGEL wird, vor allem im Internet, ja gerne mal als &#8220;ehemaliges Nachrichtenmagazin&#8221; bezeichnet. Damit will man auf den massiven Qualitätsabfall des einstigen &#8220;Sturmgeschützes der Demokratie&#8221; hinweisen.</p>
<p style="text-align: justify;">In dessen Redaktion aber scheint man tatsächlich Humor zu haben und zu Selbstironie fähig zu sein. Oder hat man da etwas nicht richtig verstanden?</p>
<p style="text-align: justify;">Was auch immer dahinter stecken mag, auf jeden Fall ist die Homepage von SPIEGEL ONLINE jetzt auch unter der Adresse <a href="http://ehemaligesnachrichtenmagazin.de/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">http://ehemaligesnachrichtenmagazin.de/</span></a> erreichbar.</p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10252&amp;md5=9e78f53b4009ddda6a56613e4aea7ae4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Aufgelesen</title>
		<link>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/03/29/aufgelesen-6/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 14:47:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<guid isPermaLink="false">http://guardianoftheblind.de/blog/?p=10146</guid>
		<description><![CDATA[Eine kleine Sammlung aktueller Beiträge und Artikel zu folgenden Themen: 


	Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
	Wahlzoten
	Die deutschen Parteien nach den Landtagswahlen
	Machtkampf in der FDP
	Todesstrafe weltweit
	Fukushima und der Spätkapitalismus
	Zu hohe Unternehmensgewinne
	Journalisten und Twitter
	Zukunftsverweigerer
	Zum Schluss: "Mehr als das Bruttoinlandsprodukt der ganzen Welt"




1. Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

	Wahlanalyse von Wolfgang Lieb und Albrecht Müller auf den NachDenkSeiten: Die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;"><em>Eine kleine Sammlung aktueller Beiträge und Artikel zu folgenden Themen: </em></p>
<ol style="text-align: justify;">
<li><a href="#1">Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz</a></li>
<li><a href="#2">Wahlzoten</a></li>
<li><a href="#3">Die deutschen Parteien nach den Landtagswahlen</a></li>
<li><a href="#4">Machtkampf in der FDP</a></li>
<li><a href="#5">Todesstrafe weltweit</a></li>
<li><a href="#6">Fukushima und der Spätkapitalismus</a></li>
<li><a href="#7">Zu hohe Unternehmensgewinne</a></li>
<li><a href="#8">Journalisten und Twitter</a></li>
<li><a href="#9">Zukunftsverweigerer</a></li>
<li><a href="#10">Zum Schluss: &#8220;Mehr als das Bruttoinlandsprodukt der ganzen Welt&#8221;</a></li>
</ol>
<p><span id="more-10146"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><a name="1"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">1. Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz</h4>
<ul>
<li>Wahlanalyse von Wolfgang Lieb und Albrecht Müller auf den NachDenkSeiten: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=8840" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Die &#8220;überlagerten&#8221; Wahlen</span></a></li>
</ul>
<ul>
<li>André Tautenhahn: <a href="http://tautenhahn.blog.de/2011/03/27/wahlergebnissen-10900679/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Zu den Wahlergebnissen</span></a></li>
</ul>
<ul>
<li>Jens Berger über die Wahlerfolge der Grünen: <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/5463/die-neue-volkspartei-die-keine-ist" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Die neue Volkspartei, die keine ist</span></a></li>
</ul>
<ul>
<li>Und noch was Nettes:<br />
<blockquote><p>Die SPD wird mit 666 666 Landesstimmen erneut stärkste Partei in Rheinland-Pfalz.</p></blockquote>
<p>Quelle: <a href="http://www.wahlen.rlp.de/ltw/presse/lwl11015.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz</span></a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="2"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">2. Wahlzoten</h4>
<p style="text-align: justify;">Wer kennt sie nicht, die immergleichen Floskeln und Phrasen, die an Wahlabenden immer und überall zu hören sind? Unter dem Begriff &#8220;Wahlzoten&#8221; haben sich in den letzten Tagen viele Beispiele für diese angesammelt.</p>
<ul>
<li><a href="http://twitter.com/#search?q=%23wahlzoten" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Wahlzoten bei Twitter</span></a></li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://twitpic.com/4dvrcx" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Das Bullshit-Bingo der Wahrheit &#8211; Das Spiel für den Wahlabend</span></a> (aus der taz)</li>
</ul>
<ul>
<li>Feynsinn: <a href="http://feynsinn.org/?p=7648" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Nur Gewinner an der Phrasenbörse</span></a></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="3"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">3. Die deutschen Parteien nach den Landtagswahlen</h4>
<p style="text-align: justify;">Ein ausführlicher Artikel von Stefan Sasse mit einer Beschreibung des derzeitigen Zustandes und der Probleme der deutschen Parteien: <a href="http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2011/03/baden-wurttemberg-und-daruber-hinaus.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Baden-Württemberg und darüber hinaus</span></a></p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="4"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">4. Machtkampf in der FDP</h4>
<p>Frankfurter Rundschau: <a href="http://www.fr-online.de/politik/bruederle-bleibt-minister----macht-doch-spass-/-/1472596/8278020/-/index.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">FDP: Brüderle bleibt Minister &#8211; &#8220;macht doch Spaß&#8221;</span></a></p>
<blockquote><p>Rainer Brüderle lehnt einen Rücktritt als Bundeswirtschaftsminister ab. Er wolle im Amt bleiben, „natürlich, macht doch Spaß“, sagte er.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Na das ist natürlich das Wichtigste, dass es dem Minister Spaß macht! Vielleicht hatte Herr Brüderle bisher auch ein bisschern zu viel Wert auf Spaß gelegt. So hat er sich z.B. seinen Mitarbeitern vorgestellt:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ich muss auch sagen, der, die Art des Umgangs miteinander &#8211; ähm &#8211; auch da hilft ja immer wieder auch gemeinsame Zuneigung zu bestimmten Getränken. In Berlin muss ich da vorsichtig sein, in Mainz sag ich da immer: Wer überhaupt nichts trinkt, ist verdächtig.</p>
<p style="text-align: justify;">(ins Hochdeutsche transkribiert, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=PIQKR1bhcC8" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Quelle</span></a>)</p>
</blockquote>
<p>Und in der FDP gibt es noch mehr Unruhe. Siehe Spiegel Online: <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,753749,00.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">FDP in Aufruhr: Auftakt zur liberalen Schlammschlacht</span></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Nach einem Bericht der &#8220;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&#8221; (FAZ) soll der Außenminister und Vizekanzler versucht haben, Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und Fraktionschefin Birgit Homburger zum Rücktritt zu bewegen.<br />
Und zwar durch ein internes Bündnis mit Jungpolitikern. (&#8230;)</p>
<p style="text-align: justify;">Rösler sollte demnach Bundeswirtschaftsminister werden, der bisherige Gesundheits-Staatssekretär Bahr dann Gesundheitsminister. Im Gegenzug, so die FAZ, hätten sie Westerwelle beim Angriff auf Brüderle und Homburger unterstützen sollen. Das aber sei misslungen, so das Blatt weiter und zitiert eine namenlose Quelle mit der süffisanten Bemerkung: &#8220;Obwohl Rösler sich schon als Wirtschaftsminister sah.&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Auch Gerhart Baum, einer der letzten Bürgerrechtsliberalen in der FDP, fordert die &#8220;Jungpolitiker&#8221; in der FDP auf, Machtkämpfe aufzunehmen. Es stimmt schon, dass diese mehr politische Bereiche ansprechen als die  &#8220;ältere Garde&#8221; (sprich: mehr als nur Steuersenkungen) und etwa auch  Bürgerrechtsthemen nicht ganz so wie diese vernachlässigen. Beim Wirtschaftsliberalismus aber kann ich nicht unbedingt große Unterschiede erkennen &#8211; man denke etwa an Röslers Kopfpauschale.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="5"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">5. Todesstrafe weltweit</h4>
<p>amnesty international: <a href="http://www.amnesty.de/2011/3/27/todesstrafe-weltweit-henkerstaaten-zunehmend-isoliert" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Todesstrafe weltweit: Henkerstaaten zunehmend isoliert</span></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Weniger Hinrichtungen weltweit und mehr Staaten, die die Todesstrafe  nicht vollstrecken &#8211; das ist die Bilanz der heute veröffentlichten  Zahlen von Amnesty International zur Todesstrafe. Nach  Amnesty-Informationen wurden 2010 mindestens 527 Menschen in 23 Ländern  hingerichtet und mehr als 2.000 Menschen in 67 Ländern zum Tode  verurteilt. 139 Länder haben die menschenverachtende Strafe im Gesetz  abgeschafft oder in der Praxis ausgesetzt &#8211; zuletzt Gabun und die  Mongolei. Die UNO trat erneut mit einer Resolution für einen weltweiten  Hinrichtungsstopp ein. 58 Länder halten jedoch an der Todesstrafe fest. (&#8230;)</p>
<p style="text-align: justify;">China hält Angaben zu Todesurteilen und Hinrichtungen weiter geheim,  Amnesty schätzt, dass die Zahlen in die Tausende geht. Neben China  vollstreckten Iran (mind. 252), Nordkorea (mind. 60), Jemen (mind. 53),  die USA (46) und Saudi-Arabien (mind. 27) die meisten Todesurteile.  Weltweit sitzen mehr als 17.000 Menschen in Todesszellen.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die Zahlen mögen, im Vergleich gesehen, vielleicht zwar ein wenig hoffnungsvoll stimmen, doch ebenfalls hält amnesty fest:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Auffallend ist außerdem, dass einige Länder verstärkt Todesurteile für  Drogenvergehen, Wirtschaftsdelikte, einvernehmliche sexuelle  Beziehungen zwischen Erwachsenen oder Gotteslästerung verhängen&#8221;, sagte  Amnesty-Experte Hendrich.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Für mich zeichnet sich weltweit eher eine zunehmende Spaltung denn ein Zusammenwachsen in Hinblick auf die Achtung von Menschenrechten ab.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="6"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">6. Fukushima und der Spätkapitalismus</h4>
<p style="text-align: justify;">Eine interessante Betrachtung aus wertkritischer Sicht von Tomasz Konicz:  <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34405/1.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Das System ist die Katastrophe</span></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Aus dieser gesamtgesellschaftlichen Eigenbewegung des  Kapitals, das einfach nach einer möglichst hohen Verwertungsrate  strebt, resultieren die absurdesten Entwicklungen, denen wir uns  konfrontiert sehen: Es ist schlichter Irrsinn, Güter massenhaft um den  ganzen Erdball zu transportieren, weitere Kernkraftwerke in  Erdbebengebieten zu errichten oder trotz zunehmenden Klimawandels immer  mehr Autos zu fabrizieren. Und trotzdem werden all diese Entwicklungen  auf globaler Ebene noch zunehmen, es werden mehr Ressourcen und Energie  verbraten werden, weil aus Geld mehr Geld werden muss.<br />
Das System ist die Katastrophe. Die gesamte menschliche Zivilisation ist  zu einem Abfallprodukt der Kapitalverwertung verkommen, und die um sich  greifenden Krisentendenzen deuten schlicht darauf hin, dass die  Menschheit sich nicht mehr rentiert.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="7"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">7. Zu hohe Unternehmensgewinne</h4>
<p style="text-align: justify;">Ökonomenstimme: <a href="http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2011/03/die-mutter-aller-finanzkrisen-zu-hohe-unternehmensgewinne/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Die Mutter aller Finanzkrisen: zu hohe Unternehmensgewinne</span></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Der Boom der toxischen Kredite ist die realwirtschaftliche Folge der  Überschüsse im Unternehmenssektor und der damit verbundenen schiefen  Verteilung der Haushaltseinkommen. (&#8230;)</p>
<p style="text-align: justify;">In Deutschland etwa sank der Anteil der Löhne an der  Bruttowertschöpfung des Unternehmenssektors von 1992 bis 2007 (dem  letzten Jahr vor der Krise) von 66,7 auf 56,4 Prozent. Im selben  Zeitraum verwandelte sich ein Nettofinanzierungsdefizit von 5,2 Prozent  in einen Überschuss von 3 Prozent der Bruttowertschöpfung. Andere Faktoren, die zur Trendwende bei der Unternehmensfinanzierung  beigetragen haben sind der sinkende Anteil der Investitionen (von 22,1  auf 17,3 Prozent der Wertschöpfung zwischen 1992 und 2007), sowie der  Steuerwettbewerb bzw. die sinkende Steuerlast der Unternehmen.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="8"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">8. Journalisten und Twitter&#8221;</h4>
<p style="text-align: justify;">Der Pressesprecher der Bundesregierung Steffen Seibert hat seit kurzem einen <a href="http://twitter.com/RegSprecher" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Twitter-Account</span></a>. Dieser war auch Thema bei einer Regierungspressekonferenz (<a href="http://wiegold.wordpress.com/2011/03/28/wenn-der-regierungssprecher-twittert/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">via</span></a>).  Beim Lesen von deren <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1516/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2011/03/2011-03-25-regpk.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Mitschrift</span></a> kommt man von Facepalm- oder &#8220;Kopf gegen die Tischplatte&#8221;-Erlebnissen gar nicht los &#8211; und zwar bei den Fragen der Journalisten (für die dies ja <em>eigentlich</em> <a href="http://opalkatze.wordpress.com/2011/03/29/seibert-twitter-und-die-bundespressekonferenz/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">eine erhebliche Arbeitsentlastung sein sollte</span></a>). Beispiele?</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">ZUSATZFRAGE: Diese Twitter-Nachrichten haben einen Nachrichtenwert. Sie sind auch durchaus schon in Mitteilungen aufgegangen. Der Nachrichtendienst Twitter ist nicht sicher. Ich habe vorhin im Internet nachgeschaut. Es gibt zahlreiche Beispiele für Fälschungen von Schauspielern, so Beispiel Martina Gedeck bis hin zum Dalai Lama. Kann ich davon ausgehen, dass das, was dort getwittert wird, wirklich sicher ist? Das kann ja durchaus Folgen haben.Wenn es mir gestattet ist, darf ich einen Satz des ehemaligen Bundesinnenministers zitieren, der in einem Interview sagte: „Wer mit Twitter seine stündlichen Bewegungen der Öffentlichkeit mitteilt, kann nicht erwarten, dass der Staat ihn vor der Erstellung von privaten Bewegungsprofilen schützt.“ Es ist also auch eine Frage der Sicherheit. Ist die Sicherheit in diesem Fall gewährleistet?</p>
</blockquote>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">FRAGE: Herr Dr. Steegmans, als älterer Mensch, der mit diesen neumodischen Kommunikationsformen nicht so vertraut sind, eine grundsätzliche Frage: Hat es irgendwann einmal vonseiten des Bundespressamtes einen Hinweis darauf gegeben, dass nun auch über Twitter wichtige Informationen verbreitet werden und man sich möglicherweise als Kunde oder Follower ‑ ich weiß nicht, wie das dort heißt ‑ anmelden müsste?</p>
</blockquote>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">FRAGE: Offen ist ja noch die Frage, ob die Sicherheitsanforderungen überprüft wurden. Hat Herr Seibert das gemacht, weil er ein junger tougher Typ sein will? Wurde das durch diesen ganzen BND-, BKA- und sonstigen Apparat „durchgerattert“, und am Ende stand, das können wir machen, da können wir auch Regierungs-, Kanzlertermine herausgeben, das ist eine sichere, seriöse Quelle, oder ist das einfach nur mal aus Lust und Laune heraus erfolgt?</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="9"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">9. Zukunftsverweigerer&#8221;</h4>
<p style="text-align: justify;">Wo wir grade beim Thema sind: Ein ehemaliger Studienkollege (ja, ich hasse das Wort &#8220;Kommilitone&#8221;) von mir beim &#8220;arte Web Slam&#8221;: <a href="http://www.arte.tv/de/3749094.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Till Reiners &#8211; Zukunftsverweigerer</span></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="10"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">10. Zum Schluss: &#8220;Mehr als das Bruttoinlandsprodukt der ganzen Welt&#8221;</h4>
<p style="text-align: justify;">13 Musikindustriefirmen wollten eine Tauschbörse auf 75 Billionen Dollar verklagen (und nein, es handelt sich nicht um einen der beliebten Übertragungsfehler aus dem Englischen ins Deutsche).</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt der ganzen Welt und mehr als die Musikindustrie seit Erfindung des Plattenspielers (1877) verdient hat.<br />
Der ökonomische Schaden durch Filesharing scheint also weitaus größer zu sein, als bisher angenommen.<br />
Bitter für die Musikindustrie: Der Richter wies die Forderung als “absurd” ab.</p>
<p style="text-align: justify;">(Quelle: <a href="http://www.netzpolitik.org/2011/75-000-000-000-000/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">netzpolitik.org</span></a>)</p>
</blockquote>
<p>Und da sage noch einer, der Begriff &#8220;Content-Mafia&#8221; wäre übertrieben!</p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10146&amp;md5=e7ff31de87e8fa12f24ad105d20e0153" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Nichteinmischung&#8221;: Ein schmutziges Wort</title>
		<link>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/03/29/nichteinmischung-ein-schmutziges-wort/</link>
		<comments>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/03/29/nichteinmischung-ein-schmutziges-wort/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 11:06:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Libyen]]></category>
		<category><![CDATA[Militär]]></category>
		<category><![CDATA[UNO]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://guardianoftheblind.de/blog/?p=10148</guid>
		<description><![CDATA[Von Uri Avnery 
 



Donnerstagabend (gemeint ist der 17.03.2011, Anmerkung Guardian of the Blind) konnte ich an nichts anderes als an Libyen denken. Zuerst hörte ich die bluttriefende Rede von Muammar Gaddafi, in der er versprach, innerhalb weniger Stunden Benghasi zu besetzen und ein Blutbad  unter den Rebellen anzurichten. Ich war äußerst besorgt und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;"><em>Von Uri Avnery </em></p>
<p style="text-align: justify;"><em> </em></p>
<div id="attachment_10149" class="wp-caption alignright" style="width: 192px"><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/03/397px-UriAvnery.jpg"><img class="size-full wp-image-10149 " title="397px-UriAvnery" src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/03/397px-UriAvnery.jpg" alt="" width="182" height="276" /></a><p class="wp-caption-text">Uri Avnery </p></div>
<p style="text-align: justify;">Donnerstagabend <em>(gemeint ist der 17.03.2011, Anmerkung Guardian of the Blind)</em> konnte ich an nichts anderes als an Libyen denken. Zuerst hörte ich die bluttriefende Rede von Muammar Gaddafi, in der er versprach, innerhalb weniger Stunden Benghasi zu besetzen und ein Blutbad  unter den Rebellen anzurichten. Ich war äußerst besorgt und sehr wütend auf die internationale Gemeinschaft, besonders auf die USA, die tage- und wochenlang kostbare Zeit mit leeren Phrasen vergeudeten, während der Diktator Libyen Stück um Stück zurückeroberte.</p>
<p style="text-align: justify;">Dann war da das fast unglaubliche Bild des UN-Sicherheitsrates, der innerhalb einer Stunde einberufen war, auf Reden verzichtete und  die Resolution ohne Opposition annahm, die zu einer militärischen Intervention aufrief. Die Szene, die auf Benghasis Hauptplatz folgte und über Al-Jazeera live ausgestrahlt wurde, erinnerte mich an den Mugrabi-Platz in Tel Aviv am 29. November 1947, kurz nachdem die UN-Vollversammlung die Resolution über die Teilung Palästinas zwischen einem jüdischen und arabischen Staat angenommen hatte. Die Freude und die Erleichterung waren vollkommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Zögern der USA und anderer Länder, militärisch in Libyen zu intervenieren, war skandalös. Mehr als das &#8211; es war ungeheuerlich. Mein Herz ist mit dem libyschen Volk (tatsächlich bedeutet „libi“ auf hebräisch „mein Herz“.)</p>
<p style="text-align: justify;">Für mich ist „Nichteinmischung“ (<em>”non-intervention”</em>) ein schmutziges Wort. Es erinnert mich an den Spanischen Bürgerkrieg, der stattfand, als ich noch sehr jung war. 1936 wurde die spanische Republik und das spanische Volk brutal von einem spanischen General, Francisco Franco, mit aus Marokko importierten Söldnern angegriffen. Es war ein sehr blutiger Krieg mit unsäglichen Grausamkeiten. Franco wurde  entscheidend von Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien geholfen. Die deutsche Luftwaffe terrorisierte spanische Städte. Das Bombardement der Stadt Guernica wurde durch ein Gemälde von Pablo Picasso verewigt. (Man erzählt sich die Geschichte, dass, als die Nazis ein paar Jahre später Paris besetzten,  sie wütend über das Gemälde waren  und  Picasso anschrieen: „Hast du das getan?“ „Nein!“ antwortete er ruhig, „Das wart ihr!“)<span id="more-10148"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Die westlichen Demokratien weigerten sich  hartnäckig, der Republik zu helfen, und prägten den Terminus „Nichteinmischung“. Nichteinmischung bedeutete praktisch, dass Großbritannien und Frankreich nicht intervenierten, während Deutschland und Italien es taten, und sie taten ihr Schlimmstes. Die einzige ausländische Macht, die den belagerten Demokraten half, war die Sowjetunion. Wie wir viel später erfuhren, nutzten Stalins Agenten die Situation aus, um ihre Mitkämpfer zu eliminieren &#8211; Sozialisten, Syndikalisten , Liberale und andere. Damals sah es wie ein klarer Kampf zwischen dem Guten und dem absolut Bösen aus. Idealisten aus aller Welt schlossen sich den Internationalen Brigaden der Republik an. Wenn ich nur ein paar Jahre  älter gewesen wäre, hätte ich mich zweifellos auch freiwillig gemeldet. 1948 sangen wir in unserm eigenen Krieg  mit Begeisterung die Lieder der internationalen Brigaden.</p>
<p style="text-align: justify;">Für jemanden, der in der Zeit des Holocaust lebte, besonders  für einen Juden, kann es keinen Zweifel geben. Als dieser vorüber war und das entsetzliche Ausmaß des Genozids bekannt wurde, gab es einen Aufschrei, der noch kein Ende gefunden hat. &#8220;Wo war die Welt? Warum haben die Alliierten nicht die Bahnstrecken nach Auschwitz bombardiert? Warum zerstörten sie nicht die Gaskammern und Krematorien in den Todeslagern aus der Luft?&#8221; Diese Fragen sind bis zum heutigen Tag nicht befriedigend beantwortet worden. Wir wissen, dass Anthony Eden, der britische Außenminister, Präsident Franklin D. Roosevelt fragte: „Was sollen wir mit den Juden tun [, denen die Flucht gelingt]?“ Wir wissen auch, dass die Alliierten große Angst hatten, als diejenigen angesehen zu werden, die „für die Juden“ den Krieg führten, wie die Nazipropaganda von morgens bis abends behauptete. Tatsächlich warfen die Deutschen Flugblätter über amerikanischen Stellungen  in Italien ab mit dem Bild  eines ekligen  Juden mit krummer Nase, der mit einer blonden Amerikanerin bummelte. Die Überschrift lautete: „Während du dein Leben riskierst, verführt der Jude zu Hause deine Frau!“</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn militärische Macht angewandt worden wäre, um die Nazis daran zu hindern, deutsche Juden – und Roma – zu töten, wäre dies definitiv eine Einmischung in innere Angelegenheiten Deutschlands gewesen. Man hätte gut behaupten können, dass es nicht  die Sache eines anderen Staates wäre,  sicher nicht eine ihrer Armeen. Hätte es nun gemacht werden sollen oder nicht? Und wenn die Antwort Ja lautet, warum gilt es für Hitler und nicht für diesen kleinen Führer in Tripolis?</p>
<p style="text-align: justify;">Dies führt uns natürlich direkt zu Kosovo. Dort kam dieselbe Frage auf. Slobodan Milosevic beging einen Genozid – vertrieb ein ganzes Volk, beging  unterwegs unsägliche Grausamkeiten. Kosovo war ein Teil von Serbien und Milosevic behauptete, dass es sich um eine interne serbische  Angelegenheit handele. Als es dann einen weltweiten Aufschrei gab, entschied Bill Clinton, Einrichtungen in Serbien zu bombardieren, um Milosevic dahin zu bringen, aufzugeben. Dem Papier nach war es eine NATO-Aktion. Sie erreichte, was sie wollte, die Kosovaren kehrten in ihre Heimat zurück, und heute haben wir eine unabhängige Republik Kosovo.</p>
<p style="text-align: justify;">Damals applaudierte ich öffentlich – zur Bestürzung vieler meiner linken Freunde zu Hause und überall in der Welt. Sie bestanden darauf, dass das Bombardement ein Verbrechen war, besonders weil es von der Nato durchgeführt wurde, die für sie ein Instrument des Teufels ist. Meine Antwort war, dass  ich, um einen Genozid zu verhindern, bereit sei, sogar einen Pakt mit dem Teufel zu schließen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dies gilt auch für heute. Es ist mir gleichgültig, wer Gaddafis mörderischem Krieg gegen sein eigenes Volk und besonders den Bombenangriffen seiner Luftwaffe ein Ende setzt. Die UN, die NATO oder die USA allein -  wer es auch tut, dem  sei gedankt.</p>
<p style="text-align: justify;">Vor ein paar Tagen, an einem Tag, an dem Gaddafis Piloten wie üblich Libyer töteten, las ich einen Artikel einer amerikanischen Journalistin, die ich sehr mag und schätze. Heftig griff sie die Idee an, dass die USA eine Flugverbotszone über Libyen erzwingen wollen, besonders, da der abscheuliche Paul Wolfowitz dies befürwortete. Es sieht so aus, als sei dies eine interne amerikanische Angelegenheit geworden. Während die extreme Rechte (aus irgendwelchen Gründen „konservativ“ genannt)  &#8211; Teapartyer, Neo-Cons und ähnliche -  die Flugverbotszone befürworten, sind politisch korrekte „Liberale“ (noch so eine seltsame Bezeichnung) dagegen. Menschen werden von einem unbarmherzigen, halbverrückten Diktator getötet, ein ganzes Land geht den Bach hinunter – was  zur Hölle hat das mit interner amerikanischer Politik zu tun?  Und warum sind  meine Freunde  in die falsche Ecke manövriert worden?</p>
<p style="text-align: justify;">Barack Obama tat wieder das, was er am besten kann,  all die richtigen Dinge sagen und die falschen tun &#8211; oder gar nichts tun. Er sagte zu Gaddafi, er solle gehen, und  sah dann passiv zu, wie der Tyrann, anstatt zu gehen, sein Volk terrorisierte. Sein Verteidigungsminister erzählte jedem, was  für eine unglaublich schwierige Operation eine Flugverbotszone sein würde, seine Generäle warnten vor noch einem Krieg, den sie nicht führen könnten. Die allmächtigen USA sehen aus wie eine vergangene Großmacht, die nicht in der Lage ist, auch nur die kleinste Militäroperation gegen die unbedeutende Luftwaffe eines mickrigen Diktators zu unternehmen. Jeder israelische Luftwaffenkommandeur würde den Job bis zum Mittagessen erledigt  haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir sind nicht die Polizisten der Welt, behaupteten amerikanische Politiker. Aber genau das ist es, was eine Supermacht ausmacht – Macht bringt Verantwortung. Der erbärmliche Anblick der Obama-Regierung in dieser Krise zeigt, dass die USA nicht länger eine Supermacht sind, sondern nur eine Großmacht, die ängstlich ihre Ölvorräte absichern möchte mit Hilfe von sortierten Königen und Emiren. Nach ihrer kläglichen Kapitulation gegenüber der israelischen rechten Lobby und ihrem Veto gegen die Resolution des UN-Sicherheitsrats  gegen die Vergrößerung der Siedlungen ist der Beschluss wirklich traurig. Zyniker werden sagen, dass die Amerikaner Gaddafi wirklich halten wollten, damit er weiter Öl liefern kann. Genau so unterstützen sie die Autokraten von Saudi Arabien und Bahrein, die ihre Völker unterdrücken und fortfahren, das Öl wie ihren privaten Besitz zu behandeln.</p>
<p style="text-align: justify;">„Nichteinmischung“ lieferte das spanische Volk in die zarte Barmherzigkeit Francos aus und half Hitler im sensibelsten Stadium seiner Kriegsvorbereitungen. Direkte Einmischung dagegen schickte Milosevic ins Kriegsverbrechergefängnis.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich möchte meine Position dazu ganz klar machen. Die Doktrin der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten anderer Länder ist, wenn es sich um Genozid und Massentötungen handelt, tot und sollte beerdigt werden, bevor die Leiche zum Himmel stinkt. An diesem Punkt der Geschichte ist es die Pflicht aller Nationen, systematische Grausamkeiten, die von kriminellen Regierungen gegen die eigenen Bürger ausgeführt werden, zu verhindern. Dazu wären internationale Institutionen wie die UN verpflichtet &#8211; aber wenn diese, wie so oft, versagen, sind andere Staaten oder Gruppen von Staaten dazu verpflichtet. Man muss der Arabischen Liga, zu der 22 arabische Nationen gehören, zugutehalten, dass sie unmissverständlich für eine militärische Einmischung gegen Gaddafi ist – wenn auch nicht gegen alle arabischen Tyrannen, von denen einige  für die Resolution stimmten.</p>
<p style="text-align: justify;">Vor Jahrhunderten wurde akzeptiert, dass jede Nation für das Fangen und Verurteilen von Piraten verantwortlich war &#8211; ganz egal, wo und gegen wen  deren Verbrechen begangen wurde. Dieses Prinzip sollte jetzt bei Verbrechen angewandt werden, die Regime gegen ihr eigenes Volk begehen. Muammar Gaddafi sollte gefangen und vor Gericht gestellt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Menschlichkeit bewegt sich auf eine zivilisierte Weltordnung hin.  Nichteinmischung ist das genaue Gegenteil. Die eilige Resolution des  UN-Sicherheitsrats am Donnerstag war ein historischer Schritt in diese Richtung. In meiner Phantasie sah ich Minuten, nachdem die Stimmen abgezählt waren, französische Flugzeuge auf den Startbahnen rollen. Das ist nicht geschehen. Aber Libyen ist gerettet und Gaddafis Schicksal ist besiegelt.</p>
<p style="text-align: justify;">Im internationalen Sprachgebrauch ist Nichteinmischung in der Tat ein schmutziges Wort geworden.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Übersetzung aus dem Englischen: Ellen Rohlfs (Bearbeitung: Markus Weber)<br />
Der englische Text ist hier zu finden: <a href="http://zope.gush-shalom.org/home/en/channels/avnery/1300491221/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">A Dirty Word</span></a><br />
</em></p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10148&amp;md5=e50f297c7e1531cb43b7b8fd3efe94e1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Aufgelesen</title>
		<link>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/03/25/aufgelesen-5/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Mar 2011 19:32:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine kleine Sammlung aktueller Beiträge und Artikel zu folgenden Themen: 


	Brüderles Geständnis
	Kennzeichungspflicht für Polizisten
	Demjanjuk
	Deutsche Rüstungsgeschäfte mit Gaddafi
	Die Simpsons ohne Atomkraft?




1. Brüderles Geständnis
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle soll laut Informationen der Süddeutschen Zeitung auf einem Treffen der BDI-Spitze zugegeben haben, dass das Laufzeit-Moratorium für Atomkraftwerke aus Wahlkampfgründen geschehen sei. Im Protokoll der Sitzung ist mit Bezug auf ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;"><em>Eine kleine Sammlung aktueller Beiträge und Artikel zu folgenden Themen: </em></p>
<ol style="text-align: justify;">
<li><a href="#1">Brüderles Geständnis</a></li>
<li><a href="#2">Kennzeichungspflicht für Polizisten</a></li>
<li><a href="#3">Demjanjuk</a></li>
<li><a href="#4">Deutsche Rüstungsgeschäfte mit Gaddafi</a></li>
<li><a href="#5">Die Simpsons ohne Atomkraft?</a></li>
</ol>
<p><span id="more-10111"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><a name="1"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">1. Brüderles Geständnis</h4>
<p style="text-align: justify;">Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle soll <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/atompolitik-und-landtagswahlen-bruederle-und-die-bosse-1.1076394" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">laut Informationen der Süddeutschen Zeitung</span></a> auf einem Treffen der BDI-Spitze zugegeben haben, dass das Laufzeit-Moratorium für Atomkraftwerke aus Wahlkampfgründen geschehen sei. Im Protokoll der Sitzung ist mit Bezug auf das Moratorium <a href=" http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,752946,00.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">unter anderem zu lesen</span></a>:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Der Minister bestätigte dies und wies erläuternd darauf hin, dass angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen Druck auf der Politik laste und die Entscheidungen daher nicht immer rational seien. Er sei ein Befürworter der Kernenergie in Deutschland und für ihn sei klar, dass die energieintensive Industrie in der Wertschöpfungskette gebraucht werde. Es könne daher keinen Weg geben, der sie in ihrer Existenz gefährde.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Zunächst sprach man von einem Protokollfehler. (Ok, gerade bei Brüderle könnten Verständigungsschwierigkeiten und Missverständnisse sogar fast plausibel klingen, siehe <a href="http://www.youtube.com/watch?v=JYZO3zzcdkg" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">hier</span></a> oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=RYi_DFAypgI" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">hier</span></a> oder <a href=" http://www.youtube.com/watch?v=PIQKR1bhcC8" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">hier</span></a> <a href=" http://www.youtube.com/watch?v=hr7rlFi_Ics" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;"> </span></a>oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=IQdeJZtegOc" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">hier</span></a> oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=hr7rlFi_Ics" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">hier</span></a> &#8230;). Brüderle tritt aber auch <a href="http://www.youtube.com/watch?v=LxTptIU5PvU" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">gerne mal in Fettnäpfchen</span></a> oder <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/bruederle-und-die-atomluege-ein-problembaer-erlegt-sich-selbst-1.1077294" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">verrät Dinge, die eigentlich geheim bleiben sollten</span></a>. Ein Präsidiumsmitglied des BDI <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/das-moratorium-und-der-wahlkampf-bruederle-wird-zum-stoerfall-1.1076920" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">bestätigte dann auch der SZ</span></a>, dass das Protokoll korrekt und die Sätze so gefallen seien. In der Tat kann aber der Inhalt dieses Geständnisses <a href="http://feynsinn.org/?p=7633" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">für niemanden</span></a>, der sich auch nur ein klein wenig für das politische Geschehen interessiert, eine Überraschung sein. Inzwischen ist der Hauptgeschäftsführer des BDI Werner Schnappauf <a href="http://www.fr-online.de/wirtschaft/bruederle-affaere-stuerzt-industrie-geschaeftsfuehrer/-/1472780/8267388/-/index.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">zurückgetreten</span></a> &#8211; dies ist nichts anderes als ein Bauernopfer.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="2"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">2. Kennzeichungspflicht für Polizisten</h4>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.fr-online.de/politik/schutz-fuer-straftaeter-in-uniform/-/1472596/8264724/-/index.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Keine Namensschilder für Polizisten: Schutz für Straftäter in Uniform</span></a></p>
<blockquote><p>Deutschland gehört zu den wenigen Ländern, in denen Polizisten keine Namensschilder tragen müssen. Schwarze Schafe sind kaum zu identifizieren. Eine Gefahr würden die Schilder für die Beamten aber nicht bedeuten.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;"><em>Kommentar: Befürchtungen, dass Polizisten gefährdet werden könnten, wären bei einer Kennzeichnung durch eine Nummer, die sich nicht unmittelbar bzw. nur für ggf. ermittelnde Behörden den betreffenden Polizisten zuordnen lässt, auszuschließen.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.amnestypolizei.de/" target="_blank"><img class="alignright" src="http://www.amnestypolizei.de/sites/default/themes/taeter_unbekannt/imgs/AI_Polizei_Widget_klein1.gif" alt="" width="170" height="226" /></a>Dazu der Hinweis auf eine <a href="http://www.amnestypolizei.de/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Aktion von Amnesty International</span></a> für mehr Verantwortung bei der Polizei, die man auf vielfältige Weise unterstützen kann. Sie stellt als Forderungen:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Kennzeichnungspflicht für Polizisten!</li>
<li>Polizeiübergriffe unabhängig untersuchen!</li>
<li>Vorgänge in Polizeigewahrsam aufzeichnen!</li>
<li>Menschenrechtsbildung der Polizei stärken!</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="3"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">3. Demjanjuk</h4>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/prozess-um-john-demjanjuk-ein-laeppischer-strafantrag-1.1075827" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Heribert Prantl: Prozess um John Demjanjuk &#8211; Ein läppischer Strafantrag</span></a></p>
<p style="text-align: justify;">Heribert Prantl beklagt, dass die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen John Demjanjuk eine Haftstrafe von nur sechs Jahren beantragt &#8211; wegen Beihilfe zur Ermordung von mindestens 27.900 Menschen! Er fordert: Entweder Freispruch (bei Nichtbeweisbarkeit der Schuld) &#8211; oder eine angemessen hohe Strafe.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Kommentar: Einer der letzten Prozesse gegen einen mutmaßlichen NS-Verbrecher in Deutschland wird wohl mit der &#8220;Nachsicht&#8221; und Milde beendet werden, wie man es hier  auch vorher fast immerzu gehandhabt hat. Ich frage mich, wie Deutschland heute aussehen würde, wenn all die ganzen NS-Täter so </em><em>konsequent </em><em>verfolgt und bestraft worden wären wie später Stasi-Mitarbeiter.</em></p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="4"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">4. Deutsche Rüstungsgeschäfte mit Gaddafi</h4>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.jungewelt.de/2011/03-24/022.php" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Ghaddafis Freunde</span></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Deutsche Unternehmen rüsteten das libysche Regime unter Muammar Al-Ghaddafi mit Wissen der Bundesregierung seit Jahren auf. Giftgas inbegriffen</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="5"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;"><strong>5. Die Simpsons ohne Atomkraft?</strong></h4>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://taz.de/1/leben/medien/artikel/1/nukular-das-wort-heisst-nukular-1/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Die Simpsons ohne ihr Atomkraftwerk: &#8220;Nukular&#8221; &#8211; das Wort heißt &#8220;nukular&#8221;</span></a></p>
<blockquote><p>Das Schweizer Fernsehen will Zuschauern vorerst keine Simpsons-Folgen zumuten, die von AKW-Pannen handeln.</p></blockquote>
<p>Und dann auch in Deutschland:</p>
<p><a href="http://www.dwdl.de/nachrichten/30663/vorerst_keine_akwpannen_bei_den_simpsons/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Vorerst keine AKW-Pannen bei den &#8220;Simpsons&#8221;</span></a></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Kommentar: Was ist da los? Vielleicht ist ihnen die Schilderung der Sicherheitsstandards in Atomkraftwerken zu realistisch?</em></p>
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</span><p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=YZMsNpyaHcA">www.youtube.com/watch?v=YZMsNpyaHcA</a></p></p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=YZMsNpyaHcA" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">http://www.youtube.com/watch?v=YZMsNpyaHcA</span></a></p>
<p style="text-align: justify;">Dazu:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/03/MerkelBurns.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-10118" title="MerkelBurns" src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/03/MerkelBurns.jpg" alt="" width="540" height="382" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Quelle: <a href="http://twitpic.com/h6vbw" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Twitpic/ Mathias Richel</span></a></em></p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10111&amp;md5=cdb73a40d47f1e32eb489eb88bbdd655" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Aufgelesen</title>
		<link>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/03/23/aufgelesen-4/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Mar 2011 19:28:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine kleine Sammlung aktueller Beiträge und Artikel zu folgenden Themen: 


	Korruption im EU-Parlament
	Politische "Pragmatiker"
	Libyen
	Opfer rechter Gewalt
	Mediale Diskurssteuerung
	Schweinegrippe: Verbindungen zwischen Pharmabranche, Politik und Medien
	Neues aus der Anstalt




1. Korruption im EU-Parlament
LobbyControl: Lobbyskandal im EU-Parlament zeigt dringenden Bedarf für striktere Regeln


Wie die britische Sunday Times am Sonntag (20.3., Artikel kostenpflichtig) aufdeckte, hat sie drei Mitglieder des Europäischen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;"><em>Eine kleine Sammlung aktueller Beiträge und Artikel zu folgenden Themen: </em></p>
<ol style="text-align: justify;">
<li><a href="#1">Korruption im EU-Parlament</a></li>
<li><a href="#2">Politische &#8220;Pragmatiker&#8221;</a></li>
<li><a href="#3">Libyen</a></li>
<li><a href="#4">Opfer rechter Gewalt</a></li>
<li><a href="#5">Mediale Diskurssteuerung</a></li>
<li><a href="#6">Schweinegrippe: Verbindungen zwischen Pharmabranche, Politik und Medien</a></li>
<li><a href="#7">Neues aus der Anstalt</a></li>
</ol>
<p><span id="more-9668"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><a name="1"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">1. Korruption im EU-Parlament</h4>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/2011/03/lobbyskandal-im-eu-parlament-zeigt-dringenden-bedarf-fur-striktere-regeln/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">LobbyControl: Lobbyskandal im EU-Parlament zeigt dringenden Bedarf für striktere Regeln</span></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wie die britische Sunday Times am Sonntag (20.3., Artikel kostenpflichtig) aufdeckte, hat sie <a href="http://derstandard.at/1297820910907/Lobbying-Affaere-Ernst-Strasser-tritt-zurueck"><span style="text-decoration: underline;">drei Mitglieder des Europäischen Parlaments der Bestechlichkeit überführt</span></a>. Alle drei zeigten sich bereit, auf ein Angebot von Undercover-Reportern einzugehen und gegen Bezahlung auf Gesetzesänderungen im EU-Parlament hinzuwirken.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/politisches-aus-fuer-ernst-strasser/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Taz.de: Korruption in Österreich: Politisches Aus für Ernst Strasser</span></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Österreichs ehemaliger Innenminister tritt als EU-Abgeordneter zurück. Gegen Zahlung von Schmiergeld hatte er angeboten, auf die Bankengesetzgebung Einfluss zu nehmen.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://feynsinn.org/?p=7581" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Feynsinn: Politiker einkaufen [Update]</span></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Wie soll man sich das eigentlich vorstellen, wenn ein Politiker gekauft wird? Lieschen Müller stellt sich das so vor: Da gehen Lobbyisten auf einen hochrangigen Politiker zu, sagen ihm: “Wir brauchen diese und jene Änderung an einem Gesetz und zahlen dir folgende Summe dafür …” Eine naive Vorstellung. Das Schlimme ist: Lieschen Müller hat recht.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="2"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">2. Politische &#8220;Pragmatiker&#8221;</h4>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.demokratie-goettingen.de/blog/anbeter-des-erfolgs/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Franz Walter: Anbeter des Erfolgs</span></a> (<a href="http://www.freitag.de/politik/1111-anbeter-des-erfolgs" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">beim Freitag</span></a>)</p>
<p style="text-align: justify;">Der Politikwissenschaftler Franz Walter schreibt über politische &#8220;Pragmatiker&#8221;, die in der deutschen Politik, auch (und vielleicht vor allem?)  in der SPD in den letzten Jahrzehnten eine als &#8220;pragmatisch&#8221; bezeichnete, ideen- und überzeugungslose Politik  verfolgten, oft einer angeblichen Sachzwanglogik und dem &#8220;there is no alternative TINA)&#8221;-Modell folgend.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Kommentar: Man könnte es auch so beschreiben: Eine <a href="http://guardianoftheblind.de/blog/2009/12/16/eindimensionales-denken-eindimensionale-gesellschaft-eindimensionaler-mensch-herbert-marcuses-ideologie-und-gesellschaftskritik/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Kritik der eindimensionalen Gesellschaft</span></a> ist auch der neoliberalen Epoche des Kapitalimus noch angemessen.</em></p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="3"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">3. Libyen</h4>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.misik.at/sonstige/ist-die-militaraktion-gegen-gaddafi-richtig-und-klug.php" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Robert Misik: Ist die Militäraktion gegen Gaddafi richtig und klug?</span></a></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Kommentar: Ich persönlich kann mich der Meinung von Robert Misik, sowohl der grundsätzlichen Unterstützung der UN-Resolution als auch zu praktischen Problemen bei der Militäraktion,  anschließen.</em></p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><a name="4"></a></p>
<h4 style="text-align: justify;">4. Opfer rechter Gewalt</h4>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/die-90-vergessenen-opfer/3978946.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">tagesspiegel.de: Rechtsextremismus: Die 90 vergessenen Opfer</span></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die enorme Diskrepanz zwischen der offiziellen Zahl der Todesopfer rechter Gewalt und dem erschreckenden Ergebnis einer Recherche von Tagesspiegel und „Zeit“ beschäftigt nun Bundestag und Bundesregierung. Die Zeitungen kamen im September 2010 auf 137 Todesopfer, die Regierung spricht bis heute, gestützt auf die Angaben der Polizeien der Länder, von lediglich 47 Toten.</p>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><a name="5"></a></p>
<h4>5. Mediale Diskurssteuerung</h4>
<p><a href="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2011/mediales-dauerfeuer-was-wissen-wir-wirklich/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">ZG Blog: Mediales Dauerfeuer — was wissen wir wirklich? </span></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">In diesen Tagen kann man das System der bürgerlichen Presse und ihre Methoden hervorragend beobachten und analysieren. Es passiert nämlich nur selten, dass gleich zwei Großereignisse die Bildschirme und die Zeitungen dominieren. Beide, der »Libyen-Krieg« und die »Japan-Krise«, verdrängen fast alle anderen Themen (Guttenberg, Wikileaks usw.) Wer im gesellschaftspolitischen Diskurs mitreden will, kommt an diesen Themen nicht vorbei. Ein paar Gedanken zur medialen Diskurssteuerung.</p>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><a name="6"></a></p>
<h4>6. Schweinegrippe: Verbindungen zwischen Pharmabranche, Politik und Medien</h4>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/1406767/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Deutschlandfunk: Von Risiken und Nebenwirkungen &#8211; Berichterstattung über Schweinegrippe und Verbindungen zwischen Pharmabranche, Politik und Medien</span></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Das Thema Schweinegrippe ist weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden. Stattdessen fragen sich manche, ob die Pandemiewarnung und Diskussion um den Impfstoff nicht eine Inszenierung der Pharmaindustrie waren &#8211; und suchen nach Indizien für Lobbyarbeit.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><em>Kommentar: Was sagen eigentlich diejenigen, die damals bei Hinweisen auf Verbindungen zwischen Politik und Pharmalobby immerzu von &#8220;Verschwörungstheorien&#8221; sprachen, heute? </em></p>
<p><em><br />
</em><br />
<a name="7"></a></p>
<h4>7. Neues aus der Anstalt</h4>
<p><a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1290676/Neues-aus-der-Anstalt-vom-22.03.2011#/beitrag/video/1290676/Neues-aus-der-Anstalt-vom-22.03.2011" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Neues aus der Anstalt vom 22.03.2011</span></a> &#8211; garantiert unzensiert <img src='http://guardianoftheblind.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&nbsp;</p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=9668&amp;md5=cdb73a40d47f1e32eb489eb88bbdd655" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Trier braucht Dich: Nazis die Suppe versalzen!</title>
		<link>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/03/23/trier-braucht-dich-nazis-die-suppe-versalzen/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Mar 2011 16:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Antifa]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nazis]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Trier]]></category>

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		<description><![CDATA[ 


Am 26. März wollen bundesweit zusammengetrommelte Neonazis, organisiert durch die NPD, unter dem Motto „US-Kriegsbasis abwählen – Frieden jetzt“ durch Trier marschieren.
Konkreter Anlass ist ein Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dass gerade die durchweg militaristischen FaschistInnen, die keine Gelegenheit auslassen, die Kriegsverbrechen der deutschen Armee im zweiten Weltkrieg zu leugnen oder das Soldatentum ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><a href="http://suppeversalzen.blogsport.eu/"><img class="alignright size-full wp-image-10063" title="flyer_a5" src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/03/flyer_a5.jpeg" alt="" width="249" height="353" /></a></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Am 26. März wollen bundesweit zusammengetrommelte Neonazis, organisiert durch die NPD, unter dem Motto „US-Kriegsbasis abwählen – Frieden jetzt“ durch Trier marschieren.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Konkreter Anlass ist ein Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dass gerade die durchweg militaristischen FaschistInnen, die keine Gelegenheit auslassen, die Kriegsverbrechen der deutschen Armee im zweiten Weltkrieg zu leugnen oder das Soldatentum zu glorifizieren, vorgeben für Frieden einzutreten, spottet jeder Beschreibung. Das Bündnis gegen Rechts Trier sagt dazu: Lassen Sie sich von der Fassade nicht täuschen, die NPD ist eine zutiefst faschistische Partei!</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-10062"></span>Auch in Trier kam es immer wieder zu faschistischen Angriffen, Anschlägen auf Kneipen und eine Bibliothek, Übergriffe gegen MigrantInnen, Vergewaltigungsdrohungen und zum wiederholten Zusammenschlagen politischer GegnerInnen auf offener Straße – wofür auch jüngst zwei Neonazis vom Landgericht Trier wegen gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">An der Demonstration der Neonazis sind auch Gruppierungen aus Rheinland-Pfalz beteiligt, gegen die die Staatsanwaltschaft derzeit wegen Verstoß gegen das Kriegswaffengesetz ermittelt. Das Bündnis gegen Rechts Trier sagt dazu: Die NPD ist keine soziale Heimatpartei, sondern eine gewalttätige, verlogene und menschenverachtende Organisation! Sie nutzt neue Begriffe, um alte Absichten zu vertuschen. Letztendlich verbirgt sich dahinter ein biologisch begründeter Rassismus, der nahtlos an die NS-Ideologie anknüpft.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Es           gibt keinen Frieden mit der NPD. Faschismus ist keine Meinung,           sondern ein Verbrechen.</em> Das Bündnis gegen Rechts Trier ruft deshalb auf: Egal ob Du in Pallien, Ehrang oder Dresden wohnst; egal ob Du aus Luxemburg, Frankfurt oder Heiligkreuz kommst: Trier braucht Dich! Lasst uns den Nazis die Suppe versalzen!</p>
<p style="text-align: justify;">Kundgebung:         26.03.2011, 12 Uhr Porta Nigra, Trier</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">(<a href="http://suppeversalzen.blogsport.eu/aufruf/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">via</span></a>)</p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10062&amp;md5=9173b2af091b48c040564389f7219276" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zensur beim ZDF? (UPDATE 4)</title>
		<link>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/03/19/zensur-beim-zdf/</link>
		<comments>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/03/19/zensur-beim-zdf/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 23:42:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[Die "heute show" im ZDF wurde heute  abend plötzlich abgebrochen. Michael Mittermeier hatte in einem Gespräch  mit Oliver Welke über Atomkraft einige - sagen wir - nicht ganz jugendfreie  Bemerkungen zu "Atomkraftfetischisten" (eine Anspielung auf eine Aussage  von Markus Söder) gemacht. Sie scherzten noch in der Richtung, ob das  ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p style="text-align: justify;">Die <a href="http://heuteshow.zdf.de/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">&#8220;heute show&#8221;</span></a> im ZDF wurde heute  abend plötzlich abgebrochen. Michael Mittermeier hatte in einem Gespräch  mit Oliver Welke über Atomkraft einige &#8211; sagen wir &#8211; nicht ganz jugendfreie  Bemerkungen zu &#8220;Atomkraftfetischisten&#8221; (eine Anspielung auf eine Aussage  von Markus Söder) gemacht. Sie scherzten noch in der Richtung, ob das  jetzt zu viele derartige Ausdrücke waren. Plötzlich brach die Sendung  ab, es gab ein schwarzes Bild, und dann kam unvermittelt die nachfolgende Sendung  &#8220;aspekte&#8221; &#8211; präsentiert ausgerechnet vom Atomkraftbefürworter Wolfgang  Herles.</p>
<p style="text-align: justify;"><span class="youtube">
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<param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/fv-NZ1akLAk?color1=d6d6d6&amp;color2=f0f0f0&amp;border=0&amp;fs=1&amp;hl=en&amp;modestbranding=1&amp;loop=&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3&amp;showsearch=0&amp;rel=1" />
<param name="allowFullScreen" value="true" />
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<param name="wmode" value="opaque" />
</object>
</span><p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=fv-NZ1akLAk">www.youtube.com/watch?v=fv-NZ1akLAk</a></p></p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=fv-NZ1akLAk" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">http://www.youtube.com/watch?v=fv-NZ1akLAk</span></a><span id="more-10029"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Derartige  Ausdrücke nun, wie sie Mittermeier benutze, sind aber etwa bei Spielfilmen, die um diese Zeit (etwa  23:30) sonst beim ZDF laufen, wohl nicht weniger üblich. Was war also der Grund für die Abschaltung? War es überhaupt eine? Bei Twitter <a href="http://twitter.com/ZDFonline/status/48874381786624001" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">meldete der offizielle Account des ZDF</span></a>:</p>
<blockquote><p>Äh, was war denn das? Leute, wir haben keine Ahnung, werden aber gleich mal telefonieren. <a title="#heuteshow" rel="nofollow" href="http://twitter.com/search?q=%23heuteshow">#heuteshow</a></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ich hatte eigentlich schon geschrieben:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Würde  ich beim ZDF arbeiten, würde ich jetzt nachträglich ne &#8220;Bazinga! Die  heute show hat ja selbst abgebrochen! Alles ein abgekartertes  Spiel&#8221;-Nummer draus machen. So in Richtung &#8220;Wir wollten die  Aufmerksamkeit für unsere Sendung erhöhen&#8221;. Oder <a href="http://twitter.com/H0MERSIMPS0N/status/48876372160020481" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">&#8220;technische Pannen&#8221;</span></a>.  Aber das wäre dann wirklich zu unglaubwürdig, oder?</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Da <a href="http://twitter.com/ZDFonline/status/48888438602219520" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">twittert gerade das ZDF</span></a>:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Grund des Abbruchs: menschlicher Fehler. Zuspielleitung aus Köln wurde zu früh gekappt. Morgen komplette Show in der Mediathek. <a title="#heuteshow" rel="nofollow" href="http://twitter.com/search?q=%23heuteshow">#heuteshow</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Oh  ja, höchst bedauerlich! So was aber auch! Natürlich auch schade, dass in der Mediathek  längst nicht so viele Leute zuschauen wie im Fernsehen. Obwohl &#8211; darauf  würde ich mich diesmal <a href="http://twitter.com/#search?q=%23heuteshow" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">nicht verlassen</span></a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer nun denkt: &#8220;Politische Zensur bei Satiresendungen, das gibt&#8217;s doch in Deutschland nicht!&#8221; sei auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Scheibenwischer_%28Kabarett%29#Politische_Skandale" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">diese Fälle bei der Sendung &#8220;Scheibenwischer&#8221; </span></a>verwiesen. Beim ZDF ist es mindestens seit der von der CDU betriebenen <a href="http://guardianoftheblind.de/blog/2009/11/27/bye-bye-zdf/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Ablösung von Nikolaus Brender als Chefredakteur</span></a> klar, dass sie der &#8220;Fernseharm&#8221; der CDU ist. Ich hatte mich schon öfter  gefragt, wie lange das ZDF die einzig verbliebenen regierungskritischen  Sendungen, die heute show und Neues aus der Anstalt, noch tolerieren  wird. War das nun die Antwort auf diese Frage?</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<h4 style="text-align: justify;"><strong>UPDATE 1 (2:01 Uhr):</strong></h4>
<p style="text-align: justify;">Die komplette Sendung der heute show ist jetzt <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1283794/heute-show-vom-18.3.2011?bc=kua884728&amp;flash=off" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">online</span></a>. Sie endet an der selben Stelle.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie ich bereits erwähnt hatte, und da die &#8220;Medienleute&#8221; wie erwartet bereits von &#8220;Viral Marketing&#8221;  und ähnlichem sprechen, würde ich an Stelle des ZDF auf diesen Zug aufspringen (&#8220;alles so geplant&#8221;). Die Aussagen des Twitter-Teams passen dann zwar nicht so ganz &#8211; aber man würde einen größeren Skandal vermeiden.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<h4 style="text-align: justify;"><strong>UPDATE 2 (2:11 Uhr)</strong></h4>
<p style="text-align: justify;">Der Einzelclip mit Mittermeier, der jetzt auch <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1283822/Michi-und-die-CSU#/beitrag/video/1283822/Michi-und-die-CSU" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">online ist</span></a> (letzter Clip der Sendung) wirkt dann doch am Ende recht &#8211; nunja &#8211; geschnitten. Zwischen der Stelle, wo die Sendung bei der Ausstrahlung abbrach, und der für ihn sehr knappen Abmoderation von Welke (bei 5:39). Oder sieht das nur der Laie so?</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<h4 style="text-align: justify;">UPDATE 3 (2:36 Uhr):</h4>
<p style="text-align: justify;">Ich sehe im Prinzip vier Erklärungsmöglichkeiten:</p>
<p style="text-align: justify;">1. Es war alles von vornherein beabsichtigt, Viral Marketing o.ä.:  dafür ist das Vorgehen aber viel zu inkonsistent und ungeschickt.<br />
2. Es ist tatsächlich einfach ein technischer Fehler passiert, das in der Mediathek gezeigte ist auch das richtige Ende.<br />
3. Irgendjemandem beim ZDF ist die Sicherung durchgebrannt, er hat die  Sendung (wegen der Ausdrücke/ wegen der politischen Botschaft?)  abgebrochen, obwohl sie nur noch ein paar Sekunden gedauert hätte. (Denn was danach kommt, ist eigentlich nicht so wichtig &#8211; wichtig ist, dass, wenn die Sendung abgebrochen wurde, sie wegen des schon Gesendeten abgebrochen wurde.)<br />
4. Irgendjemandem beim ZDF ist die Sicherung durchgebrannt, und er hat  die Sendung abgebrochen. Man hat dann in der Mediathek das Ende der  gedrehten Sendung reingeschnitten.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<h4 style="text-align: justify;">UPDATE 4 (15:05 Uhr):</h4>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.dwdl.de/nachrichten/30590/produzent_erklrt_vorzeitigen_abbruch_der_heute_show/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Produzent erklärt abruptes Ende der &#8220;heute show&#8221;</span></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die Überspielung der Aufzeichnung nach Mainz geschieht live. Gebucht war  dafür beim technischen Dienstleister Media Broadcast eine Leitung für  den Zeitraum 22 bis 23.30 Uhr &#8211; wie üblich mit etwas Vor- und Nachlauf  zur eigentlichen Ausstrahlungszeit. Die aktuellen Sondersendungen im ZDF  führten im Laufe des Abends jedoch zu Programmverschiebungen &#8211; so dass  die &#8220;heute show&#8221; deutlich später begann als geplant. Und dann kam es,  wie es kommen musste, wenn man vergisst die Nutzung der Leitung zu  verlängern: Um Punkt 23.30 Uhr wurde die Übertragung gekappt &#8211; in Mainz  kam kein Signal mehr an.</p>
</blockquote>
<p>Ob man dem nun glaubt oder nicht &#8211; falls doch etwas Anderes geschah, wird es wohl sowieso kaum rauskommen. Es kann auch so gewesen sein &#8211; das Problem der fehlenden Unabhängigkeit des ZDF besteht nichtsdestotrotz. Und dies berührt mehr als Satiresendungen.</p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=10029&amp;md5=737d88449d0be128a7d197509563e6ee" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Keine Solidarität mit Diktatoren!</title>
		<link>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/03/18/keine-solidaritat-mit-diktatoren/</link>
		<comments>http://guardianoftheblind.de/blog/2011/03/18/keine-solidaritat-mit-diktatoren/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 15:40:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guardian of the Blind</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Beziehungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[UNO]]></category>

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		<description><![CDATA[
Der UNO-Sicherheitsrat hat eine Resolution beschlossen, die die Mitgliedsstaaten beauftragt, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um Zivilisten in Libyen zu schützen. Er hat sie auch ermächtigt, notfalls auch mit militärischen Mitteln (außer dem Einsatz von Bodentruppen) eine Flugverbotszone über Libyen einzurichten. 10 Länder stimmten für die Resolution. Russland, China, Indien, Brasilien und Deutschland enthielten ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<div id="attachment_9991" class="wp-caption alignright" style="width: 285px"><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/03/800px-UN_security_council_2005.jpg"><img class="size-full wp-image-9991     " title="800px-UN_security_council_2005" src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/uploads/2011/03/800px-UN_security_council_2005.jpg" alt="" width="275" height="172" /></a><p class="wp-caption-text">Sitzungssaal des UN-Sicherheitsrates (1)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Der UNO-Sicherheitsrat hat eine <a href="http://www.guardian.co.uk/world/2011/mar/17/un-security-council-resolution" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Resolution</span></a> beschlossen, die die Mitgliedsstaaten beauftragt, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um Zivilisten in Libyen zu schützen. Er hat sie auch ermächtigt, notfalls auch mit militärischen Mitteln (außer dem Einsatz von Bodentruppen) eine Flugverbotszone über Libyen einzurichten. 10 Länder stimmten für die Resolution. Russland, China, Indien, Brasilien und Deutschland enthielten sich.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Positionen in Deutschland sind nun zweigeteilt &#8211; und auf beiden Seiten von ziemlich starken Emotionen geprägt: Die einen sprechen von kriegslüsternen Bellizisten, die anderen von realitätsfremden Radikalpazifisten. Dabei ist die Sache längst nicht so einfach: Weder scheint es angemessen, die Morde und Verbrechen von Gaddafi und seinen Schergen als &#8220;in der Souveränität eines Staates liegend&#8221; zu verharmlosen, noch ist jedes Vorgehen und jedes Opfer recht, um &#8220;den da endlich wegzukriegen&#8221;. Die beiden möglichen Vorgehensweisen &#8211; ein militärisches Eingreifen oder das Verbleiben bei anderen Sanktionsmöglichkeiten &#8211; beide bieten<br />
Chancen und Risiken, beide haben moralische Rechtfertigungen.<span id="more-9984"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Ich halte es auf jeden Fall für gerechtfertigt, dass man versucht, den Widerstand in Libyen zu unterstützen: Das  ständige Pochen mancher Seiten auf die „Souveränität“ auch der  Staaten, die ihre Bevölkerung unterdrücken, die Zivilisten foltern und ermorden, ist für mich äußerst zynisch. Eine unterdrückte Bevölkerung  besitzt de facto keine Souveränität, die Souveränität liegt in der Hand der  Diktatoren &#8211; und diese zu schützen ist wohl kaum ein ethisch irgendwie zu rechtfertigendes Ziel. Auch wenn man immer versuchen sollte, so weit es  nur irgendwie geht friedlich und nicht-militärisch vorzugehen, halte ich  in den Fällen schlimmster Menschenrechtsverletzungen aber ein auch  notfalls militärisches Vorgehen für moralisch nicht nur gerechtfertigt,  sondern auch notwendig. Das rechtliche Fundament eines auch militärischen Eingreifens in Libyen ist mit der Entscheidung der UN nun gelegt.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Frage sollten lauten: Welche Vorgehensweise ist zielführender, welche kann die Lage in Libyen in Richtung Demokratie und Frieden verändern, ohne unnötige Opfer zu verursachen oder zu tolerieren? Ist das Einrichten einer Flugverbotszone angemessen und zielführend &#8211; oder wird es nicht, wie manche befürchten, zu noch mehr Toten und zu einer Unruhe in der gesamten Region führen?</p>
<p style="text-align: justify;">Die aktuellen Ereignisse scheinen nun zu zeigen, dass das Vorgehen der UN richtig war und in kurzer Zeit mehr bewirkte, als (immer nur halbherzig gebliebene) politische und wirtschaftliche Sanktionen: Die libysche Regierung hat eine sofortige Waffenruhe und das Einstellen aller Kampfhandlungen <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,751799,00.html" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">erklärt</span></a>. Man akzeptiere den Beschluss der UN und sei bereit zum Dialog. Gaddafi, der ja oft als &#8220;der Verrückte&#8221; verspottet wird, scheint hier, wie schon 2003, als er dem Terror abschwor und zum Verbündeten der westlichen Staaten wurde, politisch wieder recht klug zu handeln. Er weiß, dass er militärisch wenig Chancen hätte.</p>
<p style="text-align: justify;">Vielleicht sollte Gaddafi sich, in alter Manier gestürzter Diktatoren, einfach schnell als Privatmann ins Ausland zurückziehen. Das wäre gewiss für die Opfer seiner Diktatur schwer zu ertragen &#8211; würde aber wenigstens weiteres Blutvergießen verhindern. Gut möglich ist aber auch, dass sich das Vorgehen Gaddafis wieder einmal als eine seiner Finten herausstellen wird.<br />
So oder so sollte in der jetzigen Situation, in der die Entscheidung der internationalen Staatengemeinschaft gefallen ist, die Solidarität nicht einem Diktator gelten, der eine Demokratiebewegung seiner Bevölkerung blutig unterdrückt.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">(1) Bildquelle: <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:UN_security_council_2005.jpg" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Wikipedia (Bernd Untiedt)</span></a> / <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">CC-BY-SA 3.0</span></a></p>

<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://guardianoftheblind.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=9984&amp;md5=54269466d9f81d2e3aa9d6df711e9c4e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://guardianoftheblind.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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